16.01.2026 – Tag 208
Heute habe ich eine neue Methode ausprobiert, wie ich mich navigieren lassen kann ohne vom Garmin Router verarscht zu werden. Ich erstelle eine Strecke mit einer App, exportiere sie und lade sie aufs Navi. Dank der Drahtlosübertragung ist das ja zum Glück einfach möglich. Das Zimmer auf dem Weingut war nur ca. 20km entfernt und die Steigung hat sich auch in Grenzen gehalten. Dank der neuen Methode waren auch unterwegs keine bösen Überraschungen, obwohl ich schon unruhig wurde als es einen Sandweg hochging und ich auf der Straße, die mehr aus Schlaglöchern als aus Straße bestand fahren sollte. Aber was soll ich machen. Die App hatte eigentlich bisher immer gute Ergebnisse geliefert. Auch in Spanien hatte ich die oft als referenz genommen oder um abzuschätzen wie bergig es wird, weil die auch Höhenprofile anzeigt. Auf dem Sandweg kam mir dann ein Bully (T3) entgegen in dem ein Typ saß, der anhielt und sein Fenster runterkurbelte. Er fragte mich wo ich hin will und erzählte mir das er hier wohnt und arbeitet. Als ich sagte das ich ein Zimmer gebucht habe, wünschte er mir noch eine gute Reise und fuhr weiter. Ich wurde von meinem Navi dann noch mehrfach gedrängelt einen kleinen singletrail den Berg hochzufahren, obwohl offensichtlich die Straße auch über ein paar km mehr zum Ziel führte. Zum Glück hatte ich ja die Strecke drauf und richtete mich nach der und nicht nach dem dummen Router, der ja parallel lief und mir inkompetente Ratschläge gab. Der Weg zur Unterkunft war wieder verregnet und kurz bevor ich ankam, hielt ich noch bei einem Supermarkt ab. Zum Glück. Genau als ich drin war, kam so ein wolkenbruchartiger Schauer, das ich in Sekunden bis auf die Unterhose nass gewesen wäre. Als der Regen vorbei war, fuhr ich mit meinem Einkauf weiter. Auf dem Hof wurde ich von einer Frau empfangen, die nur Portugiesisch sprach, aber mich trotzdem kurz rumführte. Mein Zimmer war klein und mit 2 Betten ausgestattet. Das es stark nach Schimmel roch ignorierte ich. Ich war froh das ich ein Dach über dem Kopf habe. Außerdem gab es einen kleinen fest installierten Fön, der in der kommenden Zeit noch mein bester Freund werden sollte. Apropos schimmel. Mein Campingkopfkissen ist mir auch angeschimmelt als ich über Weihnachten weg war. Offensichtlich war es ein bisschen feucht als ich es eingepackt hatte. Zum Glück hat es nichts anderes infiziert. Naja. Ich brachte alle Sachen rein und breitete alles aus. Ich hatte mehr nasse als trockene Sachen. Als erstes hab ich mein Zelt über der duschstange aufgehängt. Dann überlegte ich, ob es sich mit ein bisschen Wein nicht viel besser Fönen würde. Ich fuhr also zurück zum Supermarkt, holte mir Wein und Pizza.
Die kommende Zeit war eine Mischung aus Wein trinken, telefonieren und Fönen. Ich trocknete erst mein Außenzelt, dann meine Jogginghose. Für die Gemütlichkeit. Dann mein T-Shirt, und immer mal wieder meine Schuhe. Die waren aber der Endgegner und mussten immer mal wieder dran. Nach einer Flasche Wein und einer Ewigkeit mit dem lauten Föhn, ging ich rüber und machte Pizza. Dort waren noch jede Menge andere Leute mit denen ich versuchte ein bisschen zu reden. Englisch konnte auch da kaum einer. Nach dem Essen und einer ganzen Weile am warmen offenen Kamin, ging ich wieder rüber und legte mich gut angetrunken ins Bett.

