16.10.2025 – Tag 146

Start Richtung Spanien. Ich wusste, dass es noch eine Weile an den französischen Seite an den Pyrenäen entlang geht. Es war schon eine anspruchsvolle Strecke mit vielen Hügel und dann ging es links hoch. Mir war schon klar, das jetzt eine Bergetappe kommt. Da kommt man nicht drumrum und ich mag das ja auch. Es war die ganze Zeit eine ordentliche Steigung. Die Wege waren aber zum Glück gut und asphaltiert.
An der Straße tauchten immer wieder Bäume auf die ich nicht kannte und deren Stamm irgendwie komisch aussah. Bis auf ca. 2m Höhe war der Stamm glatt und dünn und dann würde er sehr knorrig. Ich recherchierte und fand raus, dass es korkeichen waren. Die untere Rinde wird für korkgewinnung genutzt. Hab ich vorher auch noch nie gesehen. Die Landschaft wurde immer wilder und ich muss jetzt schon sagen, dass ich die Pyrenäen lieber mag als die Alpen. Es ist alles viel wilder und auf der ganzen Strecke kam mir genau ein Auto entgegen. Dann wurde die Straße immer zerklüfteter.
Felsen und geröll. Hier können auch kaum Autos fahren. Ich denke das die wohl ehr Autobahnen nehmen. Am Horizont tauchte eine Burg auf und eine Pyramide. Pyramidé du perthus heißt die. Die Pyramide ist aber nicht ursprünglich, sondern als Denkmal hingestellt worden. Es ging weiter und immer wieder tauchten kleine verlassene Häuser auf. Irgendwann ging es dann auf und ab. Ich hatte wohl bei ca. 350m Höhe die höchste Stelle erreicht. Echt niedrig eigentlich. Die ganze Zeit war der Himmel grau und ich bewegte mich
Kurz unterhalb der Wolken. Gegen Nachmittag klarte es dann ein bisschen auf und die Strecke ging rechts runter. Es war immer noch die velo8, aber es wirkte, als wenn auf Straßen und Asphalt nicht mehr so viel Wert gelegt wurde. Dann kam auch schon die Nachricht von meinem handy Anbieter „willkommen in Spanien“. Von da an kam nur noch Sand und Geröll. Zwischendurch kam mir ein 4wd Jeep entgegen, der sichtlich Spaß hatte und die Insassen grinsten als sie mich anfahren kommen sahen. Dann ging es ein Stück an der Autobahn entlang. Ich war kurz vor La Jonquerra. Alles etwas trist und kahl. Hier ging ich in den ersten spanischen Supermarkt und kaufte mir ein Estrella Bier und ein bisschen essen. Ich hatte gedacht das ich es jetzt geschafft habe, aber da hatte ich mich zu früh gefreut.
Es ging wieder in die Berge. Ich dachte es ist vorbei, aber jetzt ging es erst richtig los. Kurze harte Anstiege. Teilweise musste ich schieben, weil die Anstiege so steil waren und alles nur lockeres Geröll. Echt nervig mit meinen Flipflops. Aber da musste ich wohl durch. Danach ging es bergab und ich musste schauen, dass ich nicht zu schnell wurde. Ich liebe und hasse die Berge gleichzeitig. Ich liebe sie aber immer ein bisschen mehr. Es ging weiter und ich dachte langsam über eine Schlafmöglichkeit nach. Gut das ich diese etappe nicht gestern noch gestartet hatte als es schon Nachmittag war. In einem verlassenen Dorf fand ich dann eine Bank. Leider gab es hier nirgends Internet. Aber es gab eine niedliche Katze, die interesse an mir fand und leider fiel mir ganz ausversehen ein Stück von meinem Baguette runter. Nach dem Essen ging es weiter. Nach einigen weiteren km schaute ich dann auf meine Optionen.
Es gab einen Campingplatz, den ich anrief. Für eine Person mit Zelt 35€. Ich dachte mir das die wohl den Schuss nicht gehört haben. Ne dusche fand ich aber trotzdem ne ganz coole Idee. Wildcampen wollte ich nach dem ganzen schwitzen vermeiden. Dann rief ich einen anderen Campingplatz an. 22€ die Nacht. Ich sagte das ich noch ca. 1,5h brauchen würde. Die Rezeptionstante sagte das sie extra auf mich warten würde und einen Platz für mich reserviert. Also stellte ich mein Navi. Ich dachte mir das ich es auch in 45min schaffe, wenn alles glatt geht. Wenn… Dann erstmal ein platter reifen. Ich musste also wieder an irgendeinem Feldweg mein ganzes Gepäck abbauen und flicken. Ich hab keinen dorn im Mantel gefunden und zog direkt den selbstreperierenden Schlauch rein. Wieder 30min verloren. Dann schickte mich mein Navi direkt zum Strand. Es gab dort nur tiefen Sand und keinen Weg. Auch wenn mein Navi wieder meint da einen zu haben. Scheiße. Die einzige Option war Kilometer weit zurück zu fahren. Ich versuchte es mir Google Maps und auch hier wurde ich in irgendein Naturschutzgebiet geschickt. Weit und breit nur einöde und kleine Holzbrücken die fast zu schmal für meinen Lenker waren. Google hat für Fahrrad echt ein scheiß Routenplaner. Am Ende stand ich an einer Schranke, um die man auch nicht rumfahren konnte…
Also auf eigene Faust. Zu einem Parkplatz und dann zu einer Landstraße. In Spanien gibt es eine Helmpflicht für Radfahrer, aber ich hatte keine Lust jetzt noch die Weintrauben aus meine Helm zu nehmen und noch mehr Zeit zu verschwenden. Also ohne Helm weiter auf der Landstraße. Bis ich irgendwann in einen Weg einbiegen konnte und zum Campingplatz abbiegen konnte. Ich war an der Costa Brava, die mir schon durch die vielen weißen Bungalows am Strand aufgefallen war. Auf dem Campingplatz angekommen, fiel mir auf, dass hier 98% deutsche waren. An der Rezeption wurde mir zwar der Pool angepriesen und das morgens Yoga im Preis inclusive ist, aber mir wurde im Laufe des Abends klar, dass ich nicht da sein will, wo nur deutsch gesprochen wird. Ich will Spanien und nicht Deutschland. Wozu bin ich sonst über 5000km gereist? An der Bar habe ich aber noch einen ziemlich coolen Typen kennengelernt. Der Kellner fand mega cool was ich mache und ich war ihm wohl schon aufgefallen als ich ankam lustig ist, das er aus Marokko kommt und natürlich mega interessiert war wo ich da hin will. Ich habe den Abend noch ein paar Bier getrunken und meine Blog geschrieben. Mal sehen, was ich als nächstes so erlebe. Sicher ist aber, dass ich bis Barcelona und dann durchs Land fahren will. In den Touristen Gegenden gibt’s zwar offene Campingplätze, aber ich werde wohl wieder mehr auf wildcampen, oder bei Menschen unterkommen setzen.

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