17.10.2025 – Tag 147

Heute morgen war das Zelt nass und mega dreckig weil überall nur dieser Sand und Kieselsteine sind. Ich habe es abgebaut und mit Dreck und Steinchen in die Hülle gestopft. Morgens gab’s dann erstmal Regen. Trotzdem wollte ich mich nicht stressen und bin erstmal zum Lokal auf dem Campingplatz gegangen. Leider habe ich da den netten Kellner von gestern nicht wieder getroffen. Trotzdem habe ich mir erstmal einen Kaffee geholt. Dann ging es erstmal wieder auf die Straße, oder das was man in Spanien Straße nennt. Es war eigentlich hauptsächlich Offroad mit Schlaglöchern und Sand. Spanien ist echt mit Abstand das anspruchsvollste Land vom Fahrradfahren her. Was aber gut ist, ist das ich das erste Mal seit langem keinen Platten hatte. Diese Selbstreparierenden Schläuche scheinen zu halten was sie versprechen. Mich würde Mal interessieren wie viele Löcher sich schon selbst wieder abgedichtet haben. Hauptsache ich muss das nicht flicken. Es ging heute nicht an der Küste lang sondern viel durchs Land und durch verlassene Dörfer ich habe den ganzen Tag kaum Menschen getroffen. Die Strecke war aber extrem bergig. In einem dorf habe ich dann angehalten und was gegessen. Die ganze letzte Zeit lässt mich der Gedanke nicht los, warum ich so wenig Spaß am reisen habe. Ich habe irgendwie wenig Begeisterung fürs umherziehen. Es fühlt sich gerade nicht mehr wie ein tolles Abenteuer an, sondern wie ein ruheloses umherziehen. Ich fahre bis mittags in eine Richtung die ich mir überlegt habe, folge der Velo 8 mal mehr mal weniger und mittags geht das suchen nach einer Schlafmöglichkeit los. Natürlich liegt es daran, das ich in einer neuen unbekannten Umgebung bin, was mir ja immer etwas zu schaffen macht, aber ich denke es ist mehr als das. Ich habe mich in letzter Zeit auch öfter gefragt, wozu ich das noch mache und die erste Antwort ist etwas unbefriedigend, aber valide. Ich habe Angst in das alte System gepresst zu werden. Einen Job zu machen, der mich nicht ausfüllt, Druck von den Ämtern und verschwenden von Lebenszeit mit Dingen die ich nicht mag. Ich habe auch Angst davor wie es weiter geht und wo es für mich hingeht. Wer ich bin, wenn ich zurück im kalten Deutschland bin und die politische Situation dort macht mir auch sehr viel Angst. Dazu kommt das ich einen Bauwagen habe, mit dem ich irgendetwas machen muss und fühle keine Lust auf einen Job, weil ich auch gar nicht weiß was ich gern machen möchte. Mein erster Gedanke in die Richtung ist irgendwas mit Fahrrädern, aber ich habe halt auch null Ausbildung in diese Richtung. Diese Motive sind eigentlich nicht die besten für die Reise. Aber zurück zum jetzt. Ich denke ich will mal irgendwo ankommen. Innere Ruhe und schöne Momente, ohne mir Gedanken zu machen ob und wo ich die nächste Nacht unterkomme. Als ich da so auf der Bank saß und mein Brot gegessen habe und Bauarbeitern im weg rumgesessen habe, die gerade Kabel gezogen haben, habe ich drüber nachgedacht, was mir jetzt am meisten Spaß machen würde. Dabei bin ich auf die Idee gekommen das ich gern Mal wieder mit Menschen was machen würde. Etwas ganz „normales“, wo man in Kontakt kommt und etwas schönes macht. Ich habe geschaut, ob ich eine Möglichkeit habe in Barcelona Urbansketching zu machen. In einer Gruppe. Auch wenn ich eigentlich ein bisschen Angst davor habe in einer Gruppe vor einem Gebäude zu sitzen und zu malen. Aber das ist sicher eine gute Option spanische Menschen mit einer Gemeinsamkeit zu finden. Dann habe ich tatsächlich eine Seite gefunden, wo Urbansketching angeboten wird. 2h für 20€. Das klang fair für mich und ich habe mit meinem begrenzten Spanisch eine Email formuliert und an den Veranstalter geschickt. Danach ging es weiter unter einer grauen Wolkendecke durch die abgelegene Wildness. Irgendwann bin ich auf eine krasse dunkle Regenfront Zugefahren aber regen ging zum Glück kurz vor mir runter. Ich kam durch strecken, die komplett nass waren. Abends würde es dann sogar noch ein bisschen sonnig.
Am Ende kam ich in einer Stadt mit Einkaufszentrum raus. Da gab es sogar Lakritz. Außer Lakritz habe ich mir noch ein Baguette gekauft und ein bisschen Aufschnitt für Abendbrot. Das habe ich dann auf einer Bank gegessen, die am Straßenrand stand. Die Ecke war scheinbar sehr beliebt dafür, seinen Müll in die Natur zu schmeißen. Alles war voll mit Fliegen und es liefen streunende Katzen Rum. Ich habe dann etwas genervt und angeeckelt von 1000 Fliegen den Platz geräumt und das letzte Essen ein paar Meter weiter auf einer anderen Bank runtergeschlungen. Am Ende kam ich bei einem Campingplatz in Palamos unter wo ich sehr nette Nachbarn hatte. Holländer und ein Belgier. Von dem Belgier habe ich ein Stück von einer leckeren Kringelwurst bekommen und der Belgier hat mir ein eiskaltes Bier gebracht. Ich habe dann eine lange Wäscheleine aufgehängt, geduscht und mein Zelt getrocknet und sauber gemacht.

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