31.08.2025 – Tag 100

Nachdem Jacky, die Kids und ich noch entspannt gefrühstückt haben, alles eingepackt und die Wohnung ein bisschen ordentlich gemacht haben, ging es nach einem traurigen Abschied wieder los. Ich hatte irgendwie kein Bock auf die Strecke und auch keinen Bock mich zu trennen. Es war wieder eine viel zu schöne Zeit und ich fühlte mich gerade so richtig wohl. Aber ich hatte es mir so ausgesucht und ich war auch mit Dörte zum nächsten Teil des großen Abenteuers verabredet. Also wechselte ich nochmal den Schlauch im Vorderreifen aus. Der war nämlich schon wieder platt und fuhr los. Erst ging es steil bergab, dann noch ein Stück bergauf und dann tatsächlich nur noch bergab. Bis auf ab und zu Mal vor kurven bremsen und lenken musste ich nichts machen. Während des runter Fahrens dachte ich drüber nach wie bekloppt es war hier hochzufahren. Ich kam teilweise auf über 60km/h während mir Rennradfahrer schnaubend entgegen kamen. Die gesamte Strecke von der Ferienwohnung zum Campingplatz, die auf dem hinweg über 7h dauerte, dauerte gerade mal 2h. Unten angekommen, hatte ich plötzlich einen ganzen Tag vor mir. Es war gerade mal Mittag und der Campingplatz hatte noch Mittagspause. Also setzte ich mich erstmal in den angrenzenden Biergarten und bestellte mir ein Ganter Bier. Das kommt aus der Brauerei in Freiburg. Es war total schönes Wetter und ich war immernoch ein bisschen nachdenklich, als ein älterer Mann zu mir kam. Er fragte mich, ob er sich zu mir an den Tisch setzen kann, weil der im Schatten steht und er in der Sonne Fahrrad gefahren ist. Das war natürlich kein Problem. Wir saßen eine Weile da und er bestellte sich was zu essen. Nach einer Weile kamen wir ins Gespräch. Er sagte mir das er Michael heißt und er hatte in meinen Augen eine echt tolle Einstellung zum Leben und zu der Art zu leben. Er war beeindruckt, das ich zum Titisee hochgefahren war. Ohne Elektro Antrieb und verlieh mir die Imaginäre Goldmedallie dafür. Er Erzählte mir von Menschen die ihm nah sind und das sie aus Tradition katholisch seien und er es nicht mochte das sein Enkel getauft wurde, ohne eine Wahl bekommen zu haben. Er erzählte mir auch das er ein großer Fan von Kant und der Aufklärung sei. Er erzählte mir auch von materialistischen Menschen, die jedes Jahr mehrfach mit dem Flugzeug irgendwo hinjetten um sich an den Strand zu legen. Er mochte diese Art des Tourismus genau so wenig wie ich. Deshalb war er auch sehr angetan von meiner Art zu reisen. Außerdem war er früher sehr aktiv in großen Umweltorganisationen. Ich war wirklich beeindruckt von diesem Menschen. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile über alles mögliche, bis ich dann los wollte. Er gab mir sogar das Bier aus, was ich bestellt hatte, wo ich sehr dankbar für war und wir tauschten noch unsere Nummern aus. Dannach meldete ich mich für einen Tag allein und einen Tag zu zweit an. An der Rezeption erkannten die mich sogar wieder und ich erzählte den kurz wo ich her komme und warum ich wieder da bin. Danach ging ich auf die Campingwiese, die ich ja schon kannte. Auf dem Weg wurde ich gleich angesprochen weil ich wegen meinem großen Gepäck auffiel. Der Typ sagte sein sohn ist gerade mitm Fahrrad auf’m Weg nach Barcelona und er wollte gern mit mir einen Gruß aufnehmen. Danach ging es dann auf die Wiese. Leider hatte es die vergangenen Tage viel geregnet und die ganze Wiese stand unter Wasser. Ich suchte mir einen halbwegs trockene Stelle wo ich mein neues Zelt aufbaute. Danach redete ich noch kurz mit dem Typ und er sagte mir das es noch gute trockene Plätze gibt. Ich solle mir die doch Mal anschauen und mit den Campingplatz Betreibern reden. Gesagt, getan und ich stand wieder an der Rezeption. Die hatten sofort Verständnis und da sie mich ja schon kannten sagten sie mir ich könnte auf einen der anderen Plätze gehen.
Also Zelt abbauen und geraffel da hin schleppen und alles wieder aufbauen. Es war wirklich ein Premium Platz. Auf so Rindenmulch gelegen, total gerade und erhöht, das ich über den ganzen Campingplatz schauen konnte. Jetzt konnte ich endlich mit meinen Fahrrad ohne Gepäck zum Kanal fahren. Da malte ich dann den restlichen Abend. Zwischendurch holte ich mir nur einen döner und verlor meinen Bleistift, der von einem Flaschensammler gefunden und mir wiedergegeben wurde. Dafür bekam er als Dankeschön auch 5€. Die hatte ich ja vorhin am Bier gespart und er und ich waren super glücklich. Dann legte ich noch einen wanderstein hin und stellte ihn im Blog und bei insta online. Am Abend ging ich auf meinen Premium Schlafplatz und erzählte Dörte schon Mal das wir mit dem Platz echt Glück haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert