14.09.2025 – Tag 114
Ich bin wieder total kaputt aufgewacht. Als ich zu Dörte schaute hantiere sie gerade am Zelt Rum. Sie drückte das innenzelt immer wieder gegen das außenzelt und war erschrocken was da für ein riesiger Fleck war. Ich konnte es kaum glauben. So einen riesigen Vogelkackefleck habe ich ja noch nie gesehen. Von außen sah das dann noch schlimmer aus. Zum Glück hat Dörte sich darum gekümmert. Ich habe in der Zeit mit Jacky telefoniert und Kram gepackt und Frühstück vorbereitet. Aber das führte trotzdem dazu das wir natürlich wieder Verzögerung beim start hatten und dazu kam das wir wieder völlig unkoordiniert 100 mal von a nach b und zurück gelaufen sind. Und das an einem Sonntag an dem wir natürlich noch einkaufen wollten. Also mussten wir vor 12:30 an einem Geschäft sein. Wir sind dann zum Glück doch noch gegen 11:30 losgekommen und haben uns einen Supermarkt in der Nähe gesucht. Mein Fahrrad machte beim losfahren wieder Geräusche. Richtig nervig. Der Sattel war es dieses Mal nicht. Wenn ich im stehen fuhr war trotzdem ein gleichbleibendes knacken zu hören. Daß es mein Tretlager war, wie ich erst dachte, wollte ich auch irgendwie nicht wahr haben und dagegen sprach auch das es nach einiger Zeit immer wieder aufhörte. Meine neue Annahme ist, das es etwas mit den Speichen zu tun hat. Als ich am Hinterrad rumwackelte und an den Speichen drückte, meinte ich das Geräusch reproduzieren zu können. Vielleicht muss ich mich Mal um ein paar Ersatzspeichen kümmern, wenn ich an nem Bikeladen vorbeikomme.
Egal. Jetzt mussten wir erstmal einkaufen. Das Sortiment bei Intermarché spricht uns immer nicht so an, aber wir haben ein bisschen Vorräte aufgefüllt und mittag für den Weg gekauft. Und was zum gleich essen. Das haben wir dann draußen auf einer Treppe gegessen. Dann ging es weiter. Ich war irgendwie müde und kaputt und bin heute irgendwie überhaupt nicht in die Gänge gekommen. Auserdem hat uns Dijon auch in diese Richtung wieder mit Hässlichkeit überrascht. Radwege gab es quasi nicht, hässliche Wohngegenden und wir waren dauernd von nervigen Autos umgeben. Das Wetter war aber wieder okay. Am Anfang kalt, dann Sonne. Bis zum Ende dann bewölkt, aber warm. Irgendwann haben wir dann Dijon tatsächlich endlich hinter uns gelassen.
Wir sind jetzt auch nicht mehr auf der Euro Velo 6 unterwegs sondern auf einem Fahrradweg der für die Region Burgund ist. Davon die Nummer 51.
Die Route war sehr schön und führte dieses Mal auch öfter mal durch kleine Orte. Echt schön Mal nicht an einem Kanal zu fahren und so auch mehr von Land und den kleinen Städten zu sehen.
Wir sind die meiste Zeit an Weinreben vorbei gefahren. Das scheint auch ein sehr beliebter Radweg zu sein, da uns so viele Radfahrer wie noch nie begegnet sind. Obwohl wir nicht nur Radwege, sondern teilweise auch Straßen gefahren sind, war super wenig Auto Verkehr. Also mega entspannt. Die Strecke über Land war etwas bergiger als am Kanal, aber noch völlig in Ordnung. Unser Ziel lag dann auf 290 m Höhe. 5 km vorm Campingplatz gab es dann den ersten Umfall der Reise. Ich schreibe das bewusst mit einem „m“. Dörte hat einen Kantstein übersehen und wollte von der Straße auf den gehweg. Das hat ihr dann natürlich den Reifen weggezogen. Irgendwie ist sie aber geistesgegenwärtig vom Fahrrad abgesprungen, so das das Fahrrad volle Pulle auf den Boden gefallen ist und sie etwas perplexed daneben stand. Sie erzählte mir später das sie selber nicht weiß wie das passiert ist. Sie ist also mit einem abgekratzten Lenker und einem blauen Fleck davongekommen.
Nachdem sie dann ein Steinchen aus dem Lenker gepult hatte ging es dann weiter zum Campingplatz. Der Campingplatz lag nicht direkt in Beaune, sondern einem kleinen Örtchen davor. Es war wieder ein only Camp und wir haben uns schon gefreut wieder überdacht zu sitzen, weil das Wetter sehr unbeständig war. Leider hatte dieser Campingplatz aber keine überdachten Bereiche. Dafür haben wir dieses Mal aber noch weniger bezahlt. 11,22 € für 2 Personen mit einem Zelt. Also ieder mega günstig. Die Zeltwiese war ganz hinten durch. Man musste über eine Holzbrücke um einen kleinen Fluss zu überqueren. Da waren wir dann komplett alleine, hatten also die freie Auswahl wohin wir unser Zelt stellen. Wir haben ein schönes Plätzchen gefunden und aufgebaut. Leider kam immer so Schubweise ein komischer Stinkegeruch vorbei und wir waren uns nicht sicher woher, die Vermutung ist aber, dass die Nachbarn ggf. so etwas wie eine Klärgrube hatten. Irgendwas ist doch immer. Als nächstes haben wir unser Sachen zusammengepackt die wir zum chillen brauchten. Buch, Mal Sachen und kleinkram und haben einen Unterstand gesucht. Leider gab es hier überhaupt nix zum druntersetzen oder so. Wir haben uns dann bei der Rezeption in so eine Ecke aus Steinen gesetzt, die trocken war und ein kleines Tischchen hatte. Das war ganz nett. Da haben wir Baguettes und naschi gegessen und dann den nächsten Tag geplant. Wo wir hin wollen in der Stadt, was zu erledigen ist etc. Eigentlich wollten wir auch noch kurz spatzieren, doch der Regen ging wieder los, sobald wir das Grundstück vom Campingplatz verlassen hatten. Deshalb sind wir nur noch duschen und ins Zelt gegagen. Draußen ist es auch an sich nicht so toll, weil hier ziemlich viele Mücken sind. Da es erst kurz nach 8 war, haben wir beide noch so ein bisschen im Zelt rumgedödelt und dann geschlafen.

