02.08.2025 – Tag 74

Auch heute morgen war das Wetter nicht besser, aber ich hatte heute die letzte Holland-Etappe vor. Darum war noch ein Tag warten keine Option. Es regnete und regnete. Es gab nur zwischendurch Mal ganz kurze pausen. In so einer dieser kleinen Pausen habe ich dann mein Zelt abgebaut und ins Badezimmer gebracht. In der Hoffnung das es da noch ein bisschen trocknet. War natürlich nur sehr begrenzt so, da es ja Menschen gibt die morgens duschen, was die luftfeuchtigkeit nicht wirklich reduziert. Die anderen beiden waren auch noch kaputt und haben keine Anstalten gemacht, die Zelte abzubauen. Erstmal entspannt frühstücken und fertig machen. Irgendwie versuche ich die ganze Zeit nicht zu sehr vom Regen runter ziehen zu lassen. Aber das ist schon echt scheiße. Zum Glück haben diese kleinen Höfe meist einen Gemeinschaftsraum wo man zumindest sitzen und oft auch im warmen sitzen kann. Ich konnte mich also in Ruhe fertig machen und alles im trockenen packen und vorbereiten. Als ich fertig war habe ich mich noch von den anderen verabschiedet und bin wieder losgefahren. Ich finde diese kurzen Bekanntschaften irgendwie manchmal echt gern. Man tauscht sich aus, lernt sich kennen und dann macht jeder irgendwie sein Ding weiter. Das jemand in die gleiche Richtung gefahren ist und man mal eine gemeinsame Etappe machen kann, gab es bisher glaub ich erst ein mal in Österreich. Aber das ist auch ok. Vielleicht kommt das ja noch und ich habe auch das Gefühl, das die ganzen Fahrradfahrer langsam aus ihren Löchern kommen. Und die wochenendreisenden bleiben sicher lieber zu Hause. Wer tut sich das auch freiwillig an, extra wo hin zu fahren um dann 2 Tage Regen zu genießen. Naja. Zumindest bei der Fahrt blieb es auch mal trocken. Unterwegs wieder das gleiche Bild wie so oft. Kanäle und schöne kleine Städtchen. Ein paar mal bin ich angehalten um Fotos zu machen, aber die meiste Zeit wollte ich einfach nur Strecke machen und so schnell es geht in den Süden. Unterwegs ist mir noch aufgefallen das alles irgendwie anders wirkte. Autos mit belgischem Kennzeichen und die Fahrradwege erfüllten nicht die hohen holländischen Standards. Dann sagte mein Handy noch das ich jetzt den belgischen Handydienst nutze. Am Bahnhof Essen, habe ich dann erstmal geschaut und es war echt wie ich dachte. Ich war kurz in Antwerpen, weil ich durch einen Zipfel Belgien gefahren bin. Das lag daran, das ich vorher nochmal durch Breda wollte. Lustig. Ich war also im kreis Antwerpen, ohne es zu merken. Ich bin dann aber Recht schnell weiter gefahren. Weil ich ja ankommen wollte. Aber das Wetter hatte sich noch Mal zum guten gewendet und es sah auch nicht aus, als wenn es sich das nochmal anders überlegt. Kurz vorm Campingplatz kam ich noch bei einer Birnenplantage vorbei, wo ich mir natürlich noch ein paar zum probieren mitnehmen musste. Auf dem Campingplatz habe ich mich heute sogar getraut erst ne Pause zu machen und dann das Zelt aufbauen. Das Wetter schien ja ausnahmsweise Mal kurz auf meiner Seite zu sein. Normal ist das immer höchste Priorität, weil es ja ständig regnet und ich dann zusehen muss in einem trockenen Moment schnell aufzubauen. Abends war ich dann ganz schön kaputt und habe noch Ben angeschrieben. Den hatte ich ja damals in der Tschechei kennengelernt. War genau so ein kurzes treffen. Wie ich vorhin beschrieben habe. Er kam so spät mit seinem Motorrad an, das die Rezeption schon nicht mehr auf hatte und hat dann einfach so da gepennt. Ich wusste, dass er in Brüssel wohnt und er hatte gesagt ich soll mich melden, wenn ich auf der Ecke bin. Er hatte genau einen Tag Zeit, weil er dann in Urlaub fährt. Das war genau der Sonntag. Also änderte ich meinen Plan um, und verabredete mich mit ihm. Richtig cool das er auch so spontan Zeit hat. Das bedeutet aber auch das ich morgen 80km fahren muss und am besten noch rechtzeitig loskommen, weil er mir gern ein bisschen Brüssel zeigen wollte. Die nicht touristischen coolen Ecken und Bars und Orte, wo keine Touristengruppen durchgelotst werden. Ich wollte ihn auch unbedingt Wiedersehen, also auch wenn wir den Abend nur aufm Sofa sitzen. Ich hatte also einen neuen Plan und war motiviert den umzusetzen. Abends bin ich nochmal bei den Hühnern vom Hof vorbeigegangen und die dachten ich füttere sie.
Ziegen gab’s da auch, aber die waren uninteressiert und außerdem haben die eh gruselige Augen. Ich bin dann total kaputt ins Zelt und bin sofort eingeschlafen.

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