18.08.2025 – Tag 90
Ich hab seit langer Zeit Mal wieder durchgeschlafen und fühlte mich trotzdem etwas zerquetscht. Ich bin erstmal ganz in Ruhe Aufgestanden und habe meinen ganzen Kram auf der Wiese zum trocknen ausgebreitet. Ein letztes Mal machte ich mir mit dem alten Kocher Kaffee. Ich musste echt viel Spiritus reinfüllen um in in Gange zu bekommen. Dann habe ich nebenbei schon Mal alles gepackt und nach dem Kaffee auch die Zeltteile wieder eingepackt, die inzwischen trocken waren. Nach kurzer Zeit habe ich kurz vor Toul einen intermarche super gefunden. Die sind ganz cool, aber irgendwie haben die nur ganz wenig gekühlte Getränke und die Backwaren Abteilung ist meistens ziemlich schlecht sortiert. Paar Baguettes, paar Croissants und irgendwelche kleinen süßen Gebäck Sachen. Ich hab mir erstmal was zu futtern gekauft. Ich freu mich schon wenn Dörte wieder dabei ist. Dann kann man sich vielleicht Mal eine Packung Schoko Kekse teilen. Mir allein in kürzester Zeit wegen der Hitze eine ganze Packung Reinschreddern finde ich irgendwie nicht so geil. Als ich draußen war hat mich ein netter älterer Typ angesprochenen und wollte alles mögliche zur Reise von mir wissen. Als er kurze Zeit später wieder raus kam sprach er mich ganz aufgeregt an, das er vergessen hatte mich wegen Mittwoch zu warnen. Da könnte es für 1-2 Tage regnen. Ich sagte ihm das ich anderes gewöhnt sein und das 2 Tage regnen für mich kein Problem sind. Nach dem Essen fuhr ich weiter durch Toul. Das ist echt eine ganz hübsche Stadt.
Es war alles mit Blumen geschmückt, von Flüssen durchzogen und es gab sogar einen Springbrunnen mit pinkem Wasser. Ich bin aber nur durchgefahren, weil ich ja zum Decathlon wollte und auch nicht ganz so spät am kleinen Bauernhof ankommen wollte. Als nächstes ging es dann an der Mosel weiter. Die verlief ein Stück mit meinem Kanal zusammen. Irgendwie dachte ich drüber nach, ob an Kanal fahren vielleicht auch nicht direkt am Ufer bedeuten könnte. Vielleicht könnte das das fahren wesentlich einfacher machen, wenn man am Kanal auf einer Straße fährt, die mit dem zusammen verläuft. Naja. Ich fuhr weiter an der Mosel durch einen schönen Park und sollte dann über eine Brücke. Die war gesperrt. Und zwar nicht so gesperrt, dass man trotzdem mitm Fahrrad über die Baustelle fahren kann, sondern die Brücke war komplett dicht und wurde scheinbar wieder neu aufgebaut. Es war unmöglich da rüber zum kommen. ich habe also wieder auf Maps und meinem Navi nach einer Alternative geschaut. Mit einem kleinen Umweg über eine andere Brücke kam ich dann rüber. Dort müsste ich noch ein Stück an der Landstraße fahren und kam in einen Wald. Ich folgte dem Weg, der über einen Berg führte und wurde vom Navi komplett durch den Wald geschickt. Am anderen Ende kam wieder eine Landstraße. Die hing wieder bergauf und bis auf die Bergspitze. Von da aus ging es dann nur noch bergab. Zwischendurch hatte ich noch eine richtig schöne Sicht auf Nancy. Die Stadt war im Tal gelegen und erstreckte sich bis die Berge hoch. Ich bin dann noch ein Stück oben auf dem Berg um die Stadt rumgefahren und fuhr dann wieder die ganze Zeit bergab bis zu Decathlon. Ich holte mir erstmal einen neuen Fahrradschlauch, eine Hängematte für einen 10er und stand eine ganze Weile bei den kochern Rum. Ich wollte eigentlich einen, den man auf den Boden stellt und der dann mit Schlauch an die gasbuddel angeschlossen wird. Es gab aber nur 2 Modelle. Einen für 60€, den man auf den Boden stellt. Der war mir viel zu teuer. So’n noname Ding und ich hatte gerade gesehen dass der Original von trangia, der zu meinem kochset passt 70 kostet. Dann gab es noch einen zum aufschrauben auf die gasbuddel. Für 30€. Auch viel zu teuer. Meiner von Globetrotter hatte damals glaub ich nur knapp 20 gekostet und das war wenigstens kompakt und zum auseinander schrauben und von einer guten Marke. Aber was blieb mir übrig. Ich musste den überteuerten Scheiß kaufen, weil ich eine Möglichkeit zum kochen brauche.
