04.09.2025 – Tag 104

Heute Nacht bin ich um ca. Halb 2 aufgewacht. Es hat extrem gewittert und geblitzt. Es muss auch sehr nah gewesen sein, weil Blitz und Donner fast gleichzeitig kamen. Sehr unangenehm, wenn man in einem kleinen Zelt liegt. Ich hab mich versucht damit zu beruhigen, dass die Vogesen direkt nebenan sind und das unser Zelt so mit der niedrigste Punkt in der Umgebung ist. Trotzdem war das Gefühl alles andere als geil, so ungeschützt im strömenden regen zu warten bis das Gewitter wegzieht. Es hat in sehr kurzen Abständen gewittert und geblitzt. Aber es zog zum Glück langsam weiter. Dörte war inzwischen auch neben mir aufgewacht und hatte auch etwas Angst. Aber als es ruhiger wurde konnten wir weiterschlafen.
Das nächste Mal bin ich dann um 6 aufgewacht. Irgendwie war ich total fertig, aber wieder einschlafen war auch nicht möglich. Also habe ich am Handy rumgedaddelt. Dörte ist erst so gegen 8 aufgewacht. Wir waren aber beide ziemlich fertig. Das nächste blöde war das wir kein Frühstück hatten, weil wir Abends nicht mehr einkaufen waren. Da keiner von uns auf porridge mit Hafermilch Pulver Lust hätte, war der Plan im Ort zu frühstücken, da wir eh noch zu Decathlon wollten.
Es gab also erstmal nur Kaffee und Chai Latte. Als wir packten ging dann auch der Regen wieder los. Wir sind also erstmal wieder ins leere Zelt geflüchtet, mit den paar Dingen, die noch so rumlagen. Laut Regen-Radar sollte es nicht lange regnen. Also nutzten wir die Zeit um ein bisschen die Tour zu planen. Es sollte nicht mehr nach Belfort gehen, sondern nur auf einen Campingplatz kurz hinter Mühlheim. Es sollte es den ganzen Tag immer noch mal regnen und Gewittern. Und wir hatten keine Lust bei dem Kackwetter die ganze Zeit auf dem Fahrrad zu sitzen. Wir hatten ja auch wirklich viel Pufferzeit, um nach Lyon zu kommen und keinen stress. Also können wir jeden Tag ganz entspannt entscheiden wie wir fahren wollen. Und wie wir mit der vorrausgesagten Regenzeit umgehen wollen. Kurz bevor wir losfuhren kam noch der nette Typ von gestern zu uns er sagte das wir uns gern bei ihm melden können, wenn wir in der Bretagne Vorbeikommen. Er gab mir noch seine Nummer und Adresse und wir verabschiedeten uns. Dann ging es erstmal zu einem Supermarkt in einem großen Einkaufspark, wo es auch einen Decathlon gab. Dort sind wir erst gegen 13 Uhr angekommen, obwohl es nur ca. 11km vom Campingplatz entfernt war. Beim Supermarkt sind wir dann erstmal richtig eskaliert. Ich würde gerne sagen, weil wir Hunger hatten, ich fürchte aber wir wären auch so eskaliert. Jeder ein Baguette mit Käse, ich zwei Plunderteile mit Schoko, 4 riesige Schoko Kekse, Limo, Skyr mit roten Früchten und zwei Birnen.
Wir haben natürlich nicht alles geschafft. Aber dafür mega überfressen. Danach ging es zu Decathlon. Nur einmal über den Parkplatz. Hier wollte ich eine Lampe kaufen, die man im Zelt anhängen kann, oder vorm Zelt hinstellen kann um abends mal gemütlich Zeit zu verbringen. In letzter Zeit wird es ja immer schon extrem früh dunkel. Leider spürt man immer deutlicher, das der Sommer und das Jahr sich langsam der 2. Ungemütlichen Hälfte neigt. Die Lampen Auswahl war genauso enttäuschend wie die Auswahl an Karabinerhaken, nach den Dörte gesucht hat. Es gab nur die hässliche Decathlon Hausmarke zu Preisen, die genau so teuer waren, wie die renommierter Hersteller. Es gab Lampen die entweder zu groß waren, oder die mit normalen Batterien betrieben wurden. Das sind beides Ausschlusskriterien, da ich nicht vor habe Unmengen an Batterien zu verheizen und Sondermüll ohne Ende zu produzieren. Das eine größe, vergleichbar mit einer Ravioli Dose keinen Sinn macht erklärt sich von allein. Es gab noch eine, die größen- und akkumäßig gepasst hätte, aber die sollte über 45€ kosten. Es gibt z.b. Lampen von black Diamond, die wesentlichen durchdachter und hübscher sind für weniger. Also sind wir mit einem Handtuch und einem Ersatzschlauch gegangen.
