(09.06.2025 – Tag 28)

Nachdem wir aufgestanden sind war es trocken aber extrem windig. Wir haben zusammengepackt und waren mega glücklich, das es nicht regnet, aber dafür sind wir fast weggeweht. Gut das wir die Zelte am Abend noch umgestellt hatten, sonst wären wir mitten im Sturm aufgewacht. Dort wo wir „Windstill“ standen sind wir auch schon genug durchgepustet worden. Wir haben morgens erstmal ein lustiges Reel für insta aufgenommen und sind dann losgefahren. Es war starker Sturm für den ganzen Tag angesagt. Zum Glück sind wir auch oft durch Wälder und zwischen felsigen Hügeln durchgefahren, wo es nicht so schlimm war. Trotzdem haben wir Wind von allen Richtungen abbekommen. Lustig war das wir ab und zu exakt in Windrichtung gefahren sind und es sich dann kurz anfühlte, als wenn es Windstill ist.
An einer langen Landstraße habe ich dann eine Frau entdeckt, die scheinbar Probleme mit ihrem Fahrrad hatte. Ihre ganzen Tüten, die sie dabei hatte, hatten sich inzwischen im Wind über das angrenzende Feld verteilt. Nachdem ich anhielt und fragte ob ich helfen kann, sagte sie das sich ihre Hose in der Kette ihres Fahrrades verfangen hat. Da es so ein hollandrad mit rücktrittbremse war, kam sie nicht mehr raus. Ich wollte den Kettenschutz anschrauben, aber sie sagte das ich auch das hosenbein aufschneiden könnte. Das war natürlich die schnellere Variante. Ich glaube es war ihr sehr unangenehm und darum wollte sie nur befreit werden. Das habe ich gemacht und noch ein bisschen von ihrem Kram eingesammelt. Danach sind wir weiter gefahren.
Es war den ganzen Tag leicht bewölkt, aber trocken.
Zum Ende unserer Etappe, wurde es nochmal richtig Bergig. Dörte hat streckenweise schon geschoben und dann sind wir einen kleinen weg zum shelter reingefahren. Plötzlich wollte komoot uns über ein Privatgelände mit Zaun und Kameras schicken. Da haben wir dann umgeplant und ich habe mal die Koordinaten in mein Navi eingegeben. Wir mussten einen immer kleiner werdenen Weg entlang, wo dann noch eine Birke umgekippt über dem Weg lag. Also Taschen ab und drüber heben. Bei allen drei Fahrrädern. Danach wurde es auch nicht besser und ich würde den Weg als anspruchsvollen Wanderweg beschreiben. Man musste über große Felsen und verblockte Wege. Am Ende wurde es so steil das wir die Taschen abbauen und Taschen und Räder separat hoch schieben/tragen müssten.

Der ganze Stress wurde aber mit einem schönen sonnigen Abend und einem der schönsten Lagerplätze die ich bisher gesehen habe belohnt. An einem See, der komplett mit Seerosen voll war, in einem Naturschutzgebiet gelegen. Zwischen Felsen haben wir unsere Zelte dann aufgebaut und uns essen gemacht.

Dann kamen noch 2 Bikepacker aus Hannover mit den wir uns eine ganze Zeit unterhalten haben. Die haben ein bisschen entfernt auch ihr Zelt aufgebaut. Nach dem aufbauen haben wir auf einem Schild in Schwedisch gelesen, das man in Naturschutzgebieten nicht Zelten darf. Es hatte aber niemand mehr die Energie für einen Ausweichplan, also blieben wir einfach hier. Abends bin ich noch ein bisschen klettern gegangen und bin über die angrenzenden Felsen auf eine Hochebene gekommen, wo ich auch Elchkot gefunden habe und Wildschwein spuren gesehen habe. Die gegend wirkte total surreal. Kein anzeichen von Menschen, alles unberührt und verwildert. Es gab nicht Mal Trampelpfade oder so. Nachdem ich um den halben See Rum war, habe ich mich entschieden umzudrehen, weil es so unwegsam war und ich teilweise den Boden unter den Pflanzen nicht Mal sehen konnte. Das war ein tolles Gefühl das die Natur zu erkunden. Nach einer ganzen Weile habe ich es dann zurück zum shelter geschafft. Ich habe noch ein bisschen gemalt und wir sind dann ins Zelt gegangen mit dem Plan um 6 aufzustehen und früh abzubauen, da eine große Regenfront auf uns zu kommen soll. Abends haben wir dann sogar noch ganz nah Elche schreien gehört. Ich hatte kurz überlegt auf den Berg zu klettern und zu schauen ob ich welche sehe. Hell genug war es locker, aber ich wollte sie dann doch lieber in Frieden lassen. Ich war eh viel zu müde.

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