21.11.2025 – Tag 182
Heute hab ich wieder im halbdunklen Gepackt und es wirkte, außer an den Händen gar nicht so kalt. Die Sonne geht inzwischen erst nach 8:00 auf. Im Tal stand Nebel, oder Wolken, oder ist es das gleiche? Es war echt ein schönes Bild. Man sah auch allmählich schon die Sonne auf die kleine Stadt Jola scheinen. Ich packte und machte mich auf den Weg. Erstmal schauen wie man hier wieder rauskommt, ohne zu viele Höhenmeter wieder zu verlieren. Tendenziell muss ich die ja dann wieder hoch. Ich sah einen Weg auf der Karte, der mir aber von keinem Navi vorgeschlagen wurde. Ich bin ihn aber trotzdem gefahren. Wahrscheinlich waren die Router dagegen, weil ich ein Stück umgekehrt über eine Autobahnraststätte fahren musste. Danach ging es weiter auf einer kleinen Straße. Es war wieder extrem nebelig und ich spürte inzwischen meine Finger und Zehen nicht mehr. Im kleinen Dorf Riofrio hatte sogar schon eine Gaststätte auf, wo ich mir erstmal einen Kaffee holte und mich an einen pallet Kamin setzte. Mega. Draußen sah ich den Nebel und ich war im warmen. Nach dem Kaffee ging es dann aber weiter und ich hab mir echt den Arsch abgefroren. Meine Sommerhandschuhe waren tatsächlich etwas unterdimensioniert und meine Zehen habe ich auch nicht mehr gespürt. Immer wenn es bergauf ging, ging es und ich wärmte etwas auf. Wenn es dann wieder bergab ging war es wieder eiskalt. Ich war echt froh als ich die ersten Sonnenstrahlen spürte. Das war so gegen 11:00 denk ich. Dann machte ich mir auch schon Gedanken wo ich wohl am besten mein Zelt und den anderen Kram nochmal trocknen kann. Zum Glück fand ich genau in der anfänglichen Mittagssonne einen Pauseplatz mit mehreren Bank-Tisch Kombinationen. Dieses mal dachte ich sogar an Schlafsack und Inletts. Ich hab mir nebenbei was zu essen gemacht und die Wärme genossen. Nach einer langen Pause kam dann das, was scheinbar jeden Tag ansteht. Eine Überquerung irgendeiner Bergkette. Es ging wieder richtig steil hoch. Dann nach einer gefühlten Ewigkeit gab es wieder eine Abfahrt. Von den mühsam erkämpften 750m wieder auf ca. 400.
Von da an direkt wieder auf über 700 und dann das letzte Mal wieder runter. Jetzt musste ich schon langsam schauen wo ich bleiben will. Viele spontane Optionen gab es nicht, da wieder jeder Quadratmillimeter mit Landwirtschaft dichtgeschissen war. Ich sah dann aber nach langem suchen, das es ein paar Plätze gibt die etwas abseits meiner eigentlichen Route waren. Erst wollte ich zu einem Platz mit See fahren. Der wäre aber 15km komplett in die falsche Richtung. Dann wurde es ein Platz, der in die richtige Richtung, aber etwas südlicher lag. Erstmal schickte mich Google über einen matschigen Privatweg. Dann wurde es aber besser und ich kam über ein paar Straßen und Berge nach ca. 1h an einem schönen Picknickplatz an. Da gab’s dann erstmal Abendbrot. Während dessen sah ich das hier ein paar Katzenbabys in einer Gitterbox lebten. Die konnten auch raus, aber irgendwer hatte den diesen Rückzugsort eingerichtet. Da gingen dann meine letzten Leckerlies drauf. Dann kamen immer wieder Autos und ich wollte mit dem Zelt aufbauen warten bis alle weg sind, aber eins blieb stehen. Dazu kam das es mega kalt war und ich in meinen fahrradklamotten irgendwie voll auskühlte. Außerdem war es windig was die gefühlte Temperatur nochmal kälter machte. Es war mit Fließpulli und Jacke dann aber einigermaßen auszuhalten. Ich denke das wird erstmal die kälteste Nacht sein. Morgen geht’s auf ein niedrigeres nevau und auch so soll das Wetter wieder wärmer werden. Naja. Als es dunkel wurde, baute ich dann mein Zelt an einer von der großen Straße abgelegenen Ecke auf. Im Zelt war es gleich wieder eine ganze Ecke wärmer und gemütlich.

