09.11.2025 – Tag 170

Heute haben wir uns mega entspannt fertig gemacht und noch lange mit unseren Nachbarn von der Nebenparzelle gequatscht. Dann ging es erstmal mit einem echt anstrengenden Anstieg los. Bei der ersten Pause an einer Bushaltestelle haben wir dann die Nachbarn nochmal wieder getroffen. Sie waren mit ihren E-Bikes unterwegs. Als nächstes kam ein Quadbike mit deutschen, aus’m Spreewald abgerollt. Die hab ich dann auch erstmal angequatscht. Die Frau fand es schlimm, das die ganzen Spanier kein Englisch können. Schon schlimm, wenn man in Spanien ist und sich nicht einmal drauf verlassen kann das die Spanier Deutsch sprechen, aber das die dann nicht Mal Englisch können ist wirklich frech. Naja. Wir fuhren erstmal weiter und es ging es kurz bergab und dann wieder hoch. Eigentlich geht es hier irgendwie die ganze Zeit nur bergauf und immer nur ganz kurz bergab. Gefühlt müssten wir schon unermesslich weit oben sein, aber das das bergab geht halt nur kürzer, weil man teilweise über 60kmh fährt, wenn man Rollen lässt. Nach unermesslich vielen bergauf und bergab sind wir zur mittagspause auf einer Aussichtsplattform angekommen.
Das war echt eine schöne Aussicht und ich bin zum Essen erstmal über den zaun geklettert und habe mich direkt am Berg hingesetzt. Von da an kam eine steile und lange Abfahrt mit vielen Serpentinen, bis wir wieder im Nächsten Tal waren. Laut Routenplanung war das anstrengenste Stück jetzt geschafft. Es ging an jetzt am Strand und an der Küste entlang. Die Gegend hatte sich wieder verändert und es sah schon ein bisschen wie eine Wüstenlandschaft aus. Wir kamen irgendwann an ausgespülten Monument vorbei. Das sah echt cool aus. Darum war ein Zaun und davor ein großer Parkplatz. Es wirkte ein bisschen so, als wenn es hier als Attraktion hingestellt wurde. Nachdem ich Fotos gemacht hab und wie wieder an der Straße standen, kam ein deutscher, der sich sehr dafür interessiert hat was wir machen. Es kam mir so vor, als würde ich meine ganze Geschichte zum hundertsten mal in kürzester Zeit erzählen und dachte mir schon das es vielleicht besser wäre, mal ein handout vorzubereiten, was ich den Leuten einfach in die Hand drücken kann. Kurze Zeit später kam dann auch noch seine Frau und beide fanden es mega cool, das wir so reisen. Irgendwie war heute ein Unterhaltungstag. Danach ging es dann wieder ein bisschen in Berge. Hier gab es dann sogar ein Verbot für motorisierte Fahrzeuge, da es ein Naturschutzgebiet war. Es war eines der vielfältigsten und schönsten Gegenden, die ich bisher gesehen habe. Überall waren Palmen und mediterrane Gewächse. Es gab Steilküsten und ausgespülte Felsen. So wie wir es vorhin gesehen haben, nur in echt und in der Natur. Man sah in der Ferne überall Berglandschaften und unten war das Meer, was mit Wellen gegen die Felsen schlug.
An jeder Ecke gab es neue Sachen zu entdecken. Es war einfach mega schön. Ich hab gefühlt 1000 Fotos gemacht. Dann schlug mein Navi mir eine Abkürzung vor. Franziska hatte kein Interesse an experimenten und ist die normale Route der Velo 8 gefahren, die auch schon anspruchsvoll genug war. Ich bin die Abkürzung gefahren. Wir verabredeten, das wir uns an einem Strand treffen wollen, der nach der Abkürzung kommt und der, der zuerst da ist schreibt dem anderen ne Nachricht. Dann ging es für mich einen sehr steilen Hang mit verblockten treppenartigen Steinstrukturen runter die teilweise echt hoch waren und überall Geröll. Herausforderung angenommen. Davon lass ich mich doch nicht abschrecken. Nach einigem Rutschen und Rollen war ich unten angekommen. Ich war in einer komischen Gegend deren Boden aus faustgroßen runden Steinen bestand. War schon schwierig hier zu fahren. Dann wurde mir klar wo ich war. Auf der anderen Seite ging es genau so steil hoch wie es eben runter ging. Ich war in einem großen ausgetrockneten Flussbett. Ich sah nur einen schmalen Weg, der unfahrbar war. Jedenfalls nicht hoch. Nach einigem suchen und umherfahren wurde mir klar das mein Navi genau den Weg meinte. In dem Moment kam auch schon die Nachricht von Franziska, ob ich schon irgendwo warte. Naja, ich brauche wohl noch eine Weile… Also konnte ich in einer Mischung aus schieben und tragen, in meinen Flipflops mein Fahrrad wieder nach oben befördern. Nachdem ich dann noch ein Stück dem Weg, der oben wieder anfing folgte, wartete Franziska schon mit einem Grinsen im Gesicht auf mich. In der Zwischenzeit hatte sie andere radreisende getroffen, die schon wieder weiter gefahren sind und auf den gleichen Campingplatz wie wir wollten. Die waren aber viel langsamer und wir hatten sie schnell wieder überholt. Die haben sogar bergab geschoben. Dann kamen wir an einem flacheren Stück vorbei wo viele Campervans an der Küste standen. Dann sahen wir Gewächshäuser. Sehr viele und dazwischen war der Campingplatz. Hier kamen nach einer Weile auch die anderen beiden an. Ein junges Paar aus Deutschland, die gerade mit dem Studium durch waren. Ich hab dann geduscht und wir haben die Zelte wie immer auf einer riesigen Parzelle mit vielen Steinen als Untergrund aufgebaut.
Dann haben wir mit den anderen Pizza gegessen, einige Cocktails getrunken und eine Karaffe Sangria getrunken. Irgendwie wurde hier alles mit Fanta und Sprite gemischt. Der Sangria und auch mojitos. Die Pizza wirkte auch wie eine Tiefkühlpizza, aber immerhin Pizza. Danach wollte ich eigentlich noch mit Jacky telefonieren, aber wegen einem Missverständnis hat das leider nicht mehr geklappt. Dann ging es ins Bett. In der Nacht ist dann noch was richtig krasses passiert. Als ich nochmal zur Toilette gegangen bin habe ich ein mond halo gesehen. Ich wusste nicht Mal das es sowas gibt und stand lange da und konnte meinen Augen nicht trauen. Es war Vollmond und in den Mond war in einigem Abstand ein perfekter weißer Kreis mit dem Mond als Mittelpunkt. Ich habe es den nächsten Tag gegoogelt und es ist wohl ein sehr seltenes Naturereignis. Leider habe ich davon kein Foto gemacht, weil ich zu müde war.

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