19.07.2025 – Tag 60
Mit dem Wecker klingeln war ich noch nicht wirklich wach. Ich hab ihn dann auch nochmal weiter gestellt. Gegen Viertel vor 8 bin ich dann aufgestanden und hab direkt Arthur getroffen. Der hatte schon Frühstück gedeckt. Es gab leckeres selbst gemachtes Brot mit Schoki Aufstrich. Das hab ich auch schon lange nicht mehr gegessen. War aber sehr geil. Schoko Aufstrich müsste es aus der Tube geben. Beim Frühstück erzählte Arthur das sein Kollege schon da ist und mit der Arbeit angefangen hat. Wir haben aber trotzdem noch in aller Ruhe zuende gefrühstückt und sind dann rüber gegangen. Ich hab sogar passende Stiefel bekommen. Weil hier so viele Gäste sind, gibt es auch Stiefel in allen Größen. Die Arbeit war echt cool. Ich hab mich gefreut was körperliches zu machen. Das ist viel geiler als den ganzen Tag aufm Arsch zu sitzen und auf einen Bildschirm zu starren. Ich hab Erde geschaufelt und mit der Schubkarre zur Baustelle gebracht. Eine andere Arbeit war Steine anreichen und aussortieren. Während der Arbeit habe ich darüber nachgedacht, das seit ich keinen Schreibtischjob mehr mache, meine tennisarme weg gegangen sind und auch nicht wieder kamen. Ich hatte das ja auf beiden Seiten. Außerdem habe ich keine Nackenverspannungen mehr, die Zwischenzeitlich so heftig waren das ich davon Kopfschmerzen bekommen habe. Außerdem habe ich keine Rückenschmerzen mehr und im ganzen bin ich wesentlich glücklicher. Ich komme immer mehr an den Punkt, das ich mir sicher bin meinen bisherige Job nicht mehr machen zu wollen. Der Job in der Chipentwicklung oder in der Digitaltechnik ist zwar ganz interessant, aber einen wirklichen Sinn sehe ich darin nicht. Ich glaube auch das ich nicht der Typ bin, der sich 8h am Tag auf ein virtuelles Problem konzentrieren kann. Ich hab ehr Lust etwas zu erschaffen. Etwas physisches. Wie meine Kunst, oder Holzarbeiten. Oder Arbeit an Fahrrädern, oder mit Menschen. Ich denke ich werde etwas ganz neues machen, wenn ich zurück kommen werde. Ich will dieses Spiel nicht mehr mitspielen, meine Lebenszeit gegen Geld herzugeben, mit dem ich mir dann irgendwelchen scheiß kaufe. Reduziert habe ich mich ja schon. Der erste Schritt ist getan. Die Arbeit hat so viel Spaß gemacht und mir gezeigt das Arbeit nicht scheiße sein muss. Auch wenn sie simpel war und nicht viel können erforderte, war sie selbstbestimmt. Ich habe mich dafür entschieden und wollte dafür keine Dinge oder Lob oder Zuspruch. Ich habe es für mich gemacht und nicht für irgendeine Firma, die irgendwas entwickelt, was den Menschen im Endeffekt nichts bringt. Auch wenn es den Namen Innovation trägt. Das beste war die Tätigkeit am Ende. Da habe ich ganz allein mit einem Besen da gestanden und habe fand in die Fugen zwischen die Steine gefegt. In Ruhe und ohne Stress. Es war richtig meditativ, dabei zuzusehen, wie der Sand in die Zwischenräume rieselt. Wie bei einer Sanduhr. Das war sicher nicht effektiv oder schnell. Es war einfach nur Ruhe und Entspannung. Später kam Arthur vorbei. Als ich ihm davon erzählt habe, sagte er das er neulich auch sehr viel Zeit damit verbracht hat, weil er es auch schön fand. Er hat es genau so empfunden. Wie lustig, wenn man mal so drüber nachdenkt. Ich hab mit Arthur auch lange zusammen gesessen und über die Gesellschaft und Arbeit und die Menschen gesprochen. Ich finde er ist echt ein sehr beeindruckender Mensch und ich denke das die Zeit hier, auch wenn es nur ein Tag war, mir sehr sehr viel gegeben hat. Ich bin sehr glücklich das sich unsere Wege gekreuzt haben und es war eine sehr schöne Erfahrung. Nach der Arbeit hab ich noch an meinem Navi rummanipuliert, damit es meine Batterien auch bei der Fahrt laden kann. Dafür hab ich eine pet Flasche zurecht geschnitten, so das ein Knopf im Navi von den Batterien gedrückt wird, der vorher nicht gedrückt wurde. Das laden scheint zu funktionieren. Danach hab ich noch die letzten Maps fürs Navi runtergeladen. Belgien, Frankreich, Spanien, … Dann haben wir noch gegessen und zusammen abgewaschen. Wir sind beide so kaputt gewesen, das wir uns schon um kurz vor 9 verabschiedet haben und ich nur noch geduscht und ins Zelt gegangen bin.

