10.08.2025 – Tag 82
Nachdem ich völlig genervt aufgestanden bin, hab ich erstmal angefangen mein Zelt zu trocknen. Und meinen Kram zu packen. Ich hatte kein bock weiter da zwischen den Typen auf der Wiese rumzuhängen und da ich ja mein Fahrrad flicken und packen wollte bin ich rüber zu einer Sitzgruppe gegangen. Bei der Sitzgruppe waren auch 2 Engländer. Das es Engländer sind wusste ich wegen den Motorradkennzeichen. Die haben mich schon immer so nett gegrüßt, aber gesprochen hatten wir bisher nicht. Ich hab dann guten Morgen gesagt und gefragt ob ich den Tisch mit Bänken nutzen kann. Nachdem sie sich etwas übers Englisch gewundert haben, sind wir dann ins Gespräch gekommen. Die waren gerade wieder aufm Weg nach England. Der Urlaub war also gerade zuende. Ich hab sie dann auf die Sache mit der Sprachbarriere angesprochen und die hatten eine komplett andere denkweise. Sie meinten das sie bisher immer alles bekommen haben was sie wollten. Irgendwie geht das schon. Gut. Sie sind auch zu zweit und haben sich gegenseitig. Ich hab den dann erzählt das ich mich die letzten Tage ein bisschen allein gefühlt hab. Laut deren Erfahrungen kann man sich mit der jüngeren Generation Schon auf Englisch Unterhalten. Eigentlich sind das die älteren die nicht Englisch sprechen können und oft auch nicht wollen und das auch gehäuft im ländlichen Bereich. Das Gespräch hat mir sehr gut getan und ich hab mir gedacht, das ich auch versuchen will lockerer mit dieser Situation umzugehen. Vielleicht hab ich mich auch ein bisschen da reingesteigert. Ich werde das was ich kann auf französisch sagen und sonst einfach die Leute auf Englisch ansprechen. Entweder es klappt, oder halt nicht. Mehr kann ich eh nicht machen. Meine Stimmung schön sich eh gebessert zu haben und das trug dazu bei. Ich hab mich von den verabschiedet und die haben beim wegfahren noch gegrüßt. Ich hab dann mein Bike weiter geflickt und nachdem ich den ersten flicken drauf hatte und den Kram wieder zusammen hatte hab ich trotzdem keine Luft drauf bekommen. Es war nicht Mal schlimm, dass ich jetzt nochmal alles auseinander bauen musste. Ich hab in Ruhe nebenbei Kaffee gemacht und getrunken und meine Powerbank nochmal an die Steckdose im Abwaschraum gehängt. Ich hab halt so schnell gemacht wie ich eben konnte und mich nicht gestresst. Nachdem ich die zweite Stelle gefunden hatte und geflickt hatte konnte ich meinen Kram ans Fahrrad machen und losfahren. Die Magnetkarte fürs Tor, die ich gestern in weiser Voraussicht abgeben wollte hatte ich tatsächlich verloren, aber was soll schon passieren? Ich konnte den das eh nicht erklären, also hab ich halt nix gesagt und bin losgefahren.
Das nächste was mir sehr gefiel war das die Geschäfte hier Sonntags bis 12:00 auf haben also konnte ich noch im halb 12 zu Lidl Rollen und mir ein bisschen Kram zum Essen und Trinken holen. Dann ging’s los. Jacky hatte mir einen coolen Campingplatz mit Badestelle rausgesucht der nur 30km nach Süden war. Das Wetter war mega. Nicht eine Wolke am Himmel und 28°C. Ich lieb’s. Ich hab meine kleine Bluetooth Box wieder in der Rahmentasche angemacht und bin mit Mucke durch die Gegend gefahren. Es war ein Berg auf und ab. Ich hatte richtig Spaß dran mich auszupowern. Und mein Navi hat mich wieder zu 80% über unbefestigte Wege geleitet. Lange Strecken habe ich nicht Mal Häuser gesehen. Keine Menschen, keine Probleme mit Sprache oder so. Und ich mag die Natur langsam mehr. Sie wird spannender durch die Berge und schöner, weil alles sich langsam schon ein bisschen ändert und ein bisschen mediterraner aussieht. Kurz vorm Campingplatz hab ich angehalten um zuzusehen wie 2 Jungs von einer Brücke in einem Fluss gesprungen sind und war kurz davor auch Mal da hochzuklettern.
An der Rezeption vom Campingplatz hatte ich das nächste positiv Erlebnis. Die waren komplett ausgebucht und haben sich kurz besprochen. Dann hat sie mir einen Lageplan gegeben, wo sie für mich eine Parzelle eingezeichnet hatte die es eigentlich gar nicht gibt. Es wurde also für mein kleines Zelt ein neuer Platz erfunden.
Ich hab etwas über 10€ bezahlt und hab mich eingerichtet. Danach bin ich direkt zur Badestelle. War natürlich extrem voll da, aber es war mega, bei dem Wetter ins Wasser zu springen. Endlich bekomme ich Mal eine geile warme Zeit und ein bisschen Sommer. Dann hab ich erstmal Musik gehört und Blog geschrieben. Nach ner Zeit hab ich mir dann ein Eis geholt und versucht den französischen Namen der da stand französisch auszusprechen. Das Mädel im Kiosk hat gelacht und es richtig gesagt. Ich hab’s nochmal versucht, aber scheinbar nicht hinbekommen. Sie fand es lustig und hat mir das Eis gegeben und danach noch versucht es so falsch auszusprechen wie ich. Total witzig. Ich hab mein Eis gegessen und bin nochmal ins Wasser. Danach bin ich an einen Tisch umgezogen und habe sogar noch ein bisschen gemalt. Es wurde schon langsam leerer und ruhiger. Nachdem ich noch ein bisschen gelesen habe bin ich dann zum Campingplatz gegangen und hab mir Chinasuppe und danach Jughurt gemacht. Dann noch ein bisschen Spanisch geübt und noch schnell geduscht. Abends hab ich dann Mal wieder mit Dörte telefoniert und hab mich hingelegt. Es war noch lange Kindergeschrei und getobe auf dem Campingplatz. Ich weiß nicht ob es an den günstigsten Campingplätzen oder an der französischen Mentalität liegt, aber die Eltern saßen auch noch lange draußen, ich habe wieder verbotene Kräuter gerochen und Eltern standen mit kippe und Bier am Spielplatz. In Frankreich rauchen einfach mal extrem viele Leute. Ich hab nach ein bisschen geschrieben und Musik gehört und gehofft das ich heute ohne Ohropax klar komme.

