12.11.2025 – Tag 173
Heute bin ich schon um 7:00 aufgestanden. Ich hatte mir sogar den Wecker gestellt weil ich wusste das so gegen 7:30 die Sonne auf geht. Den Wecker hatte ich aber nicht gebraucht, weil ich eh nicht viel geschlafen habe. Ich war viel zu aufgeregt und hatte irgendwie auf jedes Geräusch gehört. Sehr komisch. Eigentlich brauchte ich ja nicht viel angst haben. Was sollte schon passieren. Trotzdem bin ich irgendwie scheinbar zu deutsch und das war ja verboten. Ich denke ich muss mich wieder mehr dran gewöhnen. In Frankreich ging es ja auch. Ich bin jedenfalls raus aus dem Zelt, nachdem ich Isomatte und Schlafsacks eingepackt hatte und habe erstmal den Sonnenaufgang und Fotos von der wunderschönen Schlafstelle gemacht. Dann habe ich Corinna geschrieben und gefragt wie es bei ihr aussieht. Kurz bevor ich losfahren wollte, hatte ich noch ne Nachricht von ihr. Sie war gestern tatsächlich noch mit ihrem ganzen Gedöns die Klippen runtergeklettert um dichter am Wasser zu pennen. Jetzt versuchte sie scheinbar sich mit ihrem Fahrrad einen Pfad zum Strand durchzuschlagen. Ich stellte auf meinem Navi ihre Position von gestern ein und fuhr los. Sie meinte gestern noch das sie nicht zurück kommt weil sie sich den Berg nicht antuen wollte. Meinte aber das ich eine tolle Abfahrt vor mir habe. Kurz vorm einschlafen dachte ich noch über die Abfahrt nach und das ich auf Meereshöhe Zelte. Heute Zeigte sich was sie meinte. Ich musste erst noch über einen Bergpass…
Also Hochquälen und dann kam auch die tolle Abfahrt. An den Koordinaten, die sie mir schickte war aber kein Zelt zu sehen. Sie war ja auch inzwischen nicht mehr da. Ich fuhr runter zum Strand und sah einen pfad. Den fuhr ich dann an der Steilküste lang. Es war teilweiße genau am Abgrund und ich hab mir Mühe, nicht in die falsche Richtung zu kippen. Dann kamen Passagen wo ich schieben musste und dann sah ich sie. Sie hatte mit dem Weg genau so zu kämpfen wie ich und ich drehte um. Gemeinsam hieften wir ihr Fahrrad über Felsen und ich meins. Dabei ist mir dann auch noch mein Flipflop abgerissen und ich musste mit einem kaputten Flipflops den Weg zum Strand zurücklegen. Da gab’s dann erstmal entspannt Frühstück und ich Nähte meinen Flipflop um ihn erstmal weiter benutzen zu können, bis ich ein neues Paar finde. Nach unserem Frühstück fuhren wir erstmal zu einer kleinen Stadt. Auf dem Weg sahen wir die drei Jungs wieder, die wir schon vom weg kannten. Die hatten einfach direkt an der Straße wildgecampt. Jetzt gab es erstmal einen kaffee. Nachdem wir ausgetrunken hatten, rollten die drei Jungs auch am Café ein. Irgendwie ist es lustig das hier in Andalusien jetzt so viele Leute unterwegs waren. Und alle so ca. In die gleiche Richtung. Die drei Jungs, 2 Schweizer Mädels, Franziska, Corinna, dieses junge Pärchen, mit den wir neulich Pizza gegessen hatten und ich. Immer mal wieder traf man jemanden. Das war echt ganz cool. Vom Café bin ich dann erstmal wieder allein los gefahren. Ich hatte schon überlegt wie es jetzt weiter geht und das ich ja Alleinzeit wollte und da schlug Corinna vor das wir ja getrennt und jeder in seinem Tempo fahren kann. Perfekt. Ich habe dann Musik gehört und mit Jacky telefoniert. Die Strecke war heute etwas speziell. Es war eine wüstenartige Berglandschaft, in der es immer hoch und runter ging. Es war extreme sonnig und es gab überhaupt keinen Schatten. Am Anfang war es noch faszinierend, aber nach ein paar Stunden war es einfach nur noch eintönig und anstrengend. Zwischendurch kam mir sogar ein streunender Hund vors Fahrrad gelaufen. Er hatte aber mehr Angst als ich und rannte eine Zeit lang vor meinem Fahrrad weg, bis er merkte, das er mal von der Straße weglaufen