31.07.2025 – Tag 72

Ich hab morgens meinen Kram gepackt und vorm losfahren sogar noch geschafft mir ein Müsli zu machen. Das ich heute nicht noch Mal Gouda ansehen möchte war mir irgendwie gestern Abend schon klar. Aber ich habe mich sehr auf Rotterdam gefreut. Ich hatte die Hoffnung das es nochmal so eine schöne Stadt wie Amsterdam wird, nur ein bisschen anders. Wie man sich sowas immer vorher schon vorstellt. Es ging also frisch gestärkt nach Rotterdam. Das waren ja nur ca. 20km. Ich finde die Navigation ehrlich gesagt manchmal ein bisschen anstrengend. Das Navi war schon aufs Ziel eingestellt und wollte mich den direkten Weg Routen. Ich wollte ja aber unbedingt über Rotterdam. Da ich aber nicht wusste wo ich da genau hin will, hab ich mitm Handy nachgeholfen. Headset drauf und dem Google Navi lauschen. Das ist nicht immer ganz einfach, weil die Anweisungen ohne Bild manchmal nicht immer ganz klar sind. Aber oft fährt man dann auch interessante Umwege. In diesen Gefilden kann es aber auch dazu führen, das man extrem lange Umwege in Kauf nehmen muss, weil alles durchzogen von diesen Flüssen ist und die inzwischen teilweise so groß sind, das nicht alle 2km eine Brücke steht. Also musste ich immer wieder das Handy rausholen und schauen ob ich noch richtig bin. Dabei stellte sich heraus, das ich scheinbar einen sehr eigenen Teil von Rotterdam erwischt hatte. Ich will es jetzt gar nicht Werten. Ich mag auch manchmal dieses leicht mulmige Gefühl, wenn man durch so Randgebiete kommt, die mit verwahrlosten Wohnhäusern, oder Hochhäusern zugepflastert sind. Es war nur absolut das Gegenteil von Amsterdam und damit auch von dem was ich mir vorgestellt hatte. Einzelhäuser gab es nur ganz ab und zu mal. Alles andere waren Hochhäuser dicht nebeneinander und Plattenbau. Ich habe dieses Mal extra mal ein paar Fotos gemacht. Ich glaub teilweise grenzt diese Bauweise, oder ist sogar schon, an den Stil Brutalismus. Das Wort habe ich mir nicht ausgedacht. Den Stil gibt es wirklich und irgendwie finde ich es hat schon was spezielles, was mich irgendwie neugierig macht. Nachdem ich endlich den Supermarkt gefunden hatte zu dem ich hin navigiert habe, stellte sich raus, dass er in so einer Passage ist. Ich stand auf einem Platz, der wie eine Lichtung wirkte, weil um mich rum alles nur Hochhäuser waren. Und kaum ein Mensch zu sehen. Ich hatte schon bedenken mein bepacktes Fahrrad da allein stehen zu lassen. Auf der anderen Seite gibt’s hier auch eine Menge potenzieller zeugen, falls was passiert. Mir blieb natürlich die Möglichkeit zu einem anderen Supermarkt zu fahren, aber ich hatte inzwischen keine Lust mehr in dieser Stadt rumzugurken. Ich kaufte also meinen Kram ein, und aß erstmal frühstück auf meiner Lichtung. Von da aus ging es dann auf direktem Weg zum Campingplatz. So direkt war der Weg allerdings auch nicht, weil ich ja immer noch um diese Flüsse und über irgendwelche Brücken musste. Ob mein Navi das richtig macht, war ich mir auch nicht sicher, weil ich sonst immer Fährvermeidung aus habe, also habe ich immer mit meinem Handy Navi abgeglichen und geschaut ob das alles so hinkommt. Ein paar mal bin ich dann lieber doch Google gefolgt, statt meinem Abenteuer Navi. Das hat ja nicht selten mal ne Überraschung für mich und auf Überraschungen hatte ich heute keinen Bock. Zumal es heute ein paar mal schon Wolkenbruchartig geregnet hat und ich schon ein paar mal richtig nass wurde. Ich hoffte nur das ich in einem trockenen Moment ankomme und die Wiese noch nicht unter Wasser steht. Erst musste ich über einen großen Fluss in Rotterdam, die nieuwe maas und dann außerhalb über noch zwei. Oude maas und Hollands Diep. Ich hatte am Vorabend schon Mal grob geschaut. Ich musste wohl min. Zwei Mal Fähre fahren. Echt cool. Irgendwie freute ich mich darauf. Das heißt das die Landschaft sich vielleicht ändert und vielleicht kommt man aus diesem Moor und fleete Bereich langsam Mal raus. An der Fähre in Rotterdam habe ich mit einer älteren Frau gesprochen, die auch mit der Fähre rüber musste.
Sie war ganz betroffen irgendwie, als ich ihr meine Route und wo ich her kam und wo ich hin will beschrieb. Sie sagte richtig ein bisschen traurig zu mir, das ich die schönen Ecken überhaupt nicht gesehen habe. Sie meinte aber auch das man die entweder kennen, oder suchen muss. Dazu hatte ich jetzt aber keine Lust mehr und außerdem war es die ganze Zeit am regnen. Tat mir aber irgendwie trotzdem ein bisschen leid. Obwohl ich das ja verpasst habe. Auf der anderen Seite ging dann der Kampf mit Navi und Handy weiter, der ja auch nicht einfacher wurde durch den Regen. Aber langsam wurde auch das Wetter ein bisschen besser. Ich ließ also Rotterdam hinter mir und fuhr auf den großen Fluss zu. Die Strecke war ein bisschen eintönig und es ging eigentlich die ganze Zeit nur am Wasser lang. Recht Wasser, links Wasser, vor mir Wasser. Als nächstes kam ich noch über eine große Brücke. Und nach weiterem fahren an fleeten kam ich zur großen Fähre. Die kleine kostete ca. 1,50€ und die jetzt sollte 4,50€ Kosten. Zum Glück wurde das direkt auf der Fähre eingesammelt, so das ich mich nicht noch mit irgendeinem Ticketsystem auseinander setzen musste. Ich war auch ein bisschen durch und wollte ankommen. Nachdem ich mit der großen Fähre ankam, war es nicht mehr weit und der Rasen war sogar noch Recht trocken. Der Regen hatte auch gerade kurz aufgehört, also schnell Zelt aufbauen. Dieses Mal habe ich mein tarp im Zelt ausgebreitet, damit meine Isomatte nicht auf Schimmel liegen muss. Ich muss mich unbedingt um ein neues Zelt+Bodenlane kümmern. So fühlt sich das alles scheiße an. Aber für die überbrückung geht’s so zumindest erstmal. Ich hoffe das mein tarp jetzt nicht auch noch infiziert wird. Zumal die Aussichten für die kommenden Tage auch wieder sehr nass aussehen.
Als nächstes bin ich dann in die Küche gegangen und habe mich da ausgebreitet und erstmal Abendbrot gemacht. Also wenn man das so nennen will. 2 Brötchen mit Schokocreme. Danach duschen und zum Zelt. Auf dem Weg wurde ich noch von einem sehr lieben Pärchen abgefangen. Die hatten noch Reisgericht mit Hähnchen und Früchten. Die waren sehr interessiert an meiner Reise. Das waren gebürtige Amsterdamer, oder zumindest aus einen Nachbardorf. Nachdem ich gegessen habe, hab ich auch nicht mehr viel gemacht. Und bin bald ins Zelt gegangen.

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