18.01.2026 – Tag 210
Heute bin ich aufgestanden und habe direkt gemerkt das es ein schöner Tag wird. Kein Regen und sogar ein bisschen Sonne. Dadurch das ich jetzt auch eine neue Strategie mit meinem Navi hatte, musste ich auch keine blöden Überraschungen befürchten. Das Fahren lief und ich hatte Mal wieder richtig Spaß. Ziemlich zu Anfang stand auch wieder eine Fahrfährt an. Die Fähre brachte mich auf eine Landzunge wo wenig Verkehr war und es ging zwischen Pinien und Dünen durch. Das war wohl so eine Gegend von der die anderen mit den ich ne Zeit lang unterwegs war schwärmten. Hier und da sah man mal das Meer und ich genoss die Wärme und die Sonne. Nach ca 50km kam ich ohne schlimme Zwischenfälle und sogar trocken am Campingplatz an. Als ich mir einen Platz suchte und wieder realisierte das ich fast der einzige auf dem Campingplatz war, bekam ich ein komisches Gefühl. Es war eine Mischung aus Einsamkeit, Traurigkeit und Melancholie. Ich freute mich zwar über den schönen Tag und hatte einen schönen Platz gefunden, aber ich wusste das dieser Tag ziemlich sicher für unbestimmte Zeit eine Ausnahme sein würde. Ich fragte mich warum ich mir das antue und überlegte ob es mir die letzten Tage Spaß machte und wie wohl die kommende Zeit werden würde. Ich könnte an meinem Plan festhalten und versuchen weiter nach Marokko zu kommen. Ich könnte hoffen, das das Wetter umschwingt und ich mich wieder ein grooven würde. Die Pause bei Jacky war aber ein harter Cut in der Reise und ich fühlte auch vorher immer mal wieder, das sich vieles mehr nach Stress und Unruhe anfühlte , als nach Spaß und Abenteuer. Das machte mich mega traurig. Nach so einer langen Zeit musste ich mich jetzt fragen ob ich das noch will. Ob das Reisen mit dem Fahrrad und besonders in so einer kalten verregneten Zeit noch das richtige für mich ist. Ich wollte ehrlich zu mir sein und eine Stimme sagte mir das es so auf keinen Fall weiter gehen kann. Ich beschloss nicht mehr gegen diese Stimme anzukämpfen. Ich wollte nicht mehr hoffen das es besser wird und außerdem fragte ich mich, was ich wirklich will. War Marokko und Marrakesch noch das richtige? War die Reise überhaupt noch das richtige? Ich saß eine ganze Weile auf der klapprigem Plastikbank an meinem Platz und spürte in mich. Eigentlich wusste ich das es so wie es ist keine Option ist. Ich telefonierte mit Jacky und Dörte und erzählte von meinem Gefühl. Eigentlich wollte ich es nicht war haben aber an dem Abend traf ich eine Entscheidung. Ich suchte mir eine Bahnverbindung nach Faro raus. In Faro wusste ich das es Möglichkeiten gibt und ein gutes Hotel was ich schon kannte. Ich machte mir den Plan morgen nach Faro zu fahren und dort vor dem Unwetter zu flüchten und mir dort einen Plan zu machen, was ich als nächstes machen werde. Dann machte ich mir essen und dachte mir, dass ich vielleicht auf dieser Reise zum letzten Mal mein Zelt aufbaute. Die Vorstellung war hart und machte mich mega traurig, aber es war auch keine Option weiter vor mich hinzuleiden und das Wetter auszuhalten. Ich suchte mir eine Verbindung um 11:20 in einer 20km entfernten kleinen Stadt raus. Das Höhenprofil zeigte mir einen Berg den ich dahin noch überfahren musste also musste ich früh aufstehen.
Als ich in meinem Zelt lag hörte ich die Wellen vom Meer an die felsen der Bucht schlagen an der ich stand und brauchte extrem lange bis ich einschlafen konnte. Zu viele Gedanken und Kopfchaos, aber das war ja auch kein wunder.
