08.10.2025 – Tag 138
Die Nacht war wieder so semigeil. Irgendwie war in kurzer Entfernung so eine art Disco. Die haben die ganze Zeit irgendwelche Schlagerscheiße gespielt. Zum Glück bin ich ja vorbereitet und hatte die ohropax direkt griffbereit. Das schlafen damit ich aber auch nicht optimal. Aber besser als gar nicht schlafen.
Als ich am Morgen aufgewacht bin, war ich etwas übermüdet und hatte einen leichten Kater. So ist das eben, wenn man eine Flasche Wein allein trinkt. Es gab also Frühstück und Kaffee und ging wieder auf die Bahn. Erstmal bin ich die Via Rhona zuende gefahren. Da ich schon mal geschaut hatte, hatte ich auch schon eine neue Veloroute im Blick. Es war die Mittelmeerroute. Die Eurovelo 8. Die führt durch Barcelona und wenn ich will bis nach Portugal. Diese Route war allerdings noch schlechter ausgeschildert als die via Rhona. Weil ich dieses Mal keinen Bock auf Stunden langes suchen hatte, habe ich mir direkt dir ganze Route als gpx Tracks aufs Navi gezogen. Das bedeutet ich kann mir das auf meinem Navi anzeigen lassen und einfach dort der Route folgen. So einfach gedacht, aber trotzdem komplizierter als erwartet. Es war nicht eine lange Route, sondern es waren Einzel Tracks. Ich hatte also ca. 60 Routen auf dem Navi. Von 1-60 durchnummeriert. Immer als Name die Anfangs und endstadt. Das hat mich ein bisschen überfordert. Ich habe zumindest rausgefunden das es von Portugal mit der 1 losging und irgendwo nördlich mit ner großen Nummer endet. Erstmal ging es wieder einen Küstenweg und ich habe mich so mit den Schildern an der Straße durchgeschlagen. Als ich dann in adge war, war ich maximal verwirrt. Zum Glück hatte Jacky irgendwann Feierabend und hat sich das ganze mit Route Converter (ein meg cooked open source programm was ich vor meiner Reise rausgesucht hatte) angesehen und konnte mir sagen, das ich auf der 48. Etappe unterwegs bin. Von da an wurde alles einfach. Den entsprechenden track farbig auf dem Navi anzeigen und los. Es ging durch eine schöne kleine Stadt und dann dem track nach. Die Campingplatz suche gestaltete sich trotzdem schwierig. Nichts hatte mehr offen.
Es ging weiter und irgendwann ging die sonne langsam unter. Weil ich im städtischen Bereich war, war mein plan irgendwo zu fragen ob ich mich hinstellen kann. Ich kam bei einem Stellplatz vorbei, der scheinbar noch offen war. Nur Wohnmobile und Schotter. Aber was solls. Ich bin erstmal hin und habe bei campern gefragt die da am Eingang zugang waren. Die sagten mir das es nicht geht aber das ein paar km weiter ein Campingplatz ist. Laut meiner Recherche war der schon in der Winterpause, aber was blieb mir übrig. ich fuhr also da hin und dachte mir das ich mich im schlimmsten Fall bei den vorm Tor hinstelle. Komischer Weise waren da fann aber die Tore offen. Als ich auf dem Platz rollte war auch in der Rezeption noch jemand. Ich konnte mir einen Platz aussuchen und habe mir einen ausgesucht wo Bäume günstig standen. Mein Plan war unter geschützten Bedingungen mein hängemattensetup zu testen. In einer Hängematte zu pennen ist wie auch in Deutschland eine Grauzone und gilt nicht als zelten. Es ist lediglich biwakieren. Das bedeutet wenn es funktioniert und ich damit klar komme, kann ich überall in der Hängematte pennen, ohne Angst vor Bußgeld haben zu müssen. Und weil ich es auf dem Campingplatz teste, habe ich immer noch die Option ins Zelt zu wechseln, falls es gar nicht geht. Bevor ich aber aufgebaut habe, hat mir die nette Dame von der Rezeption noch einen Adapter gegeben, damit ich meine Geräte noch laden kann. Mega nett. Ich habe mir also essen gemacht und mein Setup aufgebaut. Der Nachteil ist, das ich nicht auf dem Boden, wie gewohnt alles aufbauen kann und das ich keinen Sichtschutz habe. Zumindest nicht ohne tarp. Außerdem müssen meine ganzen Sachen frei rumstehen, weil ich ja kein Zelt habe. Der Vorteil ist, dass ich mückengeschützt und unabhängig von Bodenwellen, oder steinigen böden übernachten kann. Egal wie wellig oder steinig oder stachelig der Boden ist, ich hänge einfach drüber und das ist schon mega cool. Außerdem muss ich nicht aufwändig ein Zelt abbauen. Gegen die Kälte von unten Schützt mich die Isomatte wie im Zelt, weil ich ja die geile Schlafhängematte von Amazonas habe, wo man die Isomatte einfach unten reinschieben kann. Nachdem ich alles aufgebaut habe, ging es echt gut. Nur das die anderen Camper irgendwie Fisch geräuchert haben und ich in dem blöden Qualm lag. Das war schon ein bisschen extrem, aber das war ja auch unabhängig vom Setup.

