01.10.2025 – Tag 131
Heute morgen war wieder alles nass. Der Boden war komplett feucht und auch das Zelt war besonders von der Innenseite am außenzelt klitschnass. Es kam aber schon früh die Sonne raus, weil wir auf dem Berg waren wo wir gestern Abend angekommen sind und es war hier oben auch ganz schön windig. Also habe ich eine Wäscheleine gespannt und das Zelt noch mal aufgehängt. Während dessen habe ich auch noch gefrühstückt. Irgendwie ist es manchmal nervig alles gleichzeitig zu machen, aber wenn das Zelt nass ist, hat es für mich immer die höchste prio, das trocken zu bekommen. Nachdem das Zelt aufgehängt und mein Frühstück gegessen war, hab ich angefangen die Sachen zusammen zu packen. Dabei fiel mir auf das der hintere reifen schon wieder halb platt war. Gestern hatte ich auch schon Probleme und hatte auch schon einmal nach Pumpen müssen. Da ich keine Lust hatte alle 20km aufpumpen zu müssen, hab ich das Rad wieder abgebaut und das Loch gesucht. Das war schnell gefunden und mit dem Loch war auch die entsprechende Stelle im Mantel gefunden. Dieses mal war es keine Scherbe, sondern ein Dorn von irgendeinem Strauch oder so. Den Dorn konnte ich sogar mit ner Zange nach innen rausziehen. Also reifen flicken, danach die Reste fertig machen und Zähne putzen. Die anderen waren während dessen schon nach vorn zur Bar gegangen, weil man dort entspannt sitzen kann.
Als ich ankam, waren Luwin und Sophie auf dem Trampolin und Girmi hatte eine Sackline gefunden. Ich habe zuerst die Sackline probiert aber da ich noch nie wirklich geübt habe, hatte ich schnell keine Lust mehr. Auf dem Trampolin habe ich dann sogar noch einen Frontflip hinbekommen. Nicht den schönsten aber immerhin. Dann ging es wieder auf die Bahn. Zuerst den Berg zurück ins Tal zum Kanal. Auf dem Weg haben wir dann noch eine von den Kaktusfeigen an der Straße probiert. Die war nicht so wirklich lecker, auf dem Weg ins Tal sind wir sogar noch an einer Kaktusfarm vorbeigekommen. Vielleicht eine Erklärung für die wilden Kakteen an der Straße.
Wir sind dann zurück ins Dorf und von da aus wieder an den Fluss. Hier ging es wieder eine ganze Weile in schlängeln durchs land. Es gab Teilweise extrem starken Wind. Zum Glück aber zu 98% in Form von Rückenwind. Als wir mal in die entgegengesetzte Richtung unterwegs waren, haben wir erst gemerkt wie heftig der Wind ist. Kein Wunder das wir die ganze Zeit mit knapp 30kmh unterwegs waren.
Wir sind dann bis Orange gefahren, wo die anderen alle ein Amphitheater besichtigen wollten. Meins ist sowas ja nicht und es kostete über 10€ eintritt für 45min, die es noch offen hatte. Als Luwin mit das Geld für Eintritt angeboten hat, habe ich überlegt, ob ich der Sache nicht doch Mal wieder eine Chance geben will. Ich gab mir einen Ruck und besichtigte mit den anderen zusammen das Amphitheater. Aber auf eigene Kosten. Es brachte mir zumindest die Erfahrung, dass es immer noch nichts für mich ist. Mich langweilen solche Sachen und ich kann ihnen nicht viel abgewinnen. Auch wenn es für mich eindrucksvoll ist und in meiner Vorstellung spannend gewesen sein muss, zu seiner Zeit und ich es krass finde das Menschen mit einfachen Mitteln in der Lage waren sowas zu bauen, sind es doch trotzdem nur tote Steine mit einer Geschichte. Daher fällt es mir schwer hier viel Zeit zu verbringen und mir lange Texte durchzulesen, oder über Audio Geräte anzuhören. Nachdem wir wieder raus waren, wollten wir gern noch in eine Bar. Die bar war richtig cool. Ich habe da 2 große Leffe Bier getrunken aus einem riesigen Glas. Wir haben noch Mal drüber geredet wie cool der Zufall war das wir uns so gefunden hatten und das es so gut passt und waren alle glücklich, diese kurze Zeit miteinander teilen zu können. Danach ging es weiter zum Campingplatz. Eigentlich hatten wir uns alle gesagt, dass wir heute nicht so weit fahren wollen, weil wir die letzten Tage alle über 80km abgerissen hatten aber wir mussten zumindest noch ein paar km zum nächsten campingplatz fahren. Als wir ankamen waren wir wieder über 80km. Naja. Vielleicht morgen. Der Campingplatz war schon ein bisschen gruselig. Als wir ankamen war alles beleuchtet. Wir dachten das die Rezeption nur kurz nicht besetzt war. Es zeigte sich aber das niemand da war. Die Computer liefen allerdings trotzdem und wir konnten uns sogar auf der Sicherheitskamera sehen, da ein Bildschirm zeigte was da aufgenommen wurde. Aber nicht nur das scheinbar alles im Betrieb war und trotzdem weit und breit kein Mensch zu finden war, standen auch Autos in der Einfahrt und der Swimmingpool war beleuchtet und Springbrunnen liefen und auch die ganze Poolanlage stand offen und man konnte die Maschinen und Pumpen sehen. Als wir über das Gelände liefen, sahen wir das die Sanitäranlagen beleuchtet waren und es war sogar gewaschene Wäsche in der Waschmaschine. Irgendwer musste hier also sein, oder gewesen sein. Die Toiletten waren, bis auf eine, total eckelig und in den Abwaschbecken war eine kakalake ertrunken die so groß war, wie ich vorher noch nie eine gesehen hatte. Es war ein richtiger geistercampingplatz. Da wir nicht durchs Tor fahren wollten, weil wir Angst hatten eingeschlossen zu werden, haben wir uns direkt vorm am Empfang auf der Minigolfanlage breit gemacht. Girmi und ich unter einem Holzverschlag, weil unsere Zelte ja auch ohne Heringe stehen und die anderen beiden auf dem Minigolfplatz. Danach haben wir noch essen gekocht und sind dann ziemlich direkt in die Zelte verschwunden.

