07.10.2025 – Tag 137

Heute morgen bin ich Recht fit aufgewacht. Das gab’s auch schon lang nicht mehr, aber ich habe ja auch früh geschlafen und bis auf ein bisschen Geräusche von den nutriern, die wohl auf meiner Uferseite irgendwelche Stöcke gesammelt haben war es ruhig. Und überhaupt nicht windig.
Die Fahrt ging weiter auf der via Rhona. Zumindest solange ich rausgefunden habe wo sie verläuft. Zu Anfang ging es noch. Da war gab es oft auch nur eine gute ausgebaute Fahrradstraße am Meer. Da war es ja offensichtlich. Später wurde es schwieriger. Ich kam jedenfalls nach Montpellier rein. Das schönste war, das die Straßen hier und auch schon den Tag über vermehrt wilde Palmen rumstanden und in der Stadt alles mit Palmen begrünt war. Die standen überall. Ich freue mich jedes Mal total über Palmen, weil die eine Zeichen sind das es hier warmes Klima ist und weil ich sie leiden mag und sie mich an warme Urlaube erinnern. Naja. Ich holte mir erstmal was zu futtern bei Lidl. Dann habe ich mich erstmal auf eine Bank gesetzt und entspannt mein Baguette gegessen. Ein Wanderer kam vorbei und grüßte mich nett. Dann nahm er plötzlich seine Brille runter und musterte mich länger. Irgendwie kam er mir bekannt vor, aber ich glaube das war Einbildung, weil ich ihm scheinbar auch bekannt vor kam. Er dachte ich wäre ein Freund den er vor langer Zeit irgendwo verloren hatte. Schon irgendwie traurig das er jetzt doch nicht seinen alten Freund wieder gefunden hatte. Er ging dann weiter und ich aß auf. Dann ging es ein bisschen durch die Stadt. Das war so krass chaotisch mit dieser via Rhona, das ich glaub ich allein durch suchen, hin und her fahren und Internetrecherche bestimmt 2h verloren hatte.
Die Radstraße war echt extrem schlecht beschildert. An Abzweigungen stand das Schild oft so und 45°, so das es quasi zwischen 2 Straßen zeigte. Und manchmal gab es abknickende Straßen, wo dann gar kein Schild stand, so das es oft eine Glückssache war, ob man auf der Fahrradstraße ist, oder nicht.
Außerdem führte es manchmal durch Parkanlagen wo man den Weg nicht erkannte, weil überall Tannennadeln lagen. War ja keine Saison mehr. Und es waren auch viele Straßen gesperrt oder zumindest mit Baufahrzeugen zu, das ich mir nicht sicher war ob es überhaupt ein Radweg gibt.
Ich habe mich aber dann trotzdem so durchgewühlt. Es ging durch Parks und 1000 verlassene Hotelanlagen am Strand. Lustig war, das ich mir an einer Stelle sogar sicher war das ich hier schon mal war. Als ich vor ein paar Jahren mit Jasmin (einer damaligen Freundin) spontan mitm VW Bus nach Spanien gefahren war, sind wir auch durch Montpellier gekommen. Dann haben wir auch an einer Hotelanlage Stopp gemacht um kurz zum Meer zu gehen. Genau da wo wir geparkt hatten, fuhr ich jetzt mitm Fahrrad vorbei. Dann ging es weiter und die Stadt wurde weniger dichgebaut mit Häusern. Es ging wieder am Strand endlang. Da es richtig warm war, überlebte ich mir, ob ich kurz ins Meer springen soll. Ich dachte mir aber, das ich jetzt auf Grund der gurkerei schon zu viel Zeit verloren hatte. In dem Moment hörte ich ein Klackern am Vorderrad. Ich hielt an um nachzusehen war es ist und etwas war am Profil meines Vorderreifens. Es sah aus wie ein Steinchen und als ich es abmachen wollte, zischte es. An dem „Steinchen“ war ein fetter Dorn dran. Ich hatte also wieder das Rad zu flicken. Das sah ich als Zeichen. Ich stellte das Rad mit dem Platten reifen am Fahrradständer ab und machte meinen Klamottensack vom Pizza Rack. Badehose und Handtuch raus und ab ins Meer. Das war geil, aber auch echt kalt. Ich denke ähnlich kalt wie der Pool in dem ich vor ein paar Tagen auf dem Campingplatz war. Vielleicht ein bisschen wärmer. Nachdem ich aus dem Wasser kam, ging es erstmal zum Fahrrad um den Vorderreifen zu flicken. Ich hatte inzwischen kein flickzeug mehr. Aber noch einen Ersatzschlauch. Ich muss also die nächste Zeit Mal was nachkaufen. Als nächstes hieß es dann wieder so gut es geht der Fahrradstraße folgen. Unterwegs haben ich randreisende mit einem Kinderanhänger gesehen und war mir nicht sicher ob ich sie kenne. Mit Dörte hatte ich ein pärchen mit 2 Kindern kennengelernt mit den wir eine ganze Weile geschnackt hatten, aber ich dachte mir „Ach was. Das ist zu unwahrscheinlich.“ Ich hatte sie dann auch schnell wieder hinter mir gelassen. Ich schaute zwischendurch dann schon mal nach einem Campingplatz und lustigerweise war da einer direkt an der Route. Es war ein wirklich schöner Campingplatz. Leider nahmen die nur Bargeld aber zum Glück war ganz in der Nähe ein Geldautomat. Ich wollte eh Mal neues Bargeld holen. Für solche Situationen. Am Abend saß ich dann vor meinem Zelt, habe den leckeren Muskateller vom Vorabend getrunken und gemalt.
Nach dem Duschen habe ich dann doch alte Bekannte wiedergetroffen. Sie waren es wirklich da an der Strecke. Leider hatten sie den Tag auch viel mit Platten reifen zu tun und die Kinder wollten ständig an irgendwelchen Spielplätzen anhalten. Sie kamen nach Schluss der Rezeption und hatten telefonisch noch einen Platz zugewiesen bekommen. Wir haben ein bisschen gequatscht. Dann bin ich ins Zelt gegangen.

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