20.09.2025 – Tag 120
Als ich heute aufgewacht bin hab ich feststellen müssen, das mein Ausschlag nochmal eine ganze Ecke schlimmer geworden ist. Unter dem rechten Arm sind extrem viele Pusteln und es juckt extrem. Zum Glück hat Dörte eine Zinksalbe mit, die wenigstens hilft das Jucken ein wenig zu lindern. Es kam mir heute das erste Mal ernsthaft der Gedanke, dass es sein könnte das ich meinen Großen Traum vorzeitig abbrechen müsste. Und das bevor ich meine absoluten Traumländer gesehen habe. Besonders wenn es jetzt Hitzepickel sind, die bei Hitze und Sport erneut auftreten. Auf der anderen Seite ist es eigentlich egal, ob ich hier in Frankreich, oder in Deutschland keine Hilfe bekomme. Auch in Deutschland muss ich vorraussichtlich mehrere Monate auf einen Termin beim Hautarzt warten, oder es ausreizen bis ich in die Notaufnahme muss. Das kann ich dann auch in Frankreich, oder Spanien. Wenn nicht dieses krasse jucken wäre, könnte ich auch einfach mit dem Ausschlag weiter machen. Dazu kommt noch, das ich in nächster Zeit wohl nicht regelmäßig die Möglichkeit habe zu duschen und auch keine Waschräume mit Spiegel habe, weil ja die Campingplätze alle in die Winterpause gehen. Das macht mit ehrlich gesagt ganz schön Angst. Ich denke ich muss einfach so lange ich es irgendwie aushalten kann da durch und dann zu einer Notaufnahme. Das ist zumindest aktuell meine einzige Option denke ich.
Diese Gedanken verfolgten mich heute den ganzen Tag, aber ich habe trotzdem versucht nicht so schlecht drauf zu sein und eine gute Zeit mit Dörte zu haben. Wir sind heute wieder ein Stück weiter Richtung Lyon gefahren. Dahin müssen wir so oder so und bis dahin kann ich ja auch nochmal über andere Optionen nachdenken. Der Weg war wieder richtig schön es war hauptsächlich sonnig und hat nur einmal ganz kurz genieselt. Unterwegs haben wir auch noch eine seltene Raupe gesehen die wohl Mal zu einem riesigen Nachtfalter wird. Was nicht so schön war, war die Wettervorhersage. Die sagte nämlich das es morgen richtig heftig regnen soll und es sogar zu Hochwasser kommen könnte. Auch die darauf folgenden Tage sehen wohl nicht gut aus. Weil ich in meinem Zustand und auch allgemein nicht Bock habe den ganzen Tag bei starkregen im Zelt zu liegen und zu hoffen das wir nicht untergehen, habe ich Dörte vorgeschlagen, das wir ein BnB Zimmer buchen könnten. Da brauchte ich sie nicht lange überreden. Wir suchten uns also ein Zimmer in Macôn um die Regentage entspannt unter einem echten dach auszusitzen. Dazu kam ja auch noch das die Temperatur um mehr als 10°C sinken soll. Also war das wohl eine gute idee. Soweit gut Planung. Wir sind heute jedenfalls erstmal auf einen Campingplatz nicht weit weg von macôn gefahren um am Weltuntergangstag nicht ganz so viel Strecke machen zu müssen. Dort angekommen konnten wir uns einen Platz aussuchen, weil die auch schon kurz vor der Winterpause waren und es nicht mehr viele Gäste gab. Es war ein schöner Platz mit einem großen Aufenthaltsraum. Hätten wir das gewusst, hätten wir auch hier den Regen abwarten können, aber jetzt war die Wohnung schon gebucht und ich fand es auch schöner mit Heizung in einer eigenen Wohnung zu sein. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, sind wir nochmal in den Ort gefahren. Der sah schon eine ganze Ecke mediterraner aus als das was wir vorher gesehen haben. Endlich wirkte es mal wieder anders. Ich liebe diesen mediterranen Stil. Die Häuser fangen an bunt zu werden und haben türkise Klappläden und es wirkt authentisch, weil es auf jeden Fall nichts touristisches hatte. Nach unserem Einkauf sind wir dann wieder auf den Campingplatz. Dort gab es eine richtig schöne Ecke im Garten mit Tisch und Stühlen, wo wir dann erstmal ausgiebige Mittag gegessen haben. Nachdem wir fertig waren haben wir uns aus dem Aufenthaltsraum einen Tisch und Stühle geholt und uns in die Abendsonne gesetzt und wer hätte es erwartet? Malen und lesen stand auf dem Programm. Das haben wir so lange gemacht, bis es dunkel wurde und die Mücken zu penetrant wurden. Danach sind wir ins Zelt. Ich fand es aber so übertrieben heiß im Zelt, dass ich völlig übermüdet nochmal aufgestanden bin und mich in den Aufenthaltstaum gesetzt habe. Ich wollte noch ein bisschen malen, aber leider habe ich in meiner Müdigkeit meine Stifte vergessen. Nach kurzer Zeit bin ich also zurück ins Zelt und habe dort gelegen und gehofft das es bald abkühlt. Irgenwann bin ich dann auch eingeschlafen.