konnte und ich fuhr weiter. Ich hatte schon bedenken daß er böse wird oder sich angegriffen fühlt. Im Nachhinein tut er mir leid. Es gab hier weit und breit kein Wasser, kaum vegetation und nur Berge. Ich fuhr weiter und weiter und irgendwann machte die Straße einen Schlenker und geradeaus war nur noch Schotterweg. Natürlich mit einem velo8 Schild, das auf den Schotter deutete. Ich checkte mal die Karte und fand raus das die Straße mit Asphalt auch wieder zur velo8 zurück führte. Also fuhr ich natürlich nicht die Schotterpiste. Ich wollte nur noch raus aus dieser kargen Landschaft. Dann gab es noch einen kurzen 10% Anstieg und danach ein 10% Gefälle und dann kam ich an einer Aussichtsplattform raus. Da gab es erstmal eine Limo, ein paar Nüsschen und ne Menge Wasser. Es war noch nicht sehr spät. Ca. 15:00, aber ich war total kaputt und hatte keinen Bock mehr weit zu fahren. Von der Plattform aus schaute ich an der Küste lang und sah nur Felsen. Keine gerade Fläche und schon gar nichts, wo man sich hinter verstecken könnte. Nur weite und Felsen. Nach einer Pause fuhr ich also weiter und es ging um ein paar Kurven. Dann kam eine Stichstraße, die scheinbar zu einem Dorf führte, was nur aus ein paar Häusern bestand und direkt an der Küste lag.
Ich überlegte auf dem Weg zur Stichstraße, ob es sich wohl lohnt da nach einem Spot zu schauen, aber ich sah von der Straße aus nichts, was sich lohnte mal genauer anzusehen. Als ich an der Straße ankam, sah ich einen zerzausten Typen mit teilweise normalen Haaren und teilweise Dreadlocks. Er hatte ein Fahrrad mit einem Anhänger dabei und als ich ihm erzählte das ich aus Deutschland komme, sagte er mir das wir dann auch deutsch sprechen können. Er kommt aus der Schweiz.
Er ist schon seit über 10 Jahren mit seinem Fahrrad unterwegs und jetzt fährt er gerade zu einem Handwerksmarkt wo er Holzsachen verkaufen will. Er schnitzt Holzlöffel, Schüsseln, Anhänger und Glücksbringer. Als ich ihn fragte wie die Gegend da unten aussieht und ob man da sein Zelt aufschlagen könnte, meinte er das er da schon die letzten 4 Nächte verbracht hat. An dem Lifeguard Häuschen, immer je nach Windrichtung Mal auf der einen, Mal auf der anderen seite. Ich bedankte mich und wünschte ihm viel Erfolg beim Markt und fuhr runter zum Häuschen. Von da aus sah ich, das man auch runter kann zu einem kleinen Strandstück, etwas tiefer gelegen und umgeben von Felsen. Als ich mein Fahrrad runterbrachte und hinstellte sah ich zwar das es hier an dem einen Rand etwas Vollgeschissen war, aber da musste man ja nicht stehen. Es war echt ein guter Spot. Nach hinten weiter an Land, standen noch Palmen und große Eukalyptus Bäume. Hier konnte man echt gut stehen. Corinna und ich hatten uns abgesprochen uns gegenseitig Bescheid zu sagen wenn jemand einen coolen Spot findet und so lud ich sie heute ein. Sie war etwa 1,5h hinter mir und freute sich, dass ich was gefunden hatte und bedankte sich für die Einladung. Sie wollte noch Wasser besorgen und dann zu mir kommen. Ich wusch mich in der Zeit schon mal mit Wasser, von dem ich noch ne Menge hatte. Dann ruhte ich mich erstmal aus. Als Corinna kam, suchte sie sich einen Spot aus und ich stellte mein Zelt ein bisschen daneben auf. Dann gab’s erstmal Abendbrot. Nudeln. Als ich fertig war und die Zelte standen wurde es auch schon wieder dunkel. Echt komisch schon um 19:00 im Zelt zu liegen und im besten Fall das Licht aus zu machen, damit man nicht so auffällt. Dazu war es so extrem heiß, das mit der Schweiß runter lief. Ich lag so bis 21:00 da und erst dann hatte ich das Gefühl das ich langsam schlafen kann. Ich glaube es hat dann trotzdem noch so bis 23:00 oder 0:00 gedauert bis ich dann geschlafen habe.