Eigentlich wollten wir danach noch in ein Café. Da aber nix gemütliches dabei war, zwischen Decathlon und dem Campingplatz, sind wir wieder losgezischt.
Leider ging dann auch der Regen so richtig los. Es waren ca. 6 km, aber am Ende hat es massiv so massiv gegossen, das 5 min. Gereicht hätten um komplett nass zu sein. Als wir ankamen gab es keine trockene Stelle an den Klamotten oder am Körper. Wir standen wie frisch aus einem See aufgetaucht an der Rezeption und konnten dort eine Nummer anrufen. Es kam eine nette Frau angewuselt. Die hat nur unsere Räder gesehen und direkt gefragt, ob wir einen Wohnwagen mieten wollen. Wir meinten, dass wir eigentlich Zelten wollten, aber fragten was würde der Wagen kosten würde. Die 25 € pro Nacht, für beide zusammen schienen angemessen. Auf der Campingwiese hätten wir auch 16€ gezahlt also müssten wir nicht lange diskutieren und ehrlich gesagt war der Gedanke auch sehr angenehm, trocken zu sitzen und unseren ganzen scheiß mal trocknen zu können. Meine Klamotten waren zwar im drybag und wurden vom Regen nicht nass, aber sie waren immer noch feucht von der Waschmaschine vom Vortag. Dörte fühle sich etwas unwohl in Wohnwagen, besonders weil dieser, inclusive Vorzelt recht abgerockt war. Ich steh auch nicht auf diesen gammel-plastik Flair in Wohnwägen. Im Vorzelt hat es muffig und nach Plastik gestunken. Innen ging es. Also egal. Es hat höllisch gegossen und auch gewittert. Es war also unsere beste Alternative.
Wir haben 3 Wäscheleinen gespannt und Dörte mochte keine Lebensmittel auf die Flächen legen, also hat sie überall Müllsäcke drunter gelegt. Dann ging es zum Duschen. Geil wie man sich über eine warme Dusche freuen kann. Der Campingplatz war schon eher alt und abgenutzt. Aber soweit ist alles sauber. Und es gab sogar einen Pool. Nach dem Duschen haben wir Gemüse für Chinanudeln gechnibbelt.
Den haben wir wegen dem Wetter natürlich nicht genutzt.
Der Tag ging dann schnell um. Essen, abwaschen, bettfertig machen. Ich wollte dann noch malen und Dörte ins Bett. Beim Vorhänge zu ziehen, hat sie eine mega Fette spinne hinter den Gardinen gesehen. Ich habe nur gehört wie sie schrie und gesehen, wie sie zurück gesprungen ist und dabei, gegens Bett und von Bett hinter eine Wand gefallen ist. Irgendwie hat sie es sogar noch geschafft mir vor Panik in den Arm zu kneifen. Ich kenne Dörte, darum war mit direkt klar daß es sich höchstwahrscheinlich um eine Spinne handeln musste. Als ich sie sah dachte ich mir, das ich sie schlecht rausbringen kann, da sie von hinten an den Vorgängen saß und wenn sie mir entwischt wäre, hätte ich im strömenden regen doch noch das Zelt aufbauen können. Also hab ich das Kästchen, wo der Gas Kocher Aufsatz drin war, genommen und an die Gardine geklemmt. Über die Spinne. Die saß heute Nacht also in Schutzhaft. Schutz für Dörte.

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