05.09.2025 – Tag 105

Die Nacht war ganz okay. Ich habe eigentlich ganz gut geschlafen.
Wir sind gegen 8 aufgewacht und auch wenn das Obst schon vorgeschnibbelt war, weil Dörte besonders schnell fertig sein wollte, hat sich der morgen richtig gezogen. Die Annahme, das man voll Zeit sparen kann, weil man ja kein Zelt abbauen muss hat sich leider nicht bewahrheitet. Statt Zelt abbauen war halt Wohnwagen leer machen und durchwischen weil alles voll matsch und Wasser vom Vortag war. Dazu kam die Wäsche, die wir abhängen mussten. Das war dann ein neues Problem. Die Wäsche war im Plastikvorzelt nicht getrocknet, sondern es machte den Anschein, als wenn die Sachen die weniger nass waren, jetzt nasser waren als vorher und die nassen Sachen waren mindestens noch genau so nass wie gestern. Es wirkte als versuchten wir die Wäsche in einem Gewächshaus mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit zu trocknen. Ich glaube das liegt daran das es die ganze Nacht gegossen hat und in dem Plastikding konnte eh nichts atmen. So sammelte sich all die Feuchtigkeit in unserem Klamotten und die waren jetzt alle klitschnass. Dörte ist dann auf die Idee gekommen, draußen auf einem freien Platz eine Leine zu spannen, was ich mega gut fand. Das hat auch zum Glück noch ein bisschen was gebracht, aber die Kleidung mit der wir gestern im Regen angekommen sind, war immer noch komplett Nass.
Das Vorzelt war auch extrem vollgesaut. Wir hatten natürlich auch die Bikes mit ins Vorzelt gestellt. Also alles raus und zusammengepackt. Wir haben dann noch gefegt und ein bisschen gewischt, aber der Bodenlappen war bei unsere Ankunft schon voller Erde. Da ging nicht mehr viel.
Eigentlich war für morgens auch noch Regen angesagt, aber bis auf einen ganz kurzen Moment Nieselregen, war es zum Glück trocken.
Gegen kurz vor 12 sind wir dann erst los. Die Route zum nächsten Platz war 39 km. Die war absichtlich auch ehr kurz gewählt.
Die Strecke war aber richtig schön und irgendwann kam auch die Sonne raus. Wir sind ein Stück die Euro Velo Route 6 gefahren. Die ging an einem Kanal entlang, wirklich schön. Durch kleinere Orte und zum Glück nur ganz wenig Straßen mit Auto Verkehr. Mittag haben wir gar nicht wirklich gemacht. Ein paar Mal getrunken, einmal Nüsschen und Riegel. Wir waren ja eh spät dran und das fahren hat auch echt Spaß gemacht. Irgendwie konnte ich mich aber immer noch nicht so richtig drauf einlassen, das es jetzt wieder weiter ging und das Nomadenleben jetzt wieder weiter ging. Ich dachte immer noch ab und zu zurück an Freiburg und wie wohl ich mich da fühlte und überlebte ob ich vielleicht doch irgendwann, irgendwo an einem Ort ankommen könnte, wo ich mich wohl und zu Hause fühle. Dieses Gefühl kannte ich nicht so gut. Ich war bisher mein Leben lang ehr auf der Suche und konnte nie irgendwo wurzeln schlagen. Es zog mich bisher immer weg und plötzlich hatte ich so etwas wie das Gefühl gar nicht so wirklich reisen zu wollen. Das wurde natürlich durch das Wetter begünstigt und dadurch das sich meine ganze Situation ja wieder änderte. Ich war nicht mehr allein. Ich konnte nicht mehr einfach machen was ich will. Ich musste zum Beispiel wieder auf Campingplätze. Jeden Tag. Weil Dörte nicht wildcampen mochte. Und ich musste mich absprechen und Kompromisse eingehen. Ich musste mich erstmal wieder akklimatisieren. Ich meine damit gar nicht das ich das alles schlecht fand. Es hatte auch viel Vorteile. Man konnte sich Aufgaben teilen. Dörte suchte Campingplätze raus und plante die Route. Schnibbelte essen, während ich andere Dinge tat. Wir konnten uns ergänzen, aber ich musste halt erstmal wieder darauf klar kommen. Naja. Wird schon und ich wollte es ja auch so und ich hatte immer noch fest vor nach Süden zu fahren und den Winter in warmen Ländern zu verbringen. Auch wenn ich manchmal an kalte abende im Bauwagen vor dem knisternden Kamin zurück dachte. Jetzt waren wir Jedenfalls unterwegs und am Ende unserer Tagesetappe wurde es dann noch etwas bergig. Es gab also wieder eine kleine Herausforderung. Der erste Berg war schon Recht steil und Dörte musste ich eine Pause machen. Sie kämpfte sich dann aber tapfer durch. Wir merkten schnell das es wohl die Vogesen Ausläufer sein mussten, die nochmal ein bisschen Kraft erforderten. Aber nichts, was uns überforderte. Am Campingplatz haben wir die Nacht gebucht. Ich kenne ja die günstigen Campingplatz Preise aus Frankreich, aber 12,66 € für zwei Personen mit Zelt toppt echt noch einiges. Echt der Hammer. Wir haben dann gleich überlegt, ob wir noch eine Nach bleiben. Morgen soll es so 21 ° C warm sein. Übermorgen allerdings 26. Also Mal sehen. Wir wollten erstmal die Gegend erkunden und schauen wie uns die Innenstadt so gefällt und ob wir hier morgen ein bisschen rum hängen können. Aber erstmal haben wir haben dann die ganze Wäsche in die Sonne gehängt und das Zelt aufgestellt.
Die haben hinten in der Ecke einen Platz wo Wandersleute und Fahrradmenschen hin kommen. Leider war der Bereich etwas schräg. Aber es ging noch.
Danach ging es weiter zu Aldi, erstmal was zu essen holen, damit wir uns nicht den Bauch teuer im Café vollschlagen. Leider war der Einkauf ein Griff ins Klo. Ekliger Nudelsalat in zwei Varianten. Dörtes hatte sogar Krebs drin. Ich dachte erst das es Würstchen sind, aber Dörte hat dann auf der Packung so Meerestiere abgebildet gesehen und fand das Mega eckelig. Der Couscous Salat war auch nicht geil. Dann gab es Kinder boueno von der Aldi Marke und zwei Kirsch Joghurts. Dörte hatte direkt Sodbrennen und ihr war schlecht. Mit dem Mittagessen müssen wir uns hier wohl noch einpendeln. Erstmal gute Optionen ausloten, die man so kaufen kann.
Wir sind dann weiter in ein niedliches Café gefahren, dass Dörte schon mittags rausgesucht hatte. Das lag in der Innenstadt von Belfort. Zu der man erstmal durch ein Burgtor in einem will einer mittelalterlichen Befestigungsanlage fahren musste. Davor war sogar ein leerer Burggraben.
Ich habe im Café gemalt und Dörte hat Tagebuch geschrieben. Es gab Decaf Cappuccino für Dörte und eine Limo für mich.
Nach dem Café wollten wir doch noch was anderes zu Essen, weil das erste so unschön war. Wir haben uns dann Baguette und Käse geholt und das noch am Zelt gegessen. Danach war es auch schon Zeit fürs Bett.

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