01.12.2025 – Tag 192

Die Nacht war eine der schlimmsten auf der ganzen Reise. Heute war mir scheißegal, ob mich irgendwer an quatscht oder ob sonst irgendwas wegen wildcampen passiert. Ich habe mir die ganze Nacht mega den Arsch abgefroren, obwohl es nichtmal kalt war. Dabei lief mir der Schweiß runter und ich hatte krass Schüttelfrost. Dazu lag ich im klitschnassen Schlafsack und versuchte die ganze Zeit nur irgendwie die Nacht zu überstehen und vielleicht ein paar Minuten Schlaf zu bekommen. Die Laute Musik war mir auch egal. Die war nicht das was meinen Schlaf verhinderte und ich hatte ja Ohropax rein tun können, aber selbst dazu habe ich mich zu elend gefühlt.
Ich wollte mich überhaupt nicht bewegen.
Ich hatte auch nur eine Boxershorts und ein T-Shirt an, aber ich weiß nicht ob jemand diesen Zustand kennt. Ich mag mich dann überhaupt nicht bewegen und will einfach nur das es aufhört. Dazu kamen noch Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und das meine ganze Haut wehtut. Und ich weiß was das heißt. Fieber und nichts was nach einer Nacht vorbei ist. Naja, ich bin jedenfalls gegen halb 8 völlig fertig aufgestanden und habe in Zeitlupe mein Zelt abgebaut und alles zum Tisch gebracht. Als das Zelt, Isomatte und der nasse Schlafsack eingepackt war, kam auch schon wieder so ein Ranger, der für diesen Platz zuständig ist. Er grüßte nett und stellte sich dann mit seinem Caddy ein Stück von mir entfernt hin und stand dann da ne ganze Weile. Ich aß einen Joghurt mit Obst und packte in Ruhe weiter zusammen.
Irgendwann war er einfach weg, ohne das ich mitbekommen habe das er losfährt. Ich war jetzt echt in ner richtig dummen Situation. Irgendwo im nirgendwo mit Fieber und Bauch- und Kopfschmerzen. Hierbleiben war keine Option, weil es kalt war und ich weiß nicht ob der Ranger es immer noch so cool findet wenn ich ihn morgen wieder treffe. Dazu gibt’s keine sanitären Einrichtungen und außerdem wollte ich mich nur irgendwo verkriechen, den Wind mit meinem Zelt Abschirmen und meine Ruhe haben. Als alles gepackt war, versuchte ich mit so wenig Anstrengung wie möglich in Richtung Huelva weiterzufahren. Zum Glück war heute eine Etappe mit wenig Höhenmetern. Eh gut das es jetzt passiert und nicht irgendwo in den Bergen. Ich hatte ja sogar schon wieder ein Campingplatz für 10€ gefunden und so war die Hoffnung, das ich etwas bezahlbares finde. Dann musste ich mit höchster Wahrscheinlichkeit einen Plan B entwickeln, weil ich in dem Zustand auf keinen Fall weiter kann und ich weiß das die nächsten Tage sehr bergig werden. Also wenn man es von der positiven Seite sieht, hätte es mich schlimmer treffen können. In Huelva angekommen hab ich mich erstmal in ein MC Donalds reingesetzt um aus der Kälte zu kommen und auf Klo zu gehen. Ich bestellte ich mir eine Cola und wollte mich sortieren. Es zeigte sich leider, das die Hostels in Huelva für ein Gruppenzimmer am 40€ die Nacht losgehen. Als Vergleich: in Sevilla hab ich 12€ die Nacht gezahlt und das ist eine wirklich schöne Stadt. Da ich nicht wusste wie lange ich ausfalle, kommt das nicht in Frage. Auch die Vorstellung in einem vollen Gruppenzimmer zu liegen war ungeil. Im Zelt zwar auch, aber da hab ich wenigstens meine Ruhe. Also schaute ich nach einem Campingplatz. Ich habe einen schönen gefunden, der aber noch 25km entfernt war. Meinen Plan B wollte ich nach Ankunft, oder am nächsten Tag machen. Im Moment ging ja eh nix.
Nach ca. 7km, habe ich dann gemerkt das ich mir auf keinen Fall die 25km antun will. Ich musste in ca. 3km Abständen anhalten um eine kleine Pause zu machen und ich wusste das das Radfahren jetzt Gift für mich ist. Als ich wieder anhalten musste, hab ich nochmal geschaut und es gab tatsächlich noch einen Campingplatz der näher dran war. Scheiß auf Tageskilometer. Der Platz war 10km näher dran und die Radwege hier waren super. Am Campingplatz angekommen hab ich als erstes meinen Zeltkram ausgebreitet. Der Platz war wirklich schön. Eine Wiese unter vielen Pinien nur für Zelte. Das war alles noch nass. Dann hab ich eine Wäscheleine gespannt und Schlafsack und Isomatte erstmal getrocknet. Weil ich mich trotzdem unbedingt hinlegen wollte war die Hängematte und die pinien mein Lebensretter. Es schien die Sonne und ich lag in der Hängematte. Perfekt. Bis auf die Krankheit. Nach einer Weile wurde mir wieder kalt und es war ein bisschen windig. Darum holte ich mir meinen Schlafsack und kuschelte mich in der Hängematte ein. Die war gefühlt 100 mal gemütlicher als im Zelt aufm Boden zu pennen. Zumal das ja noch nicht Mal stand. Ich bin nach ca. 5min. Eingepennt und erst gegen 17:30 wieder aufgewacht. Ich hatte noch genug Licht und Zeit, die Hängematte einzupacken, das inzwischen getrocknete Zelt aufzubauen, das Bike anzuschließen und alles im Vorzelt zu verräumen. Als ich ins Zelt ging wurde es echt kalt und ungemütlich. Ich hab mit letzter Kraft die Isomatte aufgepumpt, hab mich in den schlafsack gelegt und bin direkt wieder eingepennt.

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