11.11.2025 – Tag 172
Heute bin ich aufgestanden und habe mich mit Corinna unterhalten. Sie hat vorgeschlagen gemeinsam so eine Atemmeditation zu machen. Warum nicht. Wir haben also auf der Dachterrasse gesessen und die geführte Meditation gemacht. Leider hat sie mir überhaupt nicht gefallen, weil mir der, der sie abgeleitet hat, viel zu hektisch war. So schnell wie der geredet hat und man einatmen und ausatmen sollte, hätte ich wahrscheinlich hyperventiliert. Ich habe es in meinem Tempo gemacht, aber auch die Musik im Hintergrund kam mir ehr vor wie Motivationsmusik bei einem Spinning Kurs. Aber so ist jeder anders. Corinna gefällt es und es war immerhin ein Versuch wert. Sie ist dann Recht früh wieder losgefahren. Franziska und ich haben uns in Ruhe fertig gemacht und sind gemeinsam losgefahren. Erstmal in ein Café am Strand. Da haben wir dann jeder 2 Kaffee getrunken und darüber gesprochen, das wir wieder getrennte Wege gehen, bzw. fahren wollen. Das war irgendwie ein komisches Gefühl. Wir haben ja eine ganz Weile gemeinsam verbracht. Aber sie hat es als unfrei empfunden, die Tage hinter mir her zufahren, weil ich ja die Navigation übernommen hatte und ich habe mich nicht frei gefühlt in der Planung. Franziska recherchiert ja wirklich alles und ich bin da wieder ein bisschen zu sehr „mit geschwommen“. Franziska fuhr los und ich bestellte mir noch einen Kaffee. Für mich war klar, dass ich wieder freier in der planung und in den Etappen werden will. Die einzige Möglichkeit für mehr Freiheit ist in meinen Augen wildcampen. Ich habe ja schon in Frankreich festgestellt wie sehr es entschleunigt, wenn man einfach nicht drüber nachdenken muss, wo man abends ankommen muss. Das heißt es steht einem dadurch frei, manche Tage kürzer zu fahren, oder wenn man halt gerade im flow ist mal längere Strecken zu machen. Dazu kommt, das man so diese ganzen nervigen Menschen mit ihren großen Autos und die schotterböden los wird. Keine Spanischen Fußballspiele, keine Kinder die bis nachts rumschreien, keine saufenden Leute, die sich bis spät in der Nacht unterhalten, keine hellen Lichter, die direkt neben dem Zelt alles so hell erleuchten, als wenn man in einem Stadion ist. Die Liste könnte ich beliebig erweitern. Ich wollte Mal wieder Ruhe, Dunkelheit und Flexibilität. Ich trank also meinen Kaffee und ließ den Abschied noch ein bisschen auf mich wirken und schrieb Blog. Dazu war ich auch schon lange nicht mehr gekommen. Trank meine Kaffee, bezahlte und fuhr weiter. Ich hatte die Gemütlichkeit, nicht selber planen zu müssen gegen Freiheit getauscht. Und ich glaube Franziska fühlt sich so auch freier.
Auf dem Weg haben Franziska und ich uns noch mehrere male gesehen. Der Weg führte an schönen strecken an den Bergen lang. Immer an der Küste. Ich hatte mir 16:00 als spätesten Zeitpunkt überlegt um nach einem geeigneten Spot zu suchen und musste bis dahin überhaupt nicht nachdenken wo ich bleibe. Das machte den Tag zu einem der entspanntesten in ganz spanien. Außerdem wusste ich das es in den Bergen an der Küste viele Plätze gibt, die mir passend vorkommen. Angekommen bin ich dann auf der Rückseite eines Berges direkt am Meer. Es kam mir perfekt vor. Ein gutes Stück von einem Camper Parkplatz und auf der angewandten Seite eines großen Berges. Das einzige war, das hier ein kleiner Wanderweg langführte. Aber da kamen am Abend nicht viele Leute vorbei. Und selbst wenn, saß ich halt da mit meinem Bike und machte eine pause. Es war noch hell und ich malte sogar noch etwas. Dann daddelte ich am Handy und genoss die Zeit. Es war echt ein toller spot. Am Abend bekam ich noch eine Nachricht von Corinna. Sie hatte mir einen Standort geschickt wo sie heute ist. Etwa 5km weiter. Sie hat mich eingeladen vorbeizukommen. Kurz hatte ich überlegt nochmal das Stück zu fahren, aber ich war zu froh über die Zeit allein, nach der gemeinsamen Zeit mit Franziska. Ich bedankte mich und schrieb ihr das wir morgen gern gemeinsam frühstücken, oder mittag essen können. Dann dödelte ich weiter Rum.
Aufbauen wollte ich erst, wenn es dunkel wird. Dadurch passierte mir aber auch ein Anfängerfehler, oder fehler wegen zu wenig Erfahrung. Als ich langsam mein Zelt vorbereitete hatte es schon begonnen dunkel zu werden und als ich mit der Bodenplane zu dem Platz ging wo ich oberflächlich geschaut hatte und den ich dann als ok abgetan hatte, waren überall trockene Gestrüpp teile und stachelige Äste. Ich hatte den Spot zu schlecht gecheckt. dazu kam noch das ich mein Fahrrad für die Nacht anschließen wollte und sich in meiner Kette vertrocknete ranken verfingen. Ich setzte die kopflampe auf und versuchte mit rotem Licht, um nicht zu sehr aufzufallen, meinen Kram zurecht zu basteln. Es war inzwischen stockdunkel und man sah die Hand vor Augen nicht mehr. Ich suchte inzwischen keinen guten Spot, sondern einen wo das schlafen irgendwie möglich war. Das bedeutete downhill schlafen. Als ich in Zelt lag, merkte ich, das es aber gar nicht so schlimm war wie ich dachte. Ich baute alles auf und legte mich hin. Dann versuchte ich zu schlafen.

