11.10.2025 – Tag 141
Heute bin ich wieder etwas beruhigter aufgewacht. Die Speichen scheinen zu funktionieren und es kann weiter gehen. Ich hab mir also erstmal einen Kaffee gemacht und dabei festgestellt, das ich wieder meinen Reifen flicken muss. Langsam nervt es extrem. Beim flicken und abbauen, habe ich schräg von meinem Platz eine Hängematte und einen dicken Wanderrucksack gesehen. Spannend. Da dachte ich mir ich geh Mal rüber um Mal mit dem zu schnacken wo’s hin geht. Das war gut und sehr interessant, weil Paul (übrigens auch aus Norddeutschland) auch eine richtig spannende Reise macht. Er hat gerade das Studium fertig und hat sich 9 Monate Auszeit genommen. Hätte ich das mal auch gemacht, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls ist er per Anhalter unterwegs und ist damit schon echt weit gekommen. Innerhalb von ungefähr 2 wochen bis hier, wenn ich das richtig erinnere. Das hat natürlich aber dafür ein bisschen den Nachteil, das man nicht ganz bestimmten kann wo es lang geht und aus dem Auto sieht man auch nicht so viel von der Natur. Allerdings hat man so auch immer mal ne Begleitung und was noch viel cooler ist, keine Platten reifen. Jedenfalls nicht die eigenen. Naja, er will auch nach Marokko und dort findet an einem bestimmten Datum eine Segelregatta statt. Die geht nach Südamerika und Paul will dort versuchen auf ein Schiff zu kommen. Mega spannend und ich werde es sicher ab und zu Mal bei insta verfolgen. Wir haben uns noch ein bisschen unterhalten und einen Granatapfel aus „meinem Garten“ gegessen. Dann sind wir gemeinsam zum Kanal spaziert, der direkt am Campingplatz war und er ist Richtung Stadt und ich musste genau in die andere Richtung. Da ging es gleich wieder richtig gut los und man merkt das die Velo 8 echt noch in der Entwicklung steckt. Es war Teilweise nur ein singletrail auf Sand. Der Kanal führte dann irgendwann wieder Richtung Meer und von da aus ging es wieder etwas Richtung Stadt. Es führte bis zu einem Bahnhof. Dann stand ich blöd da. Ich hatte nicht auf dem Schirm das auch die Tracks Natürlich noch in der Entwicklung stecken und so fehlte ein großes Stück (ca. 10km) von der Route einfach. Vom Bahnhof aus sah man auf dem Navi eine Luftlinie zum nächsten Punkt. Also hab ich den Punkt in mein Navi eingegeben und bin nach Navi da hin gefahren. Die Strecke war cool und surreal. Es wirkte wie eine Wüste. Alles nur Sand und so komisches Gestrüpp. Wenn ich nicht wüsste das dahinter das Meer ist, hätte ich echt gedacht das ich in einer Wüste war. Es lagen sogar verlassene Sachen Rum. Bei dem einen bin ich mir nicht ganz sicher, ob es sogar ein Stück einer Flugzeugtragfläche war.
Und weit und breit kein mensch. Das Geröll auf dem Weg war Teilweise so groß, das man nicht drumrum fahren konnte also bin ich einfach langsam drüber gefahren. Als die Gegend wieder ein bisschen grüner wurde und ich um Gestrüpp rumfahren musste, kam mir ein anderer radreisender entgegen. Erst haben wir uns nur gegrüßt und sind aneinander vorbeigefahren, aber dann sind wir beide umgedreht und haben ein bisschen gequatscht. Auch ein echt cooler Typ, der allerdings auf dem Weg zurück nach Deutschland war, weil er einen Termin hat. Nach ein paar weiteren km kam ich dann auch wieder in die Zivilisation. Es war ganz schön heiß und ich hab mich ein bisschen über mich geärgert, das ich kein Wasser mehr eingepackt hatte. Ich hatte also nur 800ml. Nachdem ich die Wüste hinter mir gelassen hatte, kam ich in immer Touristischere Gegenden. Wahrscheinlich, weil es jetzt richtig an der Küste lang ging.
Ich habe dann den erstbesten Supermarkt angesteuert und erstmal Wasser und Essen gekauft, weil morgen Sonntag ist. Als ich raus kam, hörte ich zwei Leute auf Deutsch reden, die auch gerade ein bisschen Proviant kauften. Ich habe sie gefragt wo sie gerade unterkommen und sie haben gesagt das nicht Mal in 1km ein municipal Campingplatz ist, der noch auf hat. Den habe ich dann sofort angesteuert, weil es schon langsam spät wurde und nach einer langen Wartezeit an der Rezeption konnte ich auf meinen Platz. Das geile an dem Campingplatz war, das er Zugang zum Meer hatte. Ich habe also nichts ausgepackt, außer meine Badehose und bin sofort an den Strand und ins Wasser gesprungen. Fad Wasser war wirklich warm und es gab gerade schön Wellen wo ich wie ein kleines Kind rumgerobt habe. Als es dann langsam dunkel wurde hab ich mein Zelt aufgebaut und hab mir noch Nudeln gekocht. Danach war nur noch duschen und ins Bettchen angesagt, wo ich dann ein bisschen Blog geschrieben und dann früh geschlafen habe.

