08.11.2025 – Tag 169
Heute war das aufwachen sehr entspannt. Wie immer wenn man viel Zeit hat und nicht packen muss. Als erstes habe es Frühstück einen gemütlichen Kaffee. Dann hätten wir beide den gleichen Plan. Fertig machen für einen entspannten Stadttag. Wir wollten zusammen losfahren und machten uns fertig. Franziska wollte noch ihre Kette fetten und war sich nicht ganz sicher ob es sich lohnt sie vorher nochmal zu putzen. Hat sich dann aber doch dafür entschieden. Ich sah sie mit einer total Öl verschmierten Zahnbürste und Wasser. Hab ihr dann den Tipp gegeben noch ein bisschen Spüli und ein Tuch zu nehmen. Damit ging es dann besser. In der Zeit wo sie am putzen war, habe ich mich beim Seminarraum des Campingplatzes auf ein entspanntes Sofa gesetzt und mir mal wieder die Zeit genommen etwas zu malen. Da kam in letzter Zeit wirklich zu kurz. An einem der letzten Tage hatte ich ein cameleon gemalt. Und das wollte ich dann mit Wasserfarben anmalen um auf dem coolen neuen Papier zu üben. Echt krass wie wichtig richtiges Papier ist und was es für ein Unterschied macht. Ich merke, das die Techniken machbar sind und ich jetzt „nur noch“ lernen muss, sie richtig anzuwenden. Es ist aber besser zu sehen daß es theoretisch geht und nur die Übung fehlt, als das es schon irgendwie gar nicht machbar ist. Das andere Papier ist ok zum urbansketchen, aber aufwändige Sachen mit Farbverläufen und mehreren Lagen, so wie ich es gern möchte, ist ehr nicht so möglich. Auf diesem Papier schon. Also kann ich jetzt viel spielen und üben. Das macht Spaß. Als ich fertig war, bin ich zurück zu den Zelten gegangen und Franziska war so gut wie fertig. Echt schön anzusehen, so eine saubere Kette. Ich muss auch unbedingt wieder mein Fahrrad putzen. Wir haben dann unseren Kram genommen und sind auf die Schotterpiste nach Cartagena gefahren. Ohne Gepäck macht es mega Spaß und ich bin sogar ein bisschen rumgesprungen im Geröll. Ich vergesse dabei immer das ich ja trotzdem noch eine Tasche dran habe, aber egal. Wir sind dann noch ein Stück Straße gefahren und nach ca. 10km sind wir schon in die außenbezirke gekommen. Das schöne Cartagena zeigte uns erstmal seine dreckige Seite. Wir sind dann in die Innenstadt gefahren, die ganze hübsch war. Es beschränkte sich allerdings auf einen kleinen Bereich in dem eine große Fußgängerzone war und ein paar Gassen dienganz hübsch waren. Dann gab es noch den Hafen, der auch ganz hübsch war. An dem Tag lag ein großes Kreuzfahrt Schiff vor der Küste, was man auch an den Menschenmassen in der Einkaufspassage merkte. Hier war auch eine Konzertbühne und man musste sich etwas durch die Menschen schieben. Wir hatten uns getrennt und wollten jeder allein die Stadt erkunden. Ich bin zuerst in einen Bücherladen gegangen, wo ich nach Postkarten schaute. Ich habe ja immer noch den Auftrag, Jacky eine Postkarte zu schicken. Sie bekommt ja aus jedem Land eine. Ich bin da aber etwas eigen. Ich will eine Karte, die nicht irgendwie touristenmäßig auf diese Stadt bezogen war, die ich dazu nicht Mal so richtig hübsch fand, sondern ich suche eine, die Spanien representiert. Am besten irgendwas von einem kleinen lokalen Künstler oder so. Das gab’s da nicht, statt dessen bin ich wieder am paperblanks stand hängen geblieben. Die haben so richtig schöne notizbücher und hier gab es sogar so kunstvolle Lesezeichen. Also nahm ich eins für Jacky mit und auch für jedes Kind. Das sind schließlich alles voll die Leseratten. Danach ging es erstmal durch die Stadt. Kleine Gassen, Hauspassagen und auch nicht so hübsche Wohnblocks. Was ich lustig fand war, das einige, der schönen Fassaden wirklich nur Fassade waren. Das hab ich so noch nicht gesehen. Es stand die hübsche Seite des Hauses, die zur Gasse gewand war und die Leute saßen in Cafés in der Straße. Mehr als die Vorderseite des Hauses existierte aber nicht. Von hinten war kein Haus, sondern ein Gerüst, was die Fassade stützte. Ich habe mir dann ein paar Bier geholt und mich dann an den Hafen gesetzt und gemalt. Ich wollte Mal wieder ein bisschen Urban sketching machen und habe einen Bereich am Hafen mit schönen Häusern gesketched. Dabei habe ich komplett die Zeit vergessen und Franziska hat irgendwann gegen 16:00 geschrieben und gefragt ob wir gemeinsam noch im hellen zurück fahren wollen. Die Idee fand ich gar nicht schlecht und wir haben uns gegen 16:30 getroffen zum zurück fahren. Vorher hab ich noch ein bisschen Sachen zum Essen eingekauft. Die Rückfahrt war von Weg her etwas anders als die Hinfahrt. Keine Ahnung warum. Sie war etwas länger an der Straße entlang, aber am Ende trotzdem sehr Offroad lästig. Klar. Der Campingplatz lag ja auch abseits und war nur durch unbefestigte Straßen erreichbar. Am Zelt haben wir dann noch ein Bier getrunken und gequatscht bis es zu kalt wurde. Es war echt dunkel, ungemütlich und sehr windig. Dann sind wir ins Restaurant gegangen. Da habe ich noch ein Bier getrunken und eins geschenkt, bekommen weil der Kellner an einem anderen Tisch was falsch verstanden hatte. Er hat es dann zu mir gebracht, weil wir den Leuten da von Anfang an schon irgendwie sympathisch waren mit unseren voll gepackten Fahrrädern. Franziska hatte einen Wein und als wir nach der Rechnung gefragt haben, fragte der Kellner, ob wir noch was haben wollen. Als wir nein sagten, sagte er einen schönen Abend und ging weg. Wir haben es erst nicht verstanden und nochmal nach der Rechnung gefragt. Er sagte dann noch mal tschüss, winkte und ist gegangen und hat Tische abgewischt. Er hat uns alles geschenkt und wollte kein Geld für die Getränke. Richtig cool. Wir sind dann gegangen, haben uns gefreut und sind pennen gegangen.

