16.11.2025 – Tag 177

Heute bin ich Recht früh aufgestanden. So gegen 7:30. Heute war der große Tag, an dem es in die Wüste geht eine echt Wüste, oder zumindest ne Halbwüste. Inzwischen war ich auch nicht mehr so krass gehyped, weil ich in den letzten Tagen durch einige Gegenden gefahren war, die ich auch schon als Wüste bezeichnet hätte und ich konnte mir inzwischen grob vorstellen, was das wohl für eine Landschaft seien würde. Aber wer weiß. Cool ist es allemal und ich kann dann sagen das ich durch eine Wüste gefahren bin. Erstmal gab es aber einen Kaffee von den netten Holländern, die nebenan standen. Ich habe wieder alles durcheinander gewühlt, also dauerte das Packen wieder seine Zeit. Außerdem wollte ich noch Eier kochen, weil ich garantiert keine rohen Eier transportiere. Was mir vorm losfahren noch auffiel war, das ich das Navi vergessen hatte zu laden. Das war eigentlich eine Sache die ich unbedingt machen wollte… So musste ich also mit 2 paar leeren Batterien losfahren. Scheiße. Egal. Erstmal musste ich jetzt zum Supermarkt um Wasser zu kaufen. Leider fiel mir erst, als ich vor verschlossener Tür stand auf, das Sonntag ist. Das wurde also auch nix. Eine kurze Recherche ergab, das es noch eine Tanke aufm Weg Richtung Wüste gab. Glück gehabt. Also los richtung Wüste. Auf dem Weg kam ich noch an einer Churrería vorbei. Da gab es dann erstmal Churros und ne Fanta. An der letzten tanke vor der Wüste gabs dann noch 3l Wasser und einen Eiscafé. Außerdem noch 2 churizo Sandwiches zum Frühstück. Dann ging es los. Als erstes kam ich bei so Hollywood Kulissen vorbei, wo früher Western gedreht wurden. Die wollten knapp 40€ haben, damit man sich diese Drehorte ansehen konnte. Das war mir viel zu teuer. Ich sah über den Zaun eine Westernstadt, habe ein paar Fotos gemacht und bin wieder umgedreht.
Dann ging es zu einem Ort der Fort bravo hieß. Es wurde schon 5km vor diesem Ort damit geworben. Ich dachte es wäre eine Westernstadt. Das es dort auch einen Campingplatz gab, war mir auch klar. Ich dachte, das es wohl cool wäre, dort im Saloon ein Bier zu trinken. Ich machte mich also auf den weg, obwohl es genau in die verkehrte Richtung warm. Als ich ankam, durfte ich nicht rein. Entweder musste ich ein Ticket für die blöde Westernshow kaufen, oder dort campen. Nach dem Preisen hatte ich nicht Mal gefragt. Ich hab also nicht Mal ein Bier bekommen und musste die 5km wieder zurück. Es war ja nicht so, das es ebenerdig war. Ich musste mich die ganzen verkackten Berge wieder Hochquälen. 10km Umweg für nix.
Ich fuhr also zurück zur Abzweigung, die nach Granada führte. Es ging die ganze Zeit an der Autobahn entlang. Irgendwann kam auch das Schild „desierto tabernas“. Ich war also in der Wüste. Leider war es so, wie ich es mir vorstelle. Gleichbleibende Einöde. Es war bergig und es gab wenig Vegetation, aber es war halt eine steinige Felsenwüste. Man konnte verschiedene Steinformationen sehen. Anfangs war es spannend und cool, aber nach einiger Zeit wurde es wieder langweilig und eintönig. Dazu kam die fahrt an der Autobahn. Es gab alle paar km wasserunterführungen für die autobahn. Wo ich jedes Mal steil runter und wieder steile rauf musste. Als Höhenmeter für nix. Dazu kam noch starker Wind. Ich machte mir schon sorgen wegen Zelt aufschlagen bei sturm. Ich hab mich am Ende bis auf über 800m hochgekämpft. Mit diesem ständigen hoch und runter. Irgendwenn war ich dann über den Berg und es kam eine Abfahrt nach Gérgal. Das war eine hässliche kleine Stadt in den Bergen. Hier wollte ich nur schnell wieder weg. Das war hier alles andere als einladend und gemütlich. Das einzige war, das ein Radfahrer gerade auf dem Weg in die Berge war und mich euphorisch grüßte. Ich sah ihn noch aus der Entfernung und er winkte mir vom Berg aus zu. Als ich durch die Stadt war, war es so 16:00. Meine geplante Zeit um mir einen schlafplatz zu suchen. Bei Park4night fand ich einen von Natur umgebenen Parkplatz. Den hab ich dann ins Navi eingegeben. Zuerst wurde ich zu einer kleinen Stadt geschickt, wo ein Typ gerade mit seiner kleinen Fußhupe unterwegs war. Die kleine Töle drehte komplett durch als sie mich sah. Und das gleich mehrere Male. Die kleine Stadt bestand aus Ruinen und Müll. Als ich am Ende der Stadt war, ist mir wieder ein Hund hinterhergelaufen, der ein Loch im Zaun kannte. Der war ganz schön groß, aber er wirkte nicht, als wenn er echt beißen will. Ist aber dicht hinter meinem Fahrrad her gelaufen. Ich wusste nicht was ich machen sollte um den los zu werden. Irgendwann habe ich laut zurück gebellt. Dann hat er sich erschreckt, ist mir aber trotzdem bis zu Straße gefolgt, auf die ich zukam. Als ich abgebogen bin, ist er dann angehalten. Ich glaube ich lege mir mal Tränengas zu. Wenn es irgendwann so’n scheiß Vieh ernst meint, hab ich keine Lust mein Messer rausholen zu müssen und mich beißen zu lassen.
Ich wurde dann zu einem Bahnhof navigiert wo ich die Gleise überqueren sollte. Ich bin nicht weiter gekommen, bis ich zum Glück eine Unterführung für Rollstuhlfahrer gefunden habe. Dann führte ein kleiner steiler Wege zu den Koordinaten. Der Platz war ganz in Ordnung und schön abseits mit Bäumen gelegen. Ich hab mir dann Nudeln gekocht und Gemüse geschnibbelt. Nebenbei hab ich noch mit Jacky telefoniert. Ich hab mich sehr wohl und sicher auf dem Platz gefühlt und bin schnell eingeschlafen.

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