07.11.2025 – Tag 168

Heute morgen bin ich in meiner Hängematte aufgewacht und die Nacht war ganz gut. Ich merke aber das ich noch nicht der riutinierteste Mensch mit Hängematte bin. Ich muss das einfach wieder öfter machen. Beim Packen kam der Engländer aus der Nachbarparzelle und hat mit Franziska über die Streckenplanung gesprochen und über seine aktiven Zeiten geredet. Er hat uns erzählt das er mit seiner Frau damals auf dem Tandem die ganze Welt bereist hat und wie es tragisch durch eine Krankheit seiner Frau geendet hat. Man hat richtig gemerkt das er uns unbedingt helfen wollte und sich sehr gefreut hat uns Tipps zu geben. Er kennt das Spanien von vor 25 Jahren. Und sagte mehrfach, dass wir die kleinen Wege nehmen sollen und das es da am schönsten sei. Er hatte auch eine niedliche, aber sehr scheue Katze dabei. Am Abend vorher hatte er uns noch einen großen Kanister Wasser hingestellt, mit dem wir jetzt unsere ganzen Wasserflaschen auffüllen. Danach ging es los. Auf die kleinen Wege. Das führte dazu, das wir erstmal eine Offroad Strecke fuhren und vor einer gesperrten Straße anhalten mussten. Die kleinen Wege von vor 25 Jahren waren jetzt scheinbar teilweise gesperrt. Danach schauten wir nach einem anderen kleinen Weg. Nach kurzer Zeit endeten wir wieder vor einem Tor und konnten nicht weiter. Was außerdem auffiel, war das die kleinen Wege scheinbar dazu genutzt wurden, alles an Müll loszuwerden, was die Leute so hatten. Von Unmengen an Müllsäcken, über Sofas bis alte Waschmaschinen und andere technische Geräte. Echt schade. Dann fuhren wir einen dritten weg. Es war echt langsam nervig, das wir nach nur 1-2km schon über 6km zurückgelegt hatten, nur um verschiedene Zäune zu begutachten. Das passierte uns dann noch ein weiteres Mal, bevor wir endlich einen Weg fanden, der uns in die richtige Richtung führte.
Der Weg führte zu einem Kanal, den wir eine Weile lang fahren konnten. Auch hier waren überall Schilder die die Durchfahrt verboten und alle paar km waren große Zäune an denen wir aber vorbeikamen. Es war ein guter Weg und es waren auch viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs, die wohl auch die Zäune und Schilder „Übersehen“ hatten. Es ging durch Wohngebiete die sehr eintönig Aussagen. Es war ein bisschen wie bei Sim City, wo man Wohngebiete baut und aus 3 verschiedenen Haustypen wählen konnte. Überall standen die gleichen Häuser Nebeneinander. Zwar auch ein paar verschiedene Sorten aber ganze Straßenzüge mit der gleichen sorte. Die Gegend wirkte auf mich wie Neubaugebiete für reiche nicht-Spanier. Deutsche, Belgier, Holländer, Engländer. Spanisch hörte man hier wenige Leute sprechen.
Nach den Wohnsiedlungen ging es weiter an dem Kanal endlang. Und überall die Zäune die quer über den Weg gingen wo man aber langsam dran vorbei fahren konnte. Irgendwann war der Kanal vorbei und wir fuhren durchs Innland. Der Wind wurde richtig stark und nervig. Als wir anhielten und schauten, wo die nächste Einkaufsmöglichkeit war, sahen wir das es noch 26km waren. Also die letzten Gebäcksachen und ein bisschen Obst füttern und weiter. Es ging an viel befahrenen Straßen entlang, die aber vom Straßenbelag her gut fahrbar waren.
Essen haben wir dann bei mercadona in einem hässlichen Neubaugebiet in Torre-Pacheco bekommen. Danach fuhren wir wieder bis zu einer gesperrten Straße, die über eine Autobahn führen sollte. Leider wurde die Brücke scheinbar neu gemacht, so das es auch keinen inoffiziellen Weg gab um da rüber zu kommen. Es gab also einen Umweg und wir fuhren die ganze Zeit gegen den Wind. Hier war wieder alles voll von Landwirtschaft. Selleriefelder,
Mandelbäume von denen wir ein paar Mandeln klauten, knackten und gegessen haben. Dann Fenchel, Artischocken, die wir ja jetzt erkannten, Zucchini und Salate in jedem Wachstadium. An manchen Stellen wirkte es als wenn sie roten Sand Anbauten. Es waren einfach vertrocknete rote Sandfelder, in gleichmäßigen langlichen hügeln.
Dann ging es ein Stück endlang an einer Schotterstrecke und zum Campingplatz wo wir total lieb empfangen wurden. Wir haben gleich 2 Nächte gebucht, weil ich mal wieder eine Pause bräuchte und Franziska unbedingt den Ort Cartagena besichtigen wollte. Da sie erfahren hatte das der total schön sein soll, war mir das auch sehr Recht, weil ich ja auch noch Postkarten suchte und auch in der Stadt ein bisschen rumchillen wollte. Ich kam mir eh schon wieder etwas getrieben und ruhelos vor und daher war ein Pausetag eine schöne Sache. Auf dem Campingplatz haben wir dann nur noch Gegessen,
abgewaschen und ich habe geduscht. Danach ging’s ins Zelt wo ich ein bisschen gemalt und Blog geschrieben habe. Malen kommt in letzter Zeit in meinen Augen auch viel zu kurz und Blog schreiben eh. Mal schauen was der Tag morgen bringt.

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