04.08.2025 – Tag 76
Heute habe ich mir extra den Wecker auf 9 gestellt, weil wir ja zu dem großen Gebäude wollten. Ich bin aber schon Viertel vor 9 von allein aufgewacht und hatte einen üblen kater. Als erstes haben wir Frühstück gegessen. Es gab ein paar Scheiben Brot und Marmelade. Dazu erstmal einen Kaffee. Als nächstes sind wir in den Keller gegangen um mit dem Auto loszufahren. Auch cool. Das war ein Mini in der Sportausführung. