08.09.2025 – Tag 108

Heute geht es weiter. Es ist Regen angesagt und wie man weiß sind Regentage Fahrtage. Ich hatte mich irgendwie schon wieder festgesessen und auch nicht wirklich Motivation loszufahren. Aber bei Regen weiter hier rumhängen ist auch irgendwie keine Option. Zumal es ja nicht nur ein Regentag werden wird, sondern wahrscheinlich erstmal wieder ne Zeit lang regnerisch weitergehen wird. Naja, wir packten die Sachen langsam zusammen und ich brachte schon die erste Ladung Sachen mit meinem Fahrrad vorn zum Aufenthaltsraum. Dort war auch so ein Zeltpavillon, wo wir uns unterstellen konnten, falls es regnet. Im Moment war es zumindest trocken, aber es war schon eine große dunkelgraue Wolke im Anflug. Wir bauten das Zelt halbnass ab und brachten den Kram zum Pavillon. Danach erstmal frühstücken und Morgenroutine. Wir peilten so 11 an um loszufahren und schafften es gegen kurz nach 11 auf den Fahrrädern zu sitzen. Ich fuhr noch kurz bei der Rezeption Ran und verabschiedete mich. Die Campingplatz Menschen hier waren super nett und nach dem kurzen Gespräch führen wir los und sie winkte uns noch hinterher.
Wir hatten heute eine echt entspannte Etappe vor uns. Die ganze Zeit an verschiedenen Kanälen und durchgehend leicht bergab. Leider setzte auch ziemlich direkt mit dem losfahren der Regen ein. Zum Glück nur Nieselregen, aber der durchgehend. Wir waren also Recht schnell wieder gut nass. Zum Glück war es trotz Regen Recht warm. Ich konnte also die ganze Zeit mit Trikot und kurzer Hose fahren. Nach einiger Zeit kamen wir dann an einem Einkaufszentrum, wo wir Mittag essen wollten. Leider war die Klimaanlage auf -20°C gestellt so daß wir direkt angefangen haben zufrieren in unseren nassen Klamotten. Aber was soll man machen, also schnell rein, Essen kaufen und einen Platz im Einkaufszentrum suchen. Die Blicke der Leute sind manchmal lustig wenn wir da sitzen in unseren klitschnass in Klamotten und uns unsere Baguettes belegen. Mit dem großen Messer und der Butter auf dem Schoß. Aber die meisten grinsen nur und wünschen uns einen guten Appetit. Nachdem wir gegessen haben ging es dann weiter. Der Regen hatte inzwischen zum Glück aufgehört. Wir hatten ja noch ein gutes Stück vor uns. Der Weg war aber wirklich schön und ging die ganze Zeit zwischen verschiedenen Kanälen und durch kleine Dörfchen. Dadurch daß es trocken blieb, konnte man den Weg auch besser genießen als den ersten Teil. Als wir ankamen buchte Dörte den Platz. Ich dachte ich bin im falschen Film. Sie sprach plötzlich französisch mit dem Mädel an der Rezeption. Zumindest sagte sie alles was wir brauchten. 2 Personen mit fahrrad, 1 Zelt, 1 Nacht, kein Strom. Das fand ich ziemlich cool. Wir wurden zur Zeltwiese durchgeschickt. Der Platz war einer der hässlichen Sorte. Videoüberwacht, was mir schon ein komisches Gefühl machte. Wer will denn im Urlaub auf einem Platz sitzen, wo man von Kameras beobachtet wird? Die Sanitäranlagen waren typisch municipal camping. Kein klopapier und keine Klobrille. Die duschen klein und nur ein Knopf für lauwarmes Wasser, aber das ist ok. Dafür zahlt man halt auch wenig. Wir haben dann das Zelt aufgebaut auf der noch nassen Zeltwiese, die auch schon länger nicht gemäht wurde. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben und die Taschen reingelegt haben, sind wir dann nochmal zum Supermarkt gefahren. Aufm weg ist uns eine große Gruppe Fahrradreisender entgegen gekommen, die gerade auf den Campingplatz gerollt sind. Wir hofften nur das sie abends ruhig sind, aber normal sind das ja nicht die Leute die abends eskalieren, weil die ja selber nächsten Tag fit sein wollen. Naja. Beim Supermarkt haben wir dann Kram für abendbrot geholt. Dörte wollte noch was leckeres aus der Backabteilung. Die war aber leider schon Recht leer geplündert. Also wollte sie sich an den Leuten an der Kasse vorbeischieben um zum Bäcker zu gehen und da nachzusehen ob der noch was hat.
Sie kam dann zurück und hat mir erzählt, das sie von der Kassiererin und der self-checkout Tante angemotzt wurde und als sie schon aus dem Supermarkt raus war, wieder an den Leute vorbei zurück in den Läden musste, weil sie da nicht raus durfte. Dann musste sie durch den laden und am Eingang raus gehen. Was für ein sinnloser scheiß. Dafür hat sie dann eine halbe Rolle klopapier geklaut, weil die beim Campingplatz ja keins haben. Beim Bäcker hat sie auch nichts leckeres mehr bekommen. Naja. Wir sind dann zurück zum lieblosen Campingplatz und haben gegessen. Die Gruppe mit den anderen Bikern hat zum Glück ihre Zelte eine ganze Ecke entfernt von uns aufgebaut. Als wir dann ins Zelt gegangen sind, ist der Boden zwar Recht trocken gewesen, aber die stellen, wo wir uns draufknieten oder uns hinsetzten, wurden sofort wieder nass. Da mein tarp noch etwas nach Raucherfisch roch, weil es ja in Schweden einige Male über dem Lagerfeuer hing, durfte ich es im Zelt nicht auslegen. Dörte ist da etwas empfindlich. Ich schaute mich also im dunklen nach Bäumen um, um in der Hängematte zu schlafen. Es gab aber leider nichts. Dörte hatte dann die Idee, ihre neue wasserfeste Picknickdecke im Zelt auszubreiten. Das fand ich gut also konnte ich doch im Zelt schlafen. Im Zelt hat Dörte dann noch eine 2. Picknickdecke per Amazon nach Dijon in eine Amazon abholbox bestellt, weil die Decke nur für eine Isomatte reicht. Das ist echt eine gute Option um den Zeltboden bei sehr feuchten Verhältnisen noch ein bisschen zu verstärken. Nebenbei habe ich noch geschaut ob es bei Amazon auch eine Zeltlampe für mich gibt. Aber die, die ich rausgesucht hatte, kostet bei Amazon 45€. Bei anderen Händlern habe ich sie für 25 gesehen. Dann muss ich wohl nochmal weiter Ausschau halten. Ich hätte schon echt gern so eine, weil es abends echt früh dunkel wird. Naja. Wir haben also jetzt ein neues festes zeitliches Ziel. Wir müssen spätestens am Sonntag in Dijon sein, um die Picknickdecke abzuholen.

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