22.08.2025 – Tag 94

Ich bin vor 7 von dem Sonnenaufgang aufgewacht, weil ich extra die Zeltseite zum Ausblick offen gelassen hatte. Ich hatte wieder komische Albträume. Wahrscheinlich weil es nachts schon ein bisschen gruselig war. Ich glaub es waren ganz schön viele kleine Tiere unterwegs. Ich bin dann aufgestanden und habe erstmal wieder ne Wäscheleine gespannt und Sachen weiter getrocknet. Dann habe ich mir einen Kaffee gemacht. In dem Moment als ich mich gerade entspannt hingesetzt habe, kamen Wanderer. Mir war schon ein bisschen unangenehm das mein Zelt da noch stand und meine Leine quer über den Platz gespannt war. Nicht weil ich Angst hatte das die was sagen, sondern weil ich mir selber etwas respektlos vorkam, den ganzen schönen Ort so für mich einzunehmen. Aber ich hatte wirklich nicht mit Menschen um so frühe Zeiten hier oben gerechnet. Naja. Ich habe dann angefangen das Zelt abzubauen und die Leine wo anders zu spannen. Da kamen schon die nächsten Leute. Echt nervig. Ich habe dann meine Zeltsachen aufgehängt und mich ein bisschen in dieser Hütte breit gemacht. Bei der Sonne wollten wahrscheinlich eh nur alle das Panorama genießen. Dann hab ich mir einen 2. Kaffee gemacht und versucht nochmal zu entspannen, aber da kam schon die nächste mit einem ziemlich aufgedrehten Hund, der immer wieder zu mir kam und an meine Sachen und meine Mülltüte wollte, während sie telefoniert hat. Ich habe dann zugesehen das ich zusammenpacke und loskomme. Google sagte 40km, mein Navi sagte 60. Ich wusste auch nach der nächsten Kurve schon warum. Ich sollte rechts in den Wald rein, wo ich nicht Mal mit Wanderschuhen reingegangen wäre. Ich glaube langsam Google hat die Fahrradnavigation von komoot übernommen. Also Google aus und nach meinem Navi. 60km für ne komplette Überquerung von den Vogesen. Sind halt doch nur Minialpen. Was mich ein bisschen ärgerte war, das ich als erstes zurück ins Tal musste wo ich gestern herkam und dann da abbiegen wo die anderen lang gefahren waren. Dann ging’s hoch bis auf etwa 850m und von da aus hatte ich eine Abfahrt von etwa 10 Minuten bei 50 bis 70km/h. Als ich im Tal ankam, hab ich einen Supermarkt gefunden, wo ich mir erstmal einen 5l Wasserkanister gekauft habe und ein bisschen was zum direkt essen, weil ich wusste das es in dem Ort in den ich will viele Supermärkte gibt. Also kein Grund Vorräte weit zu schleppen. Mit den 5l Kanister habe ich mich aber leider etwas verschätzt, weil ich gar nicht so viele Flaschen hatte um den aufzuteilen. Also musste ich ihn mir vorn drauf schnallen und mit dem Kanister rumfahren. Die Strecke zum Campingplatz war ich irgendwie richtig energiegeladen, so das ich die ganze Zeit fast 30 gefahren bin. Auf dem Campingplatz waren richtig viele bikepacker. Und meine Nachbarn haben mir erstmal Tomaten aus dem eigenen Garten geschenkt. Weil ich wieder hungrig einkaufen gegangen bin, hab ich natürlich viel zu viel essen gekauft, was ich überhaut nicht schaffe, aber es sind ja genug Leute da, die sich bestimmt morgen freuen wenn was über bleibt. Natürlich auch alles Milchprodukte und Fleisch. Also keine Möglichkeit das mitzunehmen.
Am Abend habe ich dann noch ein paar Bier mit meinen Nachbarn getrunken, gemalt und gequatscht. Lustig war auch das die nur ein bisschen Englisch konnte und auch ein paar Bröckchen deutsch und es manchmal spannend war dem jeweils andere zu verklickern, was man gerade sagen will.

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