12.09.2025 – Tag 112
Wir sind Recht früh wach geworden und auch ziemlich direkt aufgestanden. Nach dem Frühstück haben wir wieder angefangen die Sachen an unsere Bikes gebaut. Während dessen kamen die Deutschen mit ihrem Camper vorgefahren und haben uns die powerbank gebracht. Als sie fragten ob wir noch irgendwas brauchen, hat Dörte sich noch kurz deren Föhn geliehen um ihr Inlett ein bisschen trocken zu Föhnen. Ich habe beim rumlaufen an dem Sanitär-Haus noch eine mega eckelige Spinne gesehen. Die hatte einen riesen Körper und Haare an den Beinen. Eine der größten die ich in meinem Leben gesehen habe, aber Dörte war trotzdem nicht so begeistert als ich sie ihr zeigen wollte. Naja. Als wir fertig waren, haben wir erstmal meine kleine Bluetooth Box auf volle Pulle aufgedreht und Ärzte gehört. Es waren über 75km vor uns und das war ein guter Antrieb. Die ganze Zeit schön flache Strecke und am Kanal entlang. Immer um die 20km/h. Bis die Box dann leer war. Dann suchten wir uns einen Supermarkt um eine Kleinigkeit zu essen. Nebenbei lud die Box an meiner kleinen powerbank um wieder gute Stimmung zu machen. Lange hielten wir aber nicht. Aber die Box ließen wir in Ruhe laden bis die kleine powerbank leer war. Dann gab es Deichkind. Die Gegend war echt schön und das Wetter war wieder die ganze Zeit kurz vor dem großen Regen, der aber zum Glück wieder nicht über uns herrunterkam. Bis auf ein paar Tropfen blieben wir verschont. Mit lauter Musik aus meiner Rahmentasche ging es dann weiter bis wir nach etwas über 75km in Dijon ankamen. Es ging durch etwas zwielichtig wirkende randbezirke. Viel Industrie, verlassene Gebäude mit OSB Platten vor den Fenstern und Leute die unter Brücken abhingen. Danach dann irgendwann durch einen etwas schöneren Bereich und in einen Park. Es ist manchmal lustig, wie diese Stadtcampingplätze angelegt sind. Man fährt zwischen Hochhäusern und Graffiti durch, dann über eine Brücke und ist plötzlich in einem grünen Park. Dann kommt irgendwann der Campingplatz. Dieser Campingplatz war aber ein ganz besonderer, wie sich später rausstellte. Er entpuppte sich zu einem der lieblosesten und hässlichsten, die ich bisher gesehen habe. Es gab keinen Platz mehr auf der Campingwiese deshalb nahmen wir einen Wohnmobilplatz mit Strom für 18€ die Nacht und weil ich ja Mal wieder chillen wollte, buchte ich gleich 2 Nächte. Als wir zu unserem Platz kamen, sahen wir das es quasi keinen rasen gab. Die Parzelle bestand nur aus Matsch. Das Wohnmobil was Scheinbar vor uns da stand hatte tiefe Reifenspuren hinterlassen in denen Wasser stand und alles war am vorderen Ende um gepflügt, weil da wohl jemand versuchte zu rangieren, oder vielleicht im Matsch stecken geblieben war. Wir suchten uns also einen Fleck am hinteren Ende und bauten das Zelt auf. Zum Glück hatte Dörte ja noch eine 2. Wasserfeste Picknickdecke bestellt, die wir im Zelt ausbreiten konnten um die Feuchtigkeit ein bisschen abzuhalten. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, fuhr ich los zur Amazon Box, wo die Decke drin lag und Dörte fuhr einkaufen. Die Fahrt zur Box in der innenstadt war der Horror. Ich war müde und die Führung der fahrradwege, falls mal welche da waren, war so unübersichtlich das ich oft Kreuz und quer zwischen Autos und Fußgängern rumfuhr. Es war dazu noch Feierabendverkehr. Ich dachte mir nur „was für eine Grottenhässliche Stadt“, aber vielleicht konnte sie mich ja morgen vom Gegenteil überzeugen. Als ich endlich bei der Box ankam und wieder nach Hause fahren konnte war ich mit den Nerven schon durch. Es ist eh immer eine Umstellung, wenn man die ganze Zeit in der Natur ist und dann in eine große Stadt kommt, aber wenn die so hässlich und unübersichtlich ist und ich dazu noch total müde bin, geht das kaum noch zu unterbieten vom Spaßfaktor. Ich habe eh auf der Reise für mich festgestellt das ich nicht mehr in einer Großstadt leben will. Das Wendland ist vielleicht einen Tick zu abgeschieden, aber Hamburg ist mir auch zu groß. Ich habe mich bisher in kleineren Städten wie Kiel, Freiburg oder sogar noch Augsburg immer am wohlsten gefühlt. Auch eine tolle Erkenntnis, weil ich in meinem Leben ja noch nicht in vielen Städten gelebt habe. Eigentlich war ich immer nur im Dunstkreis von Hamburg und irgendwie habe ich mir immer mal gewünscht wo anders zu sein. Es hat sich nur nie ergeben. Naja. Ich war also zurück auf dem Campingplatz und als Dörte zurück war sahen wir das heute in Pizza foodtruck 2 Plätze neben unserem Zelt stand. Der hatte sogar einen großen Ofen mit Kohle eingebaut. Wir beschlossen das Essen am nächsten Tag zu essen und heute Pizza zu essen. Wir verträumten also alles und holten uns eine Pizza. Nach der Pizza haben wir noch ein bisschen gechillt und ich habe ein bisschen gemalt. Nachdem wir dann duschen gegangen sind, sind wir ins Zelt gegangen und haben geschlafen.

