31.10.2025 – Tag 161

Heute konnte ich wieder richtig Ausgeschlafen, was aber nicht sehr lange war. Ich war gegen kurz vor 8 schon ausgeschlafen und habe mich fit gefühlt. Hab ja auch gestern früh geschlafen. Heute ist ein echt schöner entspannter Tag. Das einzige was mich heute antreibt ist meine Lust Valencia zu entdecken. Keine Termine und kein Stress. Ich war früher wach als gewohnt und der kleine Kiosk auf dem Campingplatz machte erst um 9 auf. Eigentlich hatte ich vor mir da was leckeres zum Frühstück zu holen. Ich hab also erstmal gechillt und Sachen für Valencia gepackt. Dieses mal habe ich nur zur Sicherheit auch meine Badehose eingepackt. Schließlich komme ich ja am Strand vorbei. Ich habe dann um 9 eine zweite Nacht gebucht und bin mit dem Fahrrad nach Valencia gefahren. Heute mit Licht fiel mir auf das es einen richtig guten Fahrradweg in die Stadt gab und auch in der Stadt gab es quasi keine Straße, ohne separaten Fahrradweg. Es gab meistens sogar einen zweispurigen Radweg der separat zur Straße geführt war, so das man kaum Berührungspunkte mit Autos hatte. Die Stadt war wunderschön und sogar ohne zwielichtigen Außenbezirk. Als erstes ging es entlang an einem lang gezogenen Park mit viel Wasser und futuristischen Gebäuden. Nicht diese hässlichen „modernen“ Dinger, sondern welche mit geschwungenen Fassaden und schönen Formen, als wenn man versucht Architektur mit abstrakter Kunst zu mischen. Danach ging es uber Fahrradstraßen in den Stadtkern. Hier sah jedes Gebäude anders aus. Alte verschnörkelte Fassaden, alle in unterschiedlichen Farben. Die ganze innen-Stadt beschränkte sich nicht auf eine Touristenmeile, wo alles stressig ist, wie in anderen Städten, sondern die ganze Stadt war schön. An jeder Ecke gab es was zu sehen und ich kam aus dem Fotografieren gar nicht mehr raus. Im Gegensatz zu Barcelona, wo ich mich gestresst, unwohl und nicht sicher gefühlt habe, war es hier genau das Gegenteil. Ich fühlte mich pudelwohl, hatte nicht einmal das Gefühl das irgendwelche Taschendiebe oder Trickbetrüger an meinen Kram wollen und alles war entspannt und ruhig, obwohl es eine große Stadt war. Die Leute wirkten entspannt und es war einfach nur ein schönes Gefühl hier durch die Straßen zu fahren. Als erstes habe ich einen comicladen angesteuert. Ich wollte gern ein neues Comic haben. Dieses mal auf spanisch und nicht auf Katalanisch. Es gab sooooo viele Comics. Aber ich hatte ja Recht enge Vorgaben. Darum fielen die meisten schon mal weg. Ich wollte etwas was schön gezeichnet ist, wodurch viele grafic novels wegfiele, weil die den schwerpunkt ehr auf Gesellschaftliche oder politische Themen legen und die Zeichnungen oft einfach gehalten sind. Dann wollte ich auf keinen Fall einen Manga, weil ich die nicht mag. Die sind mir zu überzogen und zu kindlich gezeichnet. Außerdem wollte ich ein Buch in kleinem Format und mit softcover, weil es in die Fahrradtasche passen soll. Dadurch fielen viele schöne kunstvolle Comics Weg, weil die oft Hardcover und in A4 Format oder größer sind. Nach langem suchen habe ich eins gefunden. Das heißt Bones und ist ganz hübsch gemacht. Als ich aus dem Comic laden wieder raus war, ging es zu einem Comic Café. Da gab’s aber keine Comics, sondern das hieß einfach so. Die Karte und die Wände waren mir Sprechblasen. Ich saß da eine ganze Weile und beobachtete die Leute. Alles wirkte so bunt und entspannt. An einem Haus wehte eine Regenbogenflagge und man hörte leise Musik. Leute saßen an Tischen an der Straße, tranken Bier und unterhielten sich. Ein Mann lief Rum und wollte Leute Bücher verkaufen und genoss es sichtlich, sich mit den Leuten zu unterhalten. Er wurde nicht weggeschickt, wie man es sonst oft kennt, sondern die Besitzer von den Cafés kannten ihn scheinbar sogar und schmerzten mit ihm rum. Ich fühlte mich einfach pudelwohl.
Gegen 13:00 fuhr ich dann weiter um Frühstück einzukaufen. Danach fuhr ich in den schönen großen Park um ein bisschen zu malen. Im Park gab es Palmen und auch Bäume mit Zitrusfrüchten. Ich pflückte mir eine ab, weil ich dachte das es eine Limette ist. Es stellte sich raus das es eine unreife Clementine war. Leider waren auch hier wieder mega viele fliegen die mich nervten und die mir das malen schwer machten. Ich zog an eine andere Stelle um, wo es besser war. Ich verbrachte die Zeit bis es dunkel war mit chillen im Park und rumfahren in der Stadt. Ich habe nicht eine hässliche Ecke entdeckt. Valencia ist eine der schönsten Städte die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Am Meer setzte ich mich dann hin um Flugtickets zu buchen. Ich wollte Jacky damit überraschen über Weihnachten bei ihr zu sein. Das kann ich jetzt hier öffentlich im Blog schreiben, weil ich es zu dem Zeitpunkt, an dem ich das hier schreibe, schon verraten habe, dass ich komme, weil sie so traurig war, das wir uns so lang nicht sehen. Naja, beim suchen der Flugverbindung am Meer, ging ein extremer Mückenangriff los. Es war Dämmerung und ich sah teilweise 4 Mücken gleichzeitig auf meinem Arm sitzen, also brach ich ab und fuhr zum Campingplatz.
Franziska war schon da und hatte ähnliche Mückenerfahrungen gemacht. Ich habe mich also im Zelt verkrochen um den Mücken aus dem Weg zu gehen und um die Flüge zu buchen. Das hat eeeewig gedauert und am Ende musste Dörte mir helfen und es am PC machen, weil es über Handy scheinbar unmöglich war. Nebenbei hatte ich schonmal einen Lagerraum anbieter in Portugal angeschrieben, wo ich mein Fahrrad lassen wollte und es gibt wohl eine recht günstige Lösung. Nachdem das mit den Flügen geklärt war habe ich versucht zu schlafen, aber der Straßenlärm machte es mir nicht einfach. Ich musste also wieder mit Ohropax schlafen.

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