20.11.2025 – Tag 181
Nachdem ich gegen halb 8 aufgewacht bin hab ich erstmal meinen ganzen Kram zusammen gewühlt und eingepackt. Dann hab ich die Taschen zum Fahrrad gebracht und mir erstmal ein Mini-Frühstück gemacht. Ich hatte nicht mehr wirklich viel. Dann hab ich mir noch im Hostel einen überteuerten Kaffee geholt und in Ruhe nach der Tour geschaut. Dann ging es auch schon los. Halsschlauch und Handschuhe waren schon rausgelegt und dieses mal hab ich mir gleich ne lange Thermohose unter der kurzen Hose angezogen. Als ich rausging wurde mir klar das meine Vorsorge nicht unberechtigt war. Es ging bei 3°C raus. Ich hab mir den Halsschlauch bis über die Ohren gezogen. Erstmal raus aus Granada. Als erstes kam eine ländliche Gegend. Es gab sogar einen richtigen Fahrradweg, bis ich einen Bagger sah und der ganze weg gesperrt war. Daneben verlief ein Trampelpfad aber der war ein gutes Stück nach unten versetzt. Als ich noch bremste um mein Fahrrad runterzuhiefen kamen schon 2 Männer und fassten direkt mit an. Wie schnell einem sowas den Tag versüßen kann. Dann ging es weiter und ich traute meinen Augen kaum. Von einer auf die nächste Sekunde rollte ich auf den krassesten Nebel zu. Ich schätze mal das ich so 20m weit sehen konnte. Sonst grau. Teilweise richtig Bodennebel. Es war gruselig und schön gleichzeitig. Ich fuhr eine ganze Weile in dieser Gegend umher, bis ich in eine kleine Stadt kam da gab es erstmal zweites Frühstück. Leider gab es nur ein Mini laden aber ich bekam immerhin ein Schokobrötchen und ein anderes Gebäckteilchen. Danach ging es eigentlich die ganze Zeit an einer Autobahn endlang. Hier gab es ja nicht viel. Ab und zu ein Dorf und dann eine große und parallel dazu eine klein Straße. Auf der fuhr ich und sie bestand mehr aus Schlaglöchern als aus Straße und ab und zu Mal eine Riesenpfütze, in der mein halber Reifen versank. Die Umgebung war eigentlich ausschließlich Landwirtschaft und Monokulturen. Am Horizont sah ich eine neue Bergkette auftauchen. Sicher die, durch die ich muss. Das letzte Mal richtig Gebirge vor Sevilla. Aber zu viel Gebirge um heute noch zu fahren. Mein Plan ist vor dem Bergen zu übernachten und morgen am besten das gröbste hinter mir lassen. Danach wird das Wetter hoffentlich auch wieder gemütlicher. Als ich mich einmal umdrehte sah ich einen mächtigen schneebedeckten Berg und freute mich, das ich nich drauf zu fahre, sondern ihn hinter mir lasse. Mein nächstes Ziel war ein Dorf namens Huétor Tajár. Dort gab es ein Mercadona und dort wollte ich mir neue Pläne wegen der Übernachtung machen. Ich war echt schnell vorran gekommen, weil es hauptsächlich flach war. Beim Supermarkt angekommen hab ich wieder richtig viel eingekauft und meine Wasservorräte aufgefüllt. Das Wasser vom Hostel konnte man wegen extrem viel Chlor nicht trinken.
Im Ort merkte ich, das das mit der Schlafplatzsuche wohl schwierig wird. Überall nur Landwirtschaft und nicht ein m² wilde Natur. Also alles privat.
Ich fuhr bis zum nächsten Dorf namens Loja. Das hatte ich mir eh ursprünglich als Ziel gesetzt. Hier war ich schon dicht an den Bergen und ich konnte ein bisschen in die Berge wo ich Natur hatte. Ein bisschen hieß leider das ich noch 200hm überwinden musste und als ich endlich in den Bergen war, stand dort ein Schild, das hier Leute das Gebiet überwachen wegen jagt und Naturschutz. Super. Ich stellte im Navi mein nächstes Ziel ein. Hier konnte ich nicht bleiben. Das Dorf heißt riofrio. kalter Fluss. Nach ein paar Metern führte mich mein Navi in eine Sackgasse. Keine Ahnung wo hier wieder ein weg sein sollte aber die Sackgasse war gar nicht schlecht. Am Fuß einer Autobahnbrücke und mit Sicht ins Tal. Nach etwas frustriertem rumgeschiebe entschloss ich mich hier zu bleiben. Ich kochte mir noch Nudeln, und baute das Zelt auf. Als ich mit allen fertig war, war es auch dunkel. Perfektes Timing.

