24.10.2025 – Tag 154

Ich fange den Tag Mal mit dem Moment an, wo ich von der Fähre gerollt bin. Wirklich Nacht und Schlaf habe ich ja nicht bekommen. Ich bin also runter zum Laderaum und habe mich auf mein Bike gesetzt. Jetzt ging es los an der Küste. Mein Navi hat mir gesagt das es ca. 35km sein sollen. Die fahrt ging um 6Uhr los und die Sonne war noch nicht Mal aufgegangen. Alles war dunkel und bis auf ein paar Jogger war niemand unterwegs. Ich fuhr immer am wasser. Erstens war da ein gut ausgebauter Radweg und zweitens hatte ich schon mal Lust mir den Ballermann anzusehen, solange hier noch keine nervigen Menschen sind. Es dauerte eine ganze Weile bis ich am Ballermann ankam. Es war von den Läden wirklich so wie ich dachte. Es tauchten Namen wie Franks Wurstparadies, oder Brathahnjens auf. Ich weiß nicht wer schon mal am Tag in Hamburg über den Kiez gelaufen ist, aber ein bisschen soein Gefühl machte das bei mir. Alles etwas ranzig und auf Party ausgelegt, aber ohne Party und Menschen tot und hässlich. Naja. Es ging dann ins Landesinnere. Und nicht nur das. Es ging auch gut ein paar Höhenmeter hoch. Immer wieder schlängelte sich die Straße hoch und ein bisschen wieder runter, aber hauptsächlich hoch. Langsam ging die sonne auf und es war ein wunderschöner anblick, wie alles in so orange und Rottöne gehüllt war und Rechts und links Felder mit dieser roten Erde und alles mediterran. Ich merkte aber langsam auch wie krass fertig ich war und die Strecke nahm einfach kein ende. Ich war inzwischen schon weiter als 40km gefahren. Der Umweg an der Küste war wohl mehr als ich dachte. Ich konnte zum Glück schon zwischen 9:30 und 10 einchecken. Gegen kurz nach 9 hielt ich noch an einem Supermarkt in der kleinen Stadt Llucmajor an. Es war gar nicht so einfach den zu finden, weil alles Einbahnstraßen waren und in der Stadt ein großer Markt/Flohmarkt war, so das man in vielen Straßen nicht fahren konnte. Nicht fahren ist scheiße. Darum habe ich natürlich versucht die Straßen zu umfahren. Im gegenverkehr fahren war ich ja inzwischen geübt. Im Supermarkt holte ich mir essen und trinken und Snacks. Ich wollte heute nicht mehr aus dem Haus, bzw. Nicht mehr vom hof. Vom Ort aus waren es nur noch ca. 3km. Dann stand ich vor einem großen Stahltor. So kenne ich es aus meinen Spanienerfahrungen. Alles verriegelt und versammelt. Die Leute habe hier scheinbar vor irgendetwas Angst. Mir wurde das Tor aufgemacht und dann traf ich Ester. Ihr gehört der Hof und das land. Es war ein riesiges Grundstück und ihre Mutter wohnte im Haus ein Stückchen von ihrem Haus weg. Ich fragte Ester was es mit diesen großen Zäunen und Stacheldraht auf sich hat. Sie hat nicht ganz verstanden was ich meinte, aber als ich ihr sagte, das es z.b. in Schweden kaum Zäune gibt, verstand sie und meinte sie weiß auch nicht. Das macht man hier so. Und als ich fragte ob es so viel Kriminalität gibt, sagte sie nein. Scheinbar hatte sie nie drüber nachgedacht. Vielleicht ist es hier wirklich einfach normal. Ich packte meine Sachen in mein Zimmer und merkte das irgendwie meine Bauchtasche mit meinem Reisepass und meinem Lieblingsmesser und kopflampe, Schleifsteine und und irgendwie nicht da ist. Ich konnte mich auch nicht dran erinnern wo sie sein könnte. Das letzte Mal wo ich mich erinnern konnte, war in dem Supermarkt. Also musste ich total kaputt nochmal losfahren und als ich ankam erinnerte ich mich das ich sie in ein Schließfach am Eingang getan hatte. Ich holte also den Schlüssel aus der Tasche, nahm die Tasche raus und fuhr zurück. Hier auf dem Hof hatte ich den Raum, eine Außenküche und ein Außenbadezimmer. Dazu hatte Ester noch eine kleine Ecke mit 2 liegen unter einem Baum eingerichtet. Mit Lichterketten, die abends angingen. Ich legte mich auf eine Liege und merkte wie mein ganzer Körper runterfuhr und der Stress gefühlt aus mir raus floss. So eine krasse Ruhe habe ich schon lange nicht mehr gespürt. Man hörte gar nichts nur ein Windspiel aus Bambusohren was leise Töne machte. Dazu die Wärme und die Sonne die leicht zwischen den Blättern durchstrahlte. Ich habe total kaputt rumgelegen, einfach die extreme Ruhe genossen und Stress abgeworfen. Ab und zu war ich im Garten und ab und zu lag ich auf dem Bett Rum. Geschlafen habe ich aber nicht. Nur so vor mich hin existiert. Gegen 21:00 bin ich dann total fertig ins bett gegangen und sofort eingeschlafen.

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