14.11.2025 – Tag 175

Die Nacht war richtig heftig. Ich bin mehrfach aufgewacht und hatte immer Probleme wieder einzuschlafen, weil es trotz Ohropax echt laut war. Wir waren in einem üblen Sturm. Windstärken bis zu 65km/h, wie ich später erfahren habe.
Es hat mit mehrfach die Heringe vom tarp rausgerissen und ich dachte das mit gleich einfach alles zerreißt, weil das Tarp wie ein großes Segel über mir wehte. Ich hatte es inzwischen an mehreren Bäumen festgemacht. Gegen 6 hab ich das Tarp dann einfach abgebaut weil es keinen Sinn mehr machte. Laut Regen-Radar sollte es auch den ganzen Tag nicht besser werden. Die Nacht kam mir unendlich lange vor und immer wieder musste ich in der Dunkelheit mit meiner kopflampe irgendwo rumbasteln. Irgendwie war es auch ganz schön gruselig so in der völligen Dunkelheit. Ich bin dann auch auf die Idee gekommen, das die Bullen am Abend vielleicht auch nicht nur Leute verscheuchen wollten, weil man hier nicht zelten darf, sondern weil sie um die Sicherheit besorgt waren. Nachdem ich die Wetterlage in Spanien gecheckt hatte, sah ich, das wir echt Glück hatten. Einmal, weil wir uns in einer Region aufhalten, die weitestgehend verschont blieb. In anderen Bereichen sind sogar Menschen gestorben im Unwetter. Andererseits, weil Corinna und ich zufällig hinter einer senke wahren, so das der Sturm hauptsächlich über uns hinweg gefegt war. Corinna hat glaub ich nicht Mal was mitbekommen vom Sturm.
Nachdem die Sonne aufgegangen war, und wir gepackt haben, ist Corinna schon losgefahren. Ich bin noch einen moment da geblieben dann auch Losgefahren. Der erste Teil der Tour war geprägt von Sturm und waagerechtem regen Regen natürlich von vorn und mitten in die Fresse. Nach ein paar Kilometern ist mir dann durch das gerüttel und geschüttel von der schönen Velo8 erstmal das ganze Gepäck abgefallen. Zelt, Schuhe und stuhl. Ich musste alles wieder einsammeln und der Sturm war so stark das mir dabei 2 mal das Fahrrad umgefallen ist. Dann ging es ca. 1000 hm hoch über 2 berge. Einer davon war sogar mal ein Vulkan. Die Strecke war die ganze Zeit Schotter. Zwischendurch sah ich noch ziegen am straßenrand. Die waren vom Berg gekommen um Wasser von der Straße zu schlabbern. Als ich über den 2. Berg war und auf eine Ortschaft zukam, bekam ich von Corinna Koordinaten von einem Platz wo sie gerade Frühstück ist. Ich dachte ein Café oder so, aber sie saß unter einem Dach bei einem Dorfplatz und kochte gerade Kaffee und machte Speck. Nach dem Frühstück, sind wir dann zusammen weiter die Velo8 gefahren. Sie führt und direkt zum Strand und da sollte man dann durch den tiefen Sand fahren, wo sogar ich stecken geblieben bin. Nachdem wir feststellen mussten, das die Strecke so scheiße bleibt, haben wir dann quer durch die Dünen geschoben um wieder zur Straße zu kommen. An der Straße sind wir dann bis zu einer Bäckerei gefahren, wo es dann Kaffee und leckeres Gebäck und einen frisch gepressten Orangensaft gab. Dann trennten sich unsere Wege wieder. Ich fuhr eine lange mühselige Strecke mit starkem gegenwind aber ohne Regen nach Almeria. Endlang am Strand und ich dachte ich bin in der Stadt, aber es gab nicht Mal Geschäfte die Gegend am Strand war hässlich und die Stadt war auch hässlich. Zuerst habe ich einen Bioladen für Corinna angesteuert, weil ich ihr gesagt hab das ich ihr Kaffee mitbringe. Leider haben die Spanier immer bis 17:00 mittagspause, so das nichts draus wurde. Als nächstes ging es zu einem Supermarkt um essen und Snacks zu kaufen, dann zu einem Kunstladen, weil mein Stift alle gegangen ist. Dafür habe ich jetzt 3 neue. Danach wollte ich eigentlich zu Decathlon, aber dafür war ich zu fertig. Es ging also zum Campingplatz. Dazu bin ich durch so etwas wie einen trockenen Kanal gefahren, der wie gewohnt mit Müll voll lag. Auf dem Campingplatz wollte ich mir Fleisch anbraten. Das hat leider nicht geklappt. Es gab Stichflammen und das Fett spritzte den ganzen Tisch voll. Als ich genervt den Rest verschenken wollte, vor mir ein netter Mensch aus Dresden an, die restlichen Stücke für mich zu grillen. Ich bekam also doch noch mein Abendbrot. Dabei war ich umgeben von schnorrenden Katzen. Außerdem gab es hier noch Schweine, Fasane und Katzen. Der Campingplatz war voll mit Orangen- und Clementinenbäumen, die mit Lichterketten geschmückt waren. Es war wie eine Oase in einer tristen dreckigen Stadt. Nach dem Essen und duschen habe ich sofort geschlafen.

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