Außerdem holte ich mir noch proteinpulver. Die Rechnung war wieder über 60€. Als ich aus dem Laden war, hatte ich eine Antwort Email von Hof. Ich kann gern vorbei kommen und ob ich einen Platz fürs Zelt brauche. Perfekt. Ich sah nach und scheinbar hatte ich mich mit dem decathlon vertan. Eigentlich wollte ich zum anderen, der auf der anderen Seite von Nancy liegt, weil da auch der Hof ist. Jetzt musste ich nochmal über 20km quer durchs Tal. Unterwegs wollte ich noch für essen einkaufen. Vegischnitzel. Schließlich hatte ich noch Kartoffeln und dazu wollte ich Tomatensauce mit ein bisschen Gemüse machen. Direkt nebenan war ein Lidl. Leider sind die hier in Frankreich extrem schlecht aufgestellt was vegiprodukte angeht. Stattdessen hätte ich Cordon Bleu kaufen können. Das wäre ja auch ok, aber leider gab’s die nur in gebinden mit min. 8 Stück. Also bin ich mit ner Zucchini und ner Limo wieder abgehauen. Aufm Weg kam ich dann beim Aldi vorbei. Die sind auch nicht gut aufgestellt, aber besser. Also hab ich meine Vegischnitzel bekommen. Auf dem Hof angekommen wurde ich schon erwartet. Die Frau (Christelle) kam mir schon entgegen. Sie wirkte irgendwie als wenn sie nicht genau wüsste was sie mit mir anfangen soll. Sie zeigte mir erstmal den Laden, der ihr Bereich des Projektes war. Ich kaufte mir eine kalte Dose kombucha und kam erstmal an. Christelle sagte mir das Vincent (mit dem ich Mail Kontakt hatte) gerade unterwegs sei und gleich wieder kommt. Kurze Zeit später kam er zurück. Er wirkte ein bisschen ruhelos und zeigte mir nur schnell wo mein Zelt hinkann, wo Toilette und Dusche ist und war dann wieder weg. Komisch. Irgendwie hatte ich andere Erwartungen. Aber gut. Für ihn war es ein Normaler Arbeitstag und er nahm sich nicht die Zeit sich kurz mit mir hinzusetzen oder so. Ich sah im Garten schon die Hängemattenecke und als er weg war legte ich mich erstmal in eine Hängematte und musste erstmal runterkommen. Die Sonne war mit ja jetzt auch schon wieder ein paar Stunden ungebremst auf den Pelz gebraten. Während ich in der Hängematte lag, kam noch ein Mädel, die eine Nacht im kleinen Wohnwagen gebucht hatte. Sie war mit nem gravelbike unterwegs und erzählte mir das sie am Tag so um die 200km fährt. Sie war von Reims hierher an einem Tag und wollte am nächsten Tag nach Straßburg. Echt krass. Aber das wäre nix für mich. Sie sagte mir sie fährt um 6 los und fährt dann bis abends. Sie fragte mich auch ob ich ein Stück mit ihr zusammen fahren will. Erstens bin ich wahrscheinlich viel zu langsam und 2. Ist 6 ja mitten in der Nacht. ich war mir aber zu dem Zeitpunkt auch noch nicht sicher ob ich noch einen Tag bleiben will. Ich habe dann erstmal meinen Kram zusammengesucht um essen mit meinem neuen Gaskocher zu machen.
Hab erst gedacht ich koche am Zelt, bin dann aber in die Essecke von den anderen gegangen, weil ich Lust auf ein bisschen Gesellschaft hatte. Da lief dann auch Vincent Rum und ich habe ihn gefragt wie es mit Bezahlung für die Nacht aussieht. Er wollte nichts haben, aber hat gesagt wenn ich Zeit habe könnte ich morgen früh ein bisschen im Garten helfen. Ich hab gefragt was er davon hält wenn ich noch eine zweite Nacht bleibe und wir den ganzen Tag gemeinsam im Garten arbeiten. Das fand er sehr gut. Ich habe also gekocht, er hat mir noch einen ganzen Karton mit Biogemüse hingestellt und mir eine selbstgemachte Limo gegeben. Ich hab dann angefangen zu kochrn. Der Gaskocher ist schon eine ganz andere Nummer als der Spirituskocher. Wesentlich schneller und man kann ihn regeln. Das war ja mit Spiritus auch immer etwas problematisch. Macht auf jeden Fall Spaß. Mal schauen wie ich weiter an die gasbuddeln komme. Den Spiritus Kocher will ich auf jeden Fall als Backup dabei haben. Wiegt ja nix und nimmt keinen Platz weg.
Nach dem Essen kam Christelle nochmal vorbei und hat mir noch kurz gezeigt wo ich abwaschen und meinen Müll entsorgen kann. Wir haben noch kurz über Spanien geschnackt und sie ist auch abgeschossen. Irgendwie hatte hier irgendwie keiner so wirklich Zeit. Das fand ich schade und machte auch irgendwie ein komisches Gefühl. So ist es mit Erwartungen. Es hatte ja niemand behauptet das es anders ist, aber es hat mich alles irgendwie so durch komische Zufälle an diesen Ort geführt und die Konstellation mit ihm und seinem Ingenieursding was er an den Nagel gehängt hatte und ihr als Illustratorin wirkte auch wie ein komischer Zufall, das ich mir eigentlich sicher war das ich mit den eine schöne Zeit haben müsste. Ich bin nach dem Essen wieder in die Hängematte und habe Blog geschrieben, bis mich die Mücken zu sehr genervt haben. Dann hab ich meinen Schlafplatz eingerichtet und die Augen zu gemacht. Die Straße, die direkt vorm Grundstück lang führte war laut und die Heuschrecken waren so laut, das ich das Gefühl hatte, sie wollen mich anschreien. Ich bin dann kurze Zeit danach trotzdem eingeschlafen.

