18.07.2025 – Tag 59
Heute hat mein Wecker um 7 geklingelt. Bei mir hat schon sehr lange kein Wecker mehr geklingelt, aber ich wollte pünktlich zum Frühstück fertig sein. Reinhard hat uns ja gestern noch eingeladen und ich hab mich wirklich gefreut. Um 7 war ich noch mega kaputt und hab erstmal eine Weile zum klar kommen gebraucht. Die anderen waren schon fleißig am packen als ich begann meinen Schlafsack eintüten. Das Außenzelt war komplett nass, weil es scheinbar die ganze Nacht geregnet, oder zumindest genieselt hat. Innen war wie immer alles trocken. Ich musste also nur versuchen die Sachen trocken in meine drybags zu bekommen und die restlichen Sachen in die Fahrradtaschen. Dann schnell noch das nasse Zelt zusammenpacken und dann gab’s auch schon Frühstück. Reinhard war extra beim Bäcker gewesen und hatte Brötchen geholt. Nach dem Frühstück hab ich noch in sein Gästebuch geschrieben und auch meine Internetseite reingeschrieben, falls er Mal schauen will. Nach dem Frühstück dann nur noch die Sachen ans Fahrrad und los. Erstmal richtung Papenburg. Dabei ist mir aufgefallen, das ich gar keine Holland Karte auf dem Navi habe.
Zum Glück hab ich ja ein Datenkabel, womit ich eine drauf laden kann. Nur der download war mir zu Doll. 850MB! Ich beschloss also, nachdem ich mit Jacky über die Situation geredet hatte in papenburg zum Lidl zu fahren. Jacky meinte das es da kostenloses WLAN gibt. In papenburg angekommen, war ich schon wieder einige Male nassgeregnet worden und alles war schön wieder grau. Ich beschloss also erstmal eine Eisdiele anzusteuern, weil ich auf Klo musste. Da gab’s dann gleich noch einen Cappuccino. Die hatten einen überdachten Außenbereich. Danach zu Lidl. Ich weiß nicht wie, aber die schafften es, das das WLAN genau ab der Türschwelle funktioniert. Im Laden wurde mir dann die Download Zeit angezeigt. 2 Tage und 18 Stunden. Lahm war das WLAN also auch noch. Ich holte mir ein bisschen was zu futtern und ging raus. Dann muss ich das halt über mein Datenvolumen machen. Draußen wühlte ich dann Datenkabel und einen Löffel für Joghurt raus. Ich lud die Daten runter und aß beim Rüberladen aufs Navi mein essen. Dabei wurde ich noch von einem alten Mann angesprochen, der wissen wollte wo’s hingeht. Er war früher selber sehr aktiv und ist weiter strecken durch Afrika und Südamerika gefahren. Er fand es richtig cool das ich das mache und hat ein bisschen in Erinnerungen geschwelgt. Er meinte auch das es das beste ist was man machen kann, weil man sich später nicht ans Büro oder den Fernseher, sondern die besonderen Erlebnisse erinnert, die man aktiv verbracht hat. Ich bin mir sicher das er Recht hat.
Nachdem ich endlich meine Karte auf’m Navi hatte ging es weiter. Weit war es nicht mehr und ich war früh dran. An der Grenze traf ich noch ein paar Typen die mit alten kleinen Mopeds unterwegs waren und auch Zelte und jede Menge gedöns dabei hatten. Kaum über die Grenze, traute ich meinen Augen kaum. Da war direkt am Wegrand ein riesiges hanffeld. Und ein Stück weiter noch eins. Zwar nur nutzhanf, aber ich musste erstmal ein paar Fotos machen. Das glaubt mir doch sonst keiner und sowas hab ich in den Ausmaßen auch noch nie gesehen. Ein Stück weiter war dann noch ein Feld mit Pflanzen mit richtigen Blüten dran. Krass. Bei der weiteren Strecke hatten die Fahrradwege sogar Streifen in der Mitte und waren wunderschön asphaltiert. Nicht wie in Deutschland, wo man mehr Wurzeln und Hügel hat als Fahrradweg. Dann kam ich bei dem Hof an. Arthur (der Gastgeber) und ich haben erstmal gequatscht und Tee getrunken. Nachdem ich meine Sachen getrocknet hatte und mein Zelt aufgebaut hatte, gab es auch schon essen. Selbstgemachte rustikale Pommes und Gemüse. Mega lecker. Danach wurde mir sein Hund vorgestellt und wir sind durch den Garten gelaufen, wo ich noch die restlichen Tiere kennengelernt habe und mir alles anschauen konnte. Das ist hier echt ein wunderschöner Fleck Erde. Wir haben auch gleich geschaut was morgen zu tun ist. Ein Stück von Arthurs Grundstück soll mit Steinen ausgelegt werden. Unsere Aufgabe ist es Steine anzureichern und kaputte auszusortieren. Klingt gut. Vielleicht werde ich meine Unterkunftsuche Mal auf wwoofen und workaway ausweiten. Nach der Runde haben wir noch gemeinsam abgewaschen. Ich wollte noch ein bisschen die letzten Sonnenstrahlen genießen, weil man tatsächlich mal wieder Himmel sehen konnte. Leider haben die stechviecher mich so genervt das ich nur noch geduscht hab und schnell ins Zelt gekrochen bin.

