03.08.2025 – Tag 75

Als ich aufwachte konnte ich es kaum glauben. Keine Tropfen und auch das Zelt wirkte nicht wirklich nass. Ich bin also erstmal raus um zu schauen, wie die lage ist. Da waren nicht viele Wolken und es sah echt nach gutem Wetter aus. Echt krass. Also Isomatte umdrehen, damit die Oberflächliche Feuchtigkeit noch weg geht und erstmal Joghurt machen. Seit langer Zeit konnte ich mal wieder Frühstück essen, bevor ich das Zelt abbaue.
So konnte auch der Rasen noch ein bisschen trocknen, damit der Morgentau weg ist. Nach dem Essen habe ich dann alles verstaut und bin losgefahren. Heute wird wieder eine Grenze passiert. Ab und zu denke ich drüber nach, wie dumm Grenzen eigentlich sind. Irgendwelche Menschen, die man nur aus Büchern kennt, haben irgendwann mal Linien auf ein Papier gemalt und beschlossen das das jetzt alles den gehört. Wenn das jemand anzweifeln werden irgendwelche Soldaten vorgeschickt, die eigentlich gar nichts dafür können und ihr Leben für eine Sache opfern. Mann kann sich auch mit anderen alten Männern zusammentun den auch Stücke von diesem Papier gehören dann tötet man gemeinsam menschen. Leute sind dann auch noch stolz auf diese imaginäre Linie, oder auf das was dazwischen liegt, obwohl ja nie irgendwer bewusst entschieden hat, dort geboren zu werden. Ich verstehe diesen stolz nicht und sehe auch keinen Grund dafür. Naja. Ich verstehe halt viele Dinge nicht, die schon seit Generationen für richtig und gut erachtet werden.
Der Weg zur Grenze war jedenfalls nicht mehr weit. Und auch das Wetter war mega gut. Was ich nicht so gut fand, war das als erstes ein Atomkraft auftauchte und dann ganz viele große Ölkonzerne da vor Antwerpen scheinbar ihr Fabriken haben. Hübsch ist anders. Auch so war überall Industrie und rauchende Schornsteine.

Als nächstes wurde ich vom meinem Navi zu einer Fähre geführt. Ich bin dann aber wieder umgedreht, weil ich gern durch Antwerpen wollte und Rausfand das es auch Brücken gibt. Die Verkehrsführung war aber schon anspruchsvoll. Überall Baustellen und ich bin gefühlt 10 Umleitungen gefahren. Dann stand ich vor einer hochgeklappten Brücke, die scheinbar außer Betrieb war. Geil… Zum Glück gab es noch eine und von da kamen auch Fahrradfahrer. Schon Mal ein gutes Zeichen. Unterwegs bin ich noch an einer langen Mauer vorbei gekommen, wo richtig gute Graffiti waren. Also anhalten und erstmal 1000 Fotos und Videos machen, als ich daran Langgefahren bin.

Nachdem ich den Fluss dann über eine Brücke überquert hatte, wurde es etwas schöner. Antwerpen hat wahrscheinlich schon schöne Ecken, aber ich hatte ja keine Zeit die zu suchen. Was ich gesehen habe war ganz schön, aber auch nichts wegen dem man unbedingt nochmal zurück kommen muss. Also ging es weiter. Nach etwas über 80km kam ich dann in Brüssel an. Unterwegs hab ich durch Zufall noch das Atomium gesehen, wo ich dann auch erstmal hingefahren bin. Aber nur um ein paar Fotos zu machen. Nachdem ich ins Zentrum kam hab ich ein riesiges Hochhaus gesehen. Das war ganz schön imposant. Später hat mir Ben erzählt, das er früher darin gewohnt hat und das es das höchste Gebäude in Belgien ist. Was aber noch cooler ist, ist das er meinte das er noch einen alten Transporter hat und das wir morgen schauen können, ob wir da aufs Dach kommen. Mega. Naja. Nachdem ich noch ein bisschen durch die Stadt gefahren bin kam ich dann bei Ben an. Er und seine Frau wohnen direkt im Zentrum. Es gab auch einen Keller in der Tiefgarage, zum anschließen, wo mein Fahrrad stehen konnte. Dann hab ich erstmal geduscht und danach mit Ben und seiner Frau ein Bier, bzw. Wein getrunken. Dann ging die große Runde los. Ich war zwar weit gefahren und es war schon nach 18:00 aufm Montag, aber wir sind trotzdem noch los gegangen. Wann hat man schon Mal die Möglichkeit von einem Local, der auch keinen Bock auf typischen Touristen scheiß hat, eingeführt zu werden. Im Laufe des Abends dachte ich das ich mich mit der Französischen Sprache vielleicht doch anfreunden könnte.
Naja. Als erstes sind wir ins Délirium Café gegangen. Die haben über 2000 Biersorten und natürlich musste ich ein gutes belgisches testen. Es wurde duvel 666 mit 6,66% Alkohol. Danach gab’s erstmal ne große Portion belgische Pommes mit Samurai Sauce. Ein bisschen scharf mit dem tick Limette. Als Nachtisch gab’s eine belgische Waffel. Das beste ist, das die beiden natürlich wussten wo es die besten Pommes und Waffeln gab. Zwischendurch sind wir noch beim menniken Pis vorbei und bei der weiblichen Version. Danach sind wir dann erstmal auf eine rooftop bar. Die war auf dem Dach eines großen Hochhauses. Da auch wieder ein Bierchen. In Brüssel ist, trotz das Montag ist, ganz schön was los. Langsam wurde es auch schon dunkel. Wir sind noch in den Park royale gegangen, wo auch der König seine Behausung hat. Ben meinte das der aber nicht so oft da ist, weil der noch eine andere Residenz hat, die im grünen liegt. In dem Park waren sie leider gerade am abbauen. Da ist jeden Tag so’n Café, wo sie elektro Musik spielen. Schade. Also weiter zur nächsten bar aufm Dach eines Hochhauses. Da würden wir leider nicht mehr rein gelassen, weil die in 30min. Schließen. Also wieder zum Delirium Café und noch ein Bierchen. Dieses Café hatte mehrere Stockwerke und es gibt live Musik und so. Das ist genau so eine Bar wie ich sie in Deutschland vermisse. Gemütlich und man hält sich gern da auf. In den spielunken in Deutschland geht ich nicht freiwillig, oder ohne guten Grund rein.
Nachdem wir da noch ein Bier getrunken haben, sind wir dann wieder zu Ben. Wir haben bis kurz nach 3:00 Rum und konjak getrunken und gequatscht über das kaputte kapitalistische system, Perspektiven, Ideen, träume und Wünsche für die Zukunft. Das war wirklich ein wunderschöner Abend und ich hoffe da kommen noch mehr mit Ben.

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