21.08.2025 – Tag 93

Heute bin ich aufgestanden und hab erstmal das außenzelt abgebaut und zum trocknen über Tisch gehängt da es sehr bewölkt war, habe ich es vorher noch mit einem Lappen trocken gemacht. Danach habe ich erstmal alle möglichen Sachen zum Unterstand gebracht und mir einen Kaffee gemacht. Die Sachen die ich gestern noch mit in der Dusche hatte und die ich zum trocknen aufgehängt hatte, waren immer noch klitschnass. Um meine kurze Hose schneller zu trocknen, habe ich sie also einfach nass angezogen.
Da es heute in die Vogesen geht und meine Schaltung gestern am Ende der Etappe schon ein bisschen rumgezickt hat, war der nächste Punkt, die Schaltung einzustellen. Schließlich wollte ich auch gern alle Gänge nutzen die ich habe. Der Anschlag für den größten Gang war scheinbar irgendwie verstellt, wodurch der schwerste Gang nicht reinging. Also musste ich an der Justierschraube drehen bis das wieder passt. Dann die Zugspannung noch ein bisschen nachgestellt und natürlich erstmal an der falschen Schraube gedreht. Also alles nochmal Feineinstellen. Danach passte alles und ich hab ne Proberunde gedreht. Da die anderen Biker auch entspannt machten und noch da waren fuhr ich meine Proberunde zu den und hab mich erstmal mit den unterhalten. Sie waren wohl in die gleiche Richtung unterwegs wie ich, aber wollten zu einem Bergsee. Auch geil. Ich hatte mir gestern noch einen Aussichtspunkt ausgesucht, wo eine Grotte ist. Naja. Ich bin also zurück und habe langsam meinen Kram zusammengepackt. Dann ging’s los. Als erstes hab ich einen intermarche angesteuert. Es ging erstmal wieder auf eine Landstraße, wo zum Glück nicht viel los war. Ich hab mich dann aber doch gewundert als ich plötzlich eine Fahrradklingel hörte. Die beiden vom Campingplatz waren noch beim Bäcker und hatten mich wohl eingeholt. Bei den war auch der erste Stopp der Supermarkt. Wir sind also zusammen gefahren und haben uns erstmal eingedeckt. Weil es ja in die Berge ging, haben wir unsere Taschen so richtig vollgestopft. Ich hab noch ne Flasche Wasser dazu gekauft und einen Eistee und ne Sprite und ne kleine Flasche Rum, so das ich mit Getränken schon wieder bei gut 6kg war. Dazu kam dann natürlich noch essen und bonschi und Schokokekse. Bei den Temperaturen kann man das ja machen. Wir sind aufm weg zu unseren zielen noch ein Stück zusammengefahren, bis ich irgendwann links abbiegen musste und die beiden nach rechts. Wir haben uns noch kurz verabschiedet und dann ging’s wieder allein weiter. Erstmal eine Straße hoch, wo gerade Rasenmäh arbeiten mit einem Trecker und einem großen Rasenmäharm gemacht wurden. Ich bin Natürlich hinter den geblieben, weil mir bei der Steigung und mit meinen 5-8km/h ja auch nichts anderes übrig blieb. Der Trecker hatte ungefähr die gleiche Geschwindigkeit. Auf einer Kuppe konnte ich dann endlich vorbei. Die Straße schlängelte sich noch eine ganze Weile so Rum, bis ich irgendwann Rechts in eine kleine Straße musste, wo Autoverkehr verboten war. Asphalt war da aber trotzdem noch. Dann ging es in den Wald. Aber nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte. Schotter und ein bisschen Geröll. Dann wurde es steiler und kurviger und dann noch steiler. Bis irgendwann mein Vorderrad, trotz Gewicht auf dem Front Gepäckträger anfing hoch zu gehen. Da musste ich dann absteigen und schieben. Schieben ist das schlimmste was es gibt. Mit dem Gewicht und dann dieses einseitige drücken, während ich mit meinen Latschen auf dem losen Boden rumrutschte. Zum Glück war es nicht weit, bis es wieder ein bisschen weniger Steigung war. Da bin ich dann wieder aufgestiegen und weiter gefahren. Irgendwann kam ein rotes Schild auf dem etwas auf französisch stand. Ich denke sowas wie achtung Klippe, passt auf eure Kinder auf. Es gab auch ein Häuschen und Bänke und einen mega schönen Ausblick. Ich hielt erstmal an, stellte das Fahrrad ab und ging vorsichtig an die Klippe. Dort ging es bestimmt gut 20m steil nach unten. Von der Grotte, die mir versprochen wurde, war aber weit und breit nix zu sehen. Ich schaute auf Maps und auf meinem Navi und beide sagten das ich genau an den Koordinaten bin, wo die Grotte ist. Komisch. Ich lief also ein bisschen Rum und erkundete die Gegend. Es stellte sich raus das ich tatsächlich genau an den richtigen Koordinaten war. Nur ca. 20m höher. Die Grotte war genau unter mir. Da ich zur Grotte aber ein bisschen klettern musste und mein Fahrrad da nicht mitnehmen konnte und außerdem die Aussicht nicht so gut war und es auch unspektakulärer war als ich dachte, ging ich wieder auf die höher gelegene Ebene und entschied mich dort zu bleiben. Ich baute meine hängematte direkt am Abgrund auf, legte mich erstmal rein und genoss die Aussicht. Ich hörte kein Auto, keine Mensch und ich sah auch außer Wald und Hügeln nichts was auf Menschen deutete. Außer ein Sendemast ganz weit weg am Horizont. Ich habe mir dann erstmal den Rum geholt und dann in der hängematte ein bisschen die Augen zu gemacht. Nachdem ich fast eingeschlafen bin, hab ich dann noch essen gemacht und mich danach wieder in die hängematte gelegt. Gechillt, gemalt, mit Jacky und Dörte geschrieben. Bis es mir zu kalt wurde. Außerdem war die Sonne schon langsam am Untergehen. Also musste ich ja noch ein Platz für mein Zelt suchen. Zuerst hatte ich einen neben der Hütte gefunden, aber ich wollte gern dicht an der Klippe liegen um das Panorama auch aus dem Zelt ansehen zu können und außerdem geht morgen die Sonne über den Bergen gegenüber auf. Meine Isomatte aufblasen und den schlafkram vorbereiten
Habe ich natürlich wieder in der kompletten Dunkelheit mit Kopflampe gemacht, weil ich ja auch noch meinen Kram ordentlich verräumen wollte und die Taschen und den Müllbeutel habe ich lieber hoch angehängt, weil ich nicht wollte das Nagetiere da Ran gehen. Wenn ich schon Wildcampen, soll es nicht aussehen wie auf einem Schlachtfeld falls jemand kommt.

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