21.09.2025 – Tag 121

Die Nacht war richtig schlimm. Wegen der Zinksalbe wollte ich mein Trikot nicht ausziehen und habe mir auch eine Jogginghose angezogen. Es war im Zelt extrem heiß. Mir war zumindest extrem heiß, so das ich Probleme hatte einzuschlafen. Dazu war mein Hals noch irgendwie belegt. Irgendwelche anderen Leute hier auf dem Campingplatz wurden dann gegen 24:00 auch noch immer lauter. Nachts bin ich dann auch noch mehrere Male aufgewacht. Den großen Sturm von dem Dörte erzählt hat, habe ich aber verpasst. Zum Glück sind wir aber im trockenen aufgewacht. Gegen halb 7 und da das Regen-Radar eine Unwetterfront in knapp einer Stunde vorhersagte haben wir direkt damit angefangen unseren Kram in den Aufenthaltstaum zubringen und das Zelt abzubauen. Das haben wir alles noch im trockenen geschafft. Der große Regen blieb dann aber erstmal aus. Bis auf ein bisschen nieseln war von großer Unwetterfront noch nichts zu sehen. Der Himmel verriet aber das es jederzeit umschlagen könnte. Wir aßen also in Ruhe frühstück, packten die Bikes noch im Aufenthaltsraum und starteten.
Wir haben beim Frühstück wieder über alle möglichen Dinge Philosophiert und ich hab gesagt wir müssten uns eigentlich einmal die Woche zu einem Gesprächstermin treffen. Dörte meinte das es auch Lustig wäre einen Podcast zu machen und dann noch so Experten zu den Themen einzuladen, aber das wird wohl eine Fantasie bleiben. Heute redeten wir über neurotypische und neorodivergente Menschen. Wir fragten uns beide wie es wohl ist in so einem neurotypischen Kopf. Mit so Struktur und ohne Chaos. Ob das nicht langweilig ist, wenn man jeden Tag, ohne drüber nachzudenken an seinen Schreibtisch geht und einfach arbeitet, ohne sich ablenken zu lassen. Nach der Arbeit geht man dann nach Hause, macht die Hausarbeit und geht zum Sport, oder macht irgendein Hobby und verfolgt seine Pläne und Tagesabläufe ohne abzuschweifen oder immer spontan auf neue Ideen zu kommen. Wir haben dann irgendwann drüber nachgedacht, das es da wohl auch nicht nur schwarz oder weiß gibt. Es ist sicher wie alles in der Welt ein Spektrum und ab einer gewissen Schwelle wird es dann neorodivergent genannt. Genau hier wäre jetzt ein Experte cool. Ich mag diese Gespräche und Träumereien sehr. Aber jetzt Mal zurück zum Tagesablauf. Wir haben also alles gepackt und sind ungefähr die Hälfte der Strecke durch Dörfer und schöne Gegenden gefahren und die andere Hälfte am Kanal. Zwischendurch sind wir an einem riesigen Platz vorbeigekommen wo alles vollgeballert war mit neuwertigen Wohnmobilen. Viele hatten auch noch das gleiche Vordach. Bestimmt sowas wie eine Messe oder so. Da aber nirgends Schilder standen konnten wir aber nicht rausfinden was es war. Am Kanal waren dann so viele Minifliegenschwärme, das wir angehalten sind und Dörte mir, nachdem sie die 5. Fliege verschluckt hatte, ihre Ersatzsonnenbrille gegeben hat, weil ich wegen den Büchern schon nichts mehr sehen konnte. Meine sonnenbrille war morgens draufgegangen. Nachdem sie mir mal wieder vom Kopf gefallen war und im Gras liegengeblieben war, ist Dörte wohl draufgetreten. Jedenfalls war sie zerbrochen und musste in den Müll. Als wir dann weiter fuhren kamen wir an echt schönen Ecken vorbei. Etwa 5km vor unserem Ziel, einem Café in Macôn, was Dörte rausgesucht hatte, fing es dann an wie aus Eimern zu schütten. Wir fuhren weiter und gerieten auch noch in einen Triathlon, der in Macôn am Fluss statt fand. Wir fuhren zwischen joggenden Menschen lang und wurden sogar mit von den Leuten, die an der Straße standen angefeuert. Richtig lustig. Als wir am Café ankamen, waren wir klitschnass. Wir haben uns beide einen Cappuccino bestellt und erstmal genossen das wir trocken sitzen konnten. Nachdem sich rausstellte das die im Café uns scheinbar immer wieder vergessen hatten und auch keiner Anstalten machte uns zu bedienen sind wir gegangen. Inzwischen hatten wir eh eine Mail das wir in die Wohnung können. Wir haben auf dem Weg sogar noch einen kleinen Supermarkt gefunden der offen hatte.
Nachdem wir uns etwas für Mittagessen gekauft haben sind wir dann in die Wohnung. Es war eine kleine Einzimmerwohnung, die so mittel einladend war. Alles etwas schrottig und etwas lieblos eingerichtet. Dafür könnte man auch weniger Geld pro Nacht nehmen. Aber wenigstens war es trocken. Wir aßen und genossen die trockene Bude. Draußen ging in der Zeit die Welt unter und es regnete immer stärker. Es war also genau die richtige Entscheidung sich hier zu verstecken. Und es zeigt mir wieder ganz deutlich, dass ich so schnell wie möglich weiter nach Spanien durchziehen will und muss. Geschlafen haben wir dann. Auf dem durchgesessenen Schlafsofa. Dörte auf ihrer Isomatte, die sie auf die Sitzfläche legte und ich auf der runtergeklappten Rückenlehne, die ganz ok war zum schlafen. Leider musste ich wieder im longsleeve schlafen, weil mein halber Oberkörper mit Zinksalbe eingeschmiert war, damit ich zumindest ein bisschen schlafen konnte. Mir war dann aber wieder so heiß, das es mir aus dem Grund schwer fiel zu schlafen, aber wenigstens kein jucken am ganzen Körper.

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