23.10.2025 – Tag 153

Heute musste ich schon wieder vom Wecker geweckt werden. Schließlich wollte ich noch ganz entspannt alles einpacken und fertig machen um es in dem Bus nach Barcelona mitzunehmen.
Ich bin ehrlich gesagt froh gewesen, den bus nehmen zu können. Nicht weil das mit der Fähre zu stressig geworden währe die fährt erst um 22:30, sondern weil ich irgendwie keine Lust auf Fahrrad fahren hatte. Die Laune war seit Tagen nicht wirklich gut und selbst wenn ich schöne Sachen mache, ist danach sofort wieder diese innere Unruhe und Dunkelheit. Ich muss eine Lösung, oder einen Ausweg aus dieser Stimmung finden und ich hoffe sehr das mich die Ruhe auf Mallorca in die richtige Richtung bringt. Andernfalls weiß ich nicht mehr wie es weitergeben kann. Am Ende ist der Grund für einen vorzeitigen Abbruch nicht mangelndes Geld oder physische Gesundheit, sondern meine psychische Situation. Aber soweit will ich noch gar nicht denken.
Beim einpacken kam jemand auf mich zu. Es waren gestern Nachmittag noch zwei neue Zelte dazugekommen und er bewohnte das eine. Er hieß Chris und kommt aus den Vereinigten Staaten. Ein echt cooler Typ. Ich hab ne ganze Weile mit ihm geredet und er war echt gut drauf. Echt schön, wieder mit einem tollen Menschen zu sprechen. Er hat auch vor nach Mallorca zu fahren und dort Touren zu machen. Wir mussten unser Gespräch aber abbrechen, weil ich ja noch nicht zuende gepackt hatte. Nebenbei kam noch das Mädel rüber was in dem 2. Zelt übernachtet hat. Auch eine alte Bekannte. Lara. Die haben ich in Frankreich schon kurz in einer Mittagspause getroffen. In der Zeit vor Dörte. Lustig das man auch nach so langer Zeit noch Leute trifft, die Mal den Weg gekreuzt haben. Nachdem ich alles gepackt hatte, sagte ich Chris das ich schon mal runter gehe und mir noch einen Kaffee vor der Abfahrt hole. Nachdem ich da ne Weile saß, kam er dazu und trank einen Kaffee mit und wir unterhielten uns über Politik in den USA und auf der Welt. Wir tauschten noch unsere Kontakte aus um evtl. Auf Mallorca mal ne Runde zu drehen. Dann ging es mit dem Bus nach Barcelona. Dann ging es erstmal in den parque de la ciutadella. Jetzt hatte ich bis 22:00 Zeit. Ich hatte Martin, vom sketching aus Barcelona gestern schon geschrieben das ich Zeit für Sketchen oder Kaffee hätte, aber er hatte noch nicht geantwortet. Jetzt saß ich hier und es war schon wieder echt heiß. Ich hatte aber keine Lust im Meer zu baden, weil ich dann mein Fahrrad unbeaufsichtigt stehen lassen müsste. Statt dessen hatte ich Hunger, weil ich ja noch nicht Mal gefrühstückt hatte und auch gestern quasi nix gegessen hatte. Ich suchte ein Lidl raus aber der war so krass überfüllt das ich wieder umdrehte. Auch da hätte ich das Bike lange vorm laden stehen lassen müssen. Statt dessen gab’s jetzt Wasser und sind Prinzenrolle vom Kiosk. Mir viel auf das ich mich auf der gesamten Reise noch nie so unsicher wegen meinem Zeug gefühlt hatte wie in Barcelona. Ich versuchte also Sachen zu machen die ich mit Fahrrad machen konnte. Also fuhr ich an den Strand und trank ein Bier.
Da kam nach kurzer Zeit auch schon jemand, der gefragt hat ob sie sich zu mir setzten kann. Jade hieß sie. Natürlich hätte ich nichts dagegen. Es stellte sich raus das sie auf der Straße lebt. Sie sah überhaut nicht so aus, wie man sich das jetzt vielleicht vorstellt. Wirkte sportlich und hatte spannende Träume. Sie war aus einer Verkettung von blöden Ereignissen auf die Straße geraten und erzählte mir echt schlimmer sachen, die sie so bewegen und die sie täglich so erlebt. Wir haben uns echt lange gut unterhalten und es tut mir echt leid daß sie ein solches Schicksal erlebt. In Deutschland ist ja auch gerade wieder das Bürgergeld reformiert worden, was sicher auch für zusätzliche Obdachlosigkeit sorgt. Echt schlimm, dass man echt aus Gründen wie ein paar Mal nicht zu Terminen zu können auf die Straße geraten kann. Und das kann ja 1000 gute Gründe haben. Aber ich will jetzt nicht darüber nachdenken müssen. Das macht mich nur wütend und meine Laune ist ja eh gerade in letzter Zeit nicht die beste. Als Jade mich dann bei insta adden wollte, fiel ihr auf das ihr Handy alle ist. Ich habe ihr erst meine große powerbank zum Laden gegeben und später meine kleine Geschenkt. Sie kann die besser gebrauchen als ich. Irgendwann habe ich mich dann verabschiedet und bin Richtung Terminal gefahren. Es war inzwischen schon dunkel geworden und auf dem Weg hab ich mir noch einen Döner bei einem Laden gekauft, wo in Deutsch dran stand „Döner aus Berlin“ ich dachte mir, das das wohl die Vorbereitung auf Malle ist. Am Terminal hab ich dann noch ne Zeit lang gesessen und Blog geschrieben, bis ich dann zum Einchecken gefahren bin. Da hab ich zwei lustige Spanier auf Vespas getroffen und wir haben ein bisschen geschnackt. Nach Ner Weile konnten wir dann an Board gehen und ich hab versucht auf dem Sofa an Board ein bisschen zu schlafen. Das ging so mittel gut und ich war eigentlich die ganze Zeit lang zumindest halb wach.

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