26.09.2025 – Tag 126
Heute habe ich „ausgeschlafen“ bis 7. Dann konnte ich nicht mehr weiter schlafen. Dörte ist dann auch irgendwann aufgewacht. Wir hatten uns Baguettes vorbestellt und da das Wetter nicht so geil war, haben wir natürlich überlegt, wo wir die entspannt essen können. Ich hab dann gedacht das es gut wäre im Haus wo auch die Rezeption ist. Aber Dörte war etwas unsicher, weil sie meinte das die Tische und Stühle da sicher für die Bar sind. Es gab noch einen anderen Raum mit den Waschmaschinen, wo auch ein kleiner Tisch mit einem Stuhl drin war. Bevor wir da essen, würde ich ja ehr fragen ob das im Rezeptionshaus geht. Außerdem wollte Dörte auch das ich ihren Power-Bank abgebe. Dann hat sie mich aber doch noch damit überrascht, das sie ihren Mut zusammengenommen hat und schon die powerbank abgegeben hat und auch gleich wegen dem Frühstück gefragt hat. Für viele Menschen ist das vielleicht nichts großes aber für Dörte war das mega cool und das fand ich auch. Ich habe ja selber oft hemmungen nach Sachen zu fragen. Klingt oft komisch, ist aber so.
Wir haben dann natürlich dort Frühstück essen gedurft und haben die, für meinen Geschmack, etwas harten Baguettes mit unserem Aufschnitt gegessen. Danach ging es dann in die Stadt. Wir hatten wieder einige Sachen auf unserer Shopping Liste. Als erstes ging es zu einem großen kunstladen. Ich habe ja immer wieder so meine Probleme mit den Wasserfarben und wenn ich spezielle Effekte erzeugen will, klappen die einfachsten Anfängersachen nicht. Ich wäre beinahe bekloppt geworden die letzten Tage. Also beschloss ich mir einen ordentlichen Pinsel zu besorgen. Und zusätzlich wollte ich noch einen micron pen haben. Und vielleicht ein paar polychromos (Buntstifte) zum sketchen. Dann hatten wir auch noch ein paar Outdoor Läden auf der Liste, weil ich ja immernoch eine Zeltlampe suche. Außerdem brauche ich einen drybag fürs Zelt, weil Dörte ihren wieder mitnimmt und ich dieses mal das Zelt besser vor (unnötiger) Nässe schützen will. Außerdem wollte ich noch nach einem Wasser-Filter und ein bisschen Kleinkram schauen.
Das Wetter war leider den ganzen Tag mega grau, aber wenn ich eins auf meiner Reise bezüglich Wetter gelernt habe, ist es positiv zu denken. Es hat den ganzen Tag nicht geregnet obwohl durchgehend 80% Regenwahrscheinlichkeit angesagt war. Also keine Grund zum ärgern über den grauen Himmel, sondern freuen, das wir trocken geblieben sind. Wie auch immer, wir sind in die Stadt gefahren und die Fahrradwege Situation war wie ich es von französischen Städten kenne. Ein einziges Chaos. Ein Stück gut ausgebaut, dann apruppt Ende und man musste schauen wie/ob man wieder einen Radweg findet, manchmal wechselt man auf die Straße weil man keinen findet und plötzlich sieht man andere Radfahrer auf einem Radweg, oder man muss sich zwischen Autos durchschieben um irgendwo die Straße zu überqueren. Dazu schlängeln sich die Straßen so unübersichtlich wie es nur geht auf mehreren Etagen über Brücken, überführungen, durch Tunnel und und. Aber da wir den Weg von gestern ja schon kannten, wussten wir an einigen Stellen die Kniffe schon.
Und so einer tollen bunten Stadt wie Lyon nehme ich das auch nicht übel. Als wir am kunstladen ankamen hab ich mich mega gefreut. Ein richtiger kunstladen mit allem was man braucht. Bis auf sketchbooks und genau die Größe Fineliner die ich haben wollte. Aber es gab Farben, Pinsel, Blöcke, Stifte, Zubehör und alles was man sich wünscht. Das einzige Problem war jetzt, sich zu überlegen, wie ich einen Pinsel in meinem Fahrradgepäck transportieren kann, ohne das er sofort zerbricht, oder komplett ausgefranst wird. Ich habe mich am Ende für die Variante mit einem plasikröhrchen über den „Borsten“ und eine Federtasche entschieden. Es gab nur eine die gepasst hat. Die war mega hässlich. In Schweinchenrosa. Aber was soll’s. Dann Male ich die halt an.
Die polychromos habe ich auch bekommen einen in karminrot und einen hat Dörte ausgesucht. In türkis. Beim Pinsel habe ich am längsten gesucht, aber einen richtig coolen gefunden. Nach dem Stadtstress und dem kunstladen sind wir dann zur Beruhigung erstmal wieder in ein Café gegangen. Das war sehr klein und so mittel gemütlich. Der Cappuccino hat total süß geschmeckt und Dörte mochte ihn nicht so wirklich. Ansonsten war das aber echt ganz cool. Dann ging es in noch einen Kunstladen der in einer schönen Gegend gelegen war. Es gab viele kleine Gassen und lokale und wir waren kurz davor uns vor gemütlichkeit einen Longdrink zu holen. Haben es dann aber doch nicht gemacht.
Als nächstes ging es in einen Outdoor laden. Ein sehr kleiner. Die hatten leider keinen passenden drybag fürs Zelt und an Zeltlampen hatten die wieder nur welche mit Batterien und eine mit Akku von einer französischen Marke von der ich noch nie was gehört habe. Ich hatte mich dazu entschieden die zu kaufen, wenn ich keine andere bekomme. Vom kunstladen aus sind wir dann zu einem kleinen Express Supermarkt gefahren und haben uns was zu essen geholt, was wir dann am Kanal gegessen haben. Der ganze Tag war begleitet von grauen Wolken aber es war trotzdem wunderschön, in dieser tollen Stadt rumzufahren und die Gegend zu erkunden. Als es langsam kalt wurde sind wir dann zurück gefahren. Das heißt wieder 11km und einen langgezogenen Berg hoch. Ich hatte schon gar kein Bock daran zu denken den Weg morgen allein um 23:00 zu fahren wenn ich Dörte weggebracht habe. Ich fand ihn dann aber doch nicht so nervig wie erwartet. Als wir ankamen hat es dann leicht angefangen zu nieseln und wir haben das Tarp aufgebaut, weil wir Lust hatten noch ein bisschen gemeinsam draußen zu sitzen und unseren letzten Abend zu genießen.
Dörte hat dann noch ihre powerbank abgeholt und ein paar Überraschungen mitgebracht. Sie hat an der Rezeption eine leckere orangina geholt und ein paar Kekse. Am Ende hat sie noch einen Wein hinter dem Rücken rausgeholt.wir haben also gemütlich bei Wein aus den Edelstahlbechern gesessen und ein bisschen gequatscht. Dörte hat das erste Mal in ihrem analogen Tagebuch geschrieben, was ihr sonst immer unangenehm ist, wenn ich dabei war, weswegen sie es dann nie gemacht hat und ich habe mit den neuen pinseln gemalt und siehe da, es hat 1000 Mal besser funktioniert als mit den Wassertank pinseln. Als es dann zu dunkel wurde, haben wir uns ins Zelt verkrochen.

