25.09.2025 – Tag 125
Morgens war es sehr kalt ist dann aber etwas wärmer geworden. Die Überlegung war erst ein longsleeve anzuziehen und vielleicht darüber noch eine Fleece Jacke. Am Ende wurde ein Trikot mit Radjacke als Windbreaker und zum wärmen drüber. Dörte hatte keine Radjacke und hat deshalb longsleve und Fleece kombiniert. Es war wirklich kalt und man musste sehen das man nicht zu sehr schwitzt beim Fahren aber auch nicht friert. Das hat aber ganz gut geklappt. Trotzdem bin ich froh das es dann bald weiter Richtung Süden geht. Ich schaue ab und zu Mal nach dem Wetter in Montpellier, Barcelona oder wenn ich richtig gute Laune bekommen will in Sevilla. Egal. Wir sind wieder am Kanal und echt schöne Passagen gefahren. Es waren heute Mal richtig schöne Waldstrecken am Fluss dabei. Wir haben die Strecke fast ohne Pause durchgezogen. Erstens weil keiner von uns Bock hatte auszukühlen, was man sofort merkte wenn man anhielt und zweitens weil wir wieder ca. 55km zurücklegen mussten und schon Recht spät losgekommen sind. Die Strecke war aber super schön und wir hatten wieder echt Glück mit dem Wetter. Es war zwar durchgehend eine graue Wolkenwand über uns, aber es gab bis auf ein paar Tropfen keinen regen. Wir sagen jetzt immer „es gnitzelt“. Kleine Sachen sind immer irgendwas mit gnitzel. Das hat schon in Schweden angefangen mit den kleinen gnitzelmücken und jetzt hat es sich eingebürgert mit gnitzelregen. Naja. Nach einer ganzen Weile sind wir dann in städtische Bereiche gekommen. Es gab richtig coole lost places und verlassene Festungsanlagen. Hier und da mal ein alter verrostet Wasserturm oder verlassene Schiffe. Genau nach meinem Geschmack. Dann ging es los mit Graffitis an Brücken und genau wie die Möven bei der Seefahrt auf Land hindeuten, deuten auf dem Festland die komische E-Scooter Fahrer auf eine Großstadt hin. Dann kamen wir durch Gegenden wo eine kleine gemütliche Bar neben der anderen war. Teils auf Schiffen und schön mit Lampions geschmückt, teils an Land mit Liegestühlen und entspannter mucke. Dörte ist extra noch angehalten um sich die Gegend aufzuschreiben. Es war kurz vor fontains-sur-saone. Auf dieser Reise werden wir diese Gegend aber wohl leider nicht wider sehen. Wir waren noch eine ganze Ecke von unserem Campingplatz entfernt und mussten dafür noch quer durch Lyon. Und bei dem Wetter wird mich zumindest niemand mehr zurück Richtung Norden bekommen. Als wir dann nach Lyon reingekommen sind war ich mega begeistert. Es ist eine sehr bunte Stadt mit tollen Ecken. Am Fluss endlang kamen wir durch richtig schöne Gegenden mit tollen Bars und Cafés. Von unserer Strecke aus konnten wir sowohl hübsche Straßen auf unserer Höhe sehen, als auch hoch in die Berge schauen, die auch zur Stadt gehörten. Es gab wieder eine extreme Vielfalt an bunten Häusern und auch Hochhäusern in den Bergen. Außerdem gab es moderne Häuser und Veranstaltungsgebäude. Ich würde an viele Ecken an Hamburg-altona oder auch die Hafencity erinnert. Die Verkehrsführung war für Radfahrer wieder etwas chaotisch, aber ich weiß ja schon aus der Vergangenheit das die Franzosen das einfach nicht so können und übel nehmen kann ich es ihnen bei so einer schönen Stadt dieses mal auch wirklich nicht. Außerdem gab es auch oft schöne große gut gekennzeichnete Radwege die sogar durch einen Kantstein von den Autos getrennt waren. Nachdem wir durch die Stadt waren mussten wir dann noch am Ende einen steilen Berg etwa 2km lang hochfahren was Dörte wieder etwas wütend machte. Bei Bergetappen darf man sie nicht ansprechen. Dann kamen wir doch Recht früh am Campingplatz an. Der war echt schön und hatte eine tolle Campingwiese. Mit Bänken. Der Mensch von der Rezeption hat noch gefragt wo ich herkomme und hinwill und hat es mega gefeiert, das ich schon so weit gekommen bin. Für mich ist es irgendwie inzwischen nichts besonderes mehr. Ich bin nur Fahrrad gefahren und hatte eine mega gute Zeit mit Höhen und Tiefen die ich für kein Geld der Welt wieder hergeben würde. Und die zum Glück noch nicht zuende ist. Ich bin einfach nur mega dankbar für die vielen tollen Erfahrungen. Mit besonderer Leistung oder einem Erfolg hat das für mich nichts zu tun. Mit keinem kleinsten Gefühl wirkt es wie eine Herausforderung oder eine Challenge. Es ist ein wunderbarer Traum, der wahr wird. Nichts für das man einen Glückwunsch aussprechen muss. Aber es fühlt sich trotzdem toll an, das er es so feiert. Egal. Wir haben erstmal unser Zelt aufgebaut und sind dann noch Einkaufen gefahren. Wir wollten uns Nudeln kochen, aber haben dann den Asia laden am eingang des Einkaufscenters gesehen. Da sind wir leider nicht vorbeigekommen, aber Sören hat Dörte ja auch netterweise Geld überwiesen, Damir wir zum Abschied nochmal essen gehen können. Das war also ein Teil davon. Ganz großes danke Söri! Nach dem Essen sind wir noch in einen Elektroladen gegangen um nach einer Zeltlampe zu schauen. Es stellte sich raus das es wieder so ein Mischladen war. Zur Hälfte war er Bücherladen, mit Comics und Mangas und zur anderen Hälfte war es Elektroladen aber leider ohne Zeltlampe. Danach sind wir noch ein bisschen durch das Einkaufszentrum gelaufen und haben am Ende noch limos und Schoki gekauft, die wir dann entspannt auf dem Campingplatz gegessen haben. Danach sind wir dann pennen gegangen.

