29.09.2025 – Tag 129

Heute bin ich Recht früh aufgestanden. Das Zelt war wieder komplett nass. Ich habe also versucht das Zelt so gut es geht zu trocknen und es so spät wie möglich einzupacken. Während dessen habe ich meine Sachen gepackt und alles fertig gemacht. Es kam mir wieder alles eeeewig vor. Ich wollte jetzt nur noch so schnell es geht in den Süden. Weg von der Kälte und weg von diesem nassen nebeligen wetter. Wobei ich mich fragte ob es überhaupt besser wird, oder ob halt jetzt die Tage warm und die Nächte kalt und nass sein werden. Das wird sich zeigen. Ich habe am Ende jedenfalls das Zelt dann halb nass eingepackt und alles am Fahrrad festgezurrt. Als ich aufsteigen wollte fiel mir auf, dass mein reifen platt ist. Also alles was sein musste wieder runter und Reifen flicken. Ich Versuche jetzt öfter zu flicken anstatt gleich zu tauschen. Das kann ich mir in der Frequenz sonst auf Dauer nicht leisten und außerdem will ich nicht ständig nach Decathlon suchen und Umwege da hin fahren. Nach einiger Suche fand ich zuerst das Loch und mit Hilfe der Stelle von Loch fand ich dann auch den Fremdkörper. Ein alter bekannter. Eine Scherbe wegen der ich früher schon ein Platten hatte. Also habe ich mit dem Dorn vom Schweizer taschenmesser die Scherbe von innen wieder nach außen durchgedrückt. Inzwischen kann schon den Platzwart auf seine Vormittagsrunde vorbei und schaute ob alles in Ordnung ist. Dabei sah er mich und es tat ihm voll leid daß ich immer noch da war. Naja. Nach dem flicken bin ich dann wieder extrem
Spät losgekommen. Auf dem Weg haben ich wieder mit Jacky telefoniert. Sie hat Versucht mich auf dem schnellsten Weg zum Rhone Radweg zu leiten. Dabei hat Google wieder bewiesen wie unermesslich schlecht es ist, wenn man auf Fahrrad stellt. Ich bin über ein Firmengelände und dann durch eine Schotterstrecke am Kanal gefahren. An verlassenen Bahnschienen endlang und plötzlich stand ich vor einem riesen Kiesberg. Der gehörte zur Förderanlage von einem großen Kieswerk. Zum Glück gab es einen schmalen Weg am Kiesberg vorbei. Wieder über ein Industriegelände und vorbei an laufenden Fließbändern und Riffelanlagen. Und dann auf ein Auto zu. Aus der Ferne dachte ich, das dort jetzt die Polizei auf mich wartet, aber als ich näher kam sah ich zum Glück das es nur ein Firmenwagen ist, mit einem Typen drin, der sich nicht für mich interessiert hat.
Nach einer ganzen Weile habe ich dann den Radweg gefunden der wirklich schön war. Er führte auch teilweise durch schöne Waldgegenden endlang an der Rhone. Im Hintergrund die ganze Zeit die großen Berge, die in verschiedenen blautönen am Horizont erschienen. Irgendwann bin ich dann zu einem intermarche um Mittagessen zu kaufen. Es gab wieder Baguettes um weiter den Aufschnitt wegzufuttern. Danach wollte ich zum Radwanderweg zurück. Das gestaltete sich aber nicht so einfach, weil ich zufällig genau da wo ich zum Supermarkt vom Radweg abgefahren bin, über eine Brücke fahren musste. Ich suchte also auf der falschen Kanalseite nach dem Fahrradweg. Nach elendigem rumgurken und suchen mit Hunger bin ich dann einige km zurückgefahren zur Brücke. Auf der anderen Seite ging es dann endlich wieder auf dem Radweg weiter.
Ich war aber inzwischen schon so hungrig das ich langsam genervt war. Außerdem hatte ich den ganzen Kram im Helm transportiert weil immer noch kein Platz in den Taschen war. Komisch. Das führt dazu das mir die Baguettes mehrere Male aus dem Helm rutschten und auch einmal auf den Boden fielen, war meine Stimmung auch nicht gerade verbesserte. Nachdem ich ewig gefahren war und inzwischen richtig grummelig geworden bin, weil es einfach keinen Essplatz gab. Hab ich dann doch endlich einen Platz gefunden und dort endlich gegessen.
Zwei Mädels kamen kurz darauf vorbei, die Deutsch Sprachen und ein Radfahrer „Stefan“. Alle Richtung Spanien unterwegs und auf suche nach Werkstatt. Leider alle mit gravelbikes und viel leichter bepackt als ich, also tendenziell wesentlich schneller und niemand mit dem man Mal eine Strecke gemeinsam fahren kann. Mit Stefan bin ich dann ein Stück gemeinsam gefahren. Nur ein paar Kilometer. Dann trennten sich unsere Wege wieder.
Es ging weiter über Land und in die Berge. Da ich von der Strecke abgewichen war, musste ich wieder nach dem Radweg suchen.
Es ging an Bahnschienen entlang und ich sah in ca. 50 Meter nach unten den fahrradweg. Irgendwann kam ich wieder zurück an Kanal und hab dann durchgezogene bis zum Campingplatz kurz hinter Valence. Das waren etwas über 80km Richtung Süden und ich bin kurz vor 18:00 total kaputt angekommen. Es war aber kein Personal in der Rezeption, obwohl es der letzte Tag war, wo der Platz offen sein sollte. Auf dem Platz sah ich aber auch andere Leute, die scheinbar auch einfach aufgebaut hatten. Auch campervans standen da, also hab ich auch einfach mein Zelt aufgebaut. Danach bin ich Duschen gegangen. Als ich zurück kam saß draußen noch eine Gruppe andere Biker, die sich an einem Tisch zusammengesetzt hatten und auf Englisch quatschen. Einer mir nem Trekkingbike und ein Pärchen mit nem tandem, aber ich hatte keine Lust und keine Energie mehr um mich dazuzusetzen. Also bin ich ins Zelt und hab ziemlich bald geschlafen.

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