26.08.2025 – Tag 98

Als ich aufgewacht bin war die Sonne schon wieder draußen. Zwar noch hinter den Bäumen, aber es zeichnete sich schon ab das es ein toller Tag wird. Ich stand auf und machte mir erstmal einen Kaffee und ein Müsli. Nebenbei baute ich auch schon meinen Kram ab. Und fing an die Zeltsachen zu trocknen. Die Nachbarn waren auch schon aus ihrem bus gekommen und wir unterhielten uns. Der Mann wollte wissen wie ich navigiere und ich meinte das ich ihm später gern Mal mein Navi zeige, weil er komoot blöd fand und diese Bezahlmodelle ihn nerven.

Als ich meinen Kaffee leer hatte und beim abwaschen stand, steckte mir der Nachbar 20€ zu und sagte das ich seiner Frau nichts sagen soll und das es nicht meine Reise belasten soll, das die Campingtante so viel Geld von mir verlangte. Jetzt überlegte ich natürlich, ob ich noch zu ihr gehen sollte um über den hohen Preis für die Nacht zu reden. Ich entschied mich dagegen, weil ich sonst noch dem Nachbarn Geld zurück geben würde, falls ich von ihr was zurück bekommen würde. Komisches Gefühl. Ich fühlte mich irgendwie gekauft, aber auf der anderen Seite hatte ich das Geld ja in guter Absicht und ohne Erwartungen auf Gegenleistung bekommen. Ich beschloss, mich einfach zu freuen und mir das jetzt nicht wieder zu zerdenken. Als ich fertig war mit Abwaschen, fragte mich der Nachbar, ob ich auch einen Kaffee möchte und ich freute mich über einen zweiten Kaffee. Ich setzte mich zu den, vor ihren Camper und sie wollten wieder alle möglichen Sachen über die Reise wissen und erzählten mir, das sie mit ihren ebikes total zufrieden sind, weil der Mann künstliche Kniegelenke hat und sie sonst gar nicht mehr die Möglichkeit hätten Fahrrad zu fahren.wir saßen noch ein bisschen zusammen. Ein Frühstück lehnte ich aber ab weil ich ja schon Müsli gegessen hatte. Trotzdem halfen mir die Camper noch mit dem trockenen der Sachen, indem sie mir ihr Vorzelt zum Sachen aufhängen zur Verfügung stellten.
Ich packte weiter zusammen, verabschiedete mich und fuhr mit gutem Gefühl los. Die Strecke war Recht flach und es ging nur 30km nach Freiburg. Ich hielt mich an den Fahrradweg, der gut ausgeschildert war. Er führte über Apfelplantagen, wo ich mir ein paar abpflückte und unterwegs aß. Dann kaufte ich mir unterwegs an einem kleinen Bollerwagen noch ein Schälchen Zwetschgen und futterte sie auch unterwegs auf. Am Ende kam ich noch durch einen Vorort der gar nicht so hässlich war, wie bei den meisten Städten und dann ging es durch die Stadt zum Campingplatz. Freiburg ist eine der schönsten Städte, die ich bisher gesehen habe. Völlig im grünen gelegen und in jeder richtung sieht man Berge. Alles ist grün und die meisten Häuser sind noch ursprünglich. Dazu kommt, das die Stadt sehr fahrradfreundlich ist. Auf dem Weg zum Campingplatz fuhr ich dann an der dreisam entlang. Ein Fluss, mit Stromschnellen und lauschigen Flecken. Am Ufer saßen überall Leute und ein paar hatten sogar Hängematten zwischen Bäumen direkt über dem Wasser gehängt und chillen dort. An einem anderen Ort badeten Leute im Fluss und an einer Stelle hatten punks sich ein kleines Plätzchen unter einer Brücke mit Sofas und Tischen eingerichtet am Eingang ein Schild mit „Einhornland“ da drunter stand durchgestrichen „Realität“ am Campingplatz angekommen war gerade Mittagspause, aber ein Mitarbeiter sagte mir ich soll gern schon Mal auf der Campingwiese aufbauen. Das Einchecken können wir auch später irgendwann machen. Den Campingplatz wollte ich auch testen für den Tag wo Dörte ankommt. Sie kommt ja spät und ich muss dann ja vorher schon Mal für uns beide einchecken und „mein Handtuch hinwerfen“. Der Campingplatz gefiel mir echt gut und ich stand auf der Wiese zwischen ganz vielen Spaniern.
Als ich aufgebaut und meinen Kram abgeladen hatte, fuhr ich wieder zum Kanal. Mit meinem sketchbook und Badesachen. Ich setzte mich auf eine Bank und malte mein Bild für die Mal Challenge weiter. Der dotwork-meets-watercolor Pilz. Es kamen sogar mehrere Leute vorbei, schauten und sagten das sie das richtig hübsch finden. Das fühlte sich mega an und ich überlegte vielleicht einfach öfter mal in der Öffentlichkeit zu malen. Kurz vor 6 fuhr ich zum Campingplatz und checkte ein. Danach fuhr ich dann noch ein Stück weiter am Kanal entlang auf eine Wiese neben einem Café und malte das Bild noch mit Wasserfarben zuende. Bis auf eine Stelle im Hintergrund war ich echt zufrieden.
Abends als es dunkel wurde, fuhr ich dann wieder zum Campingplatz und als ich alles fertig hatte, alles im Vorzelt verstaut war und ich im Zelt lag fing es an zu regnen. Was war das wieder für ein perfekter Tag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert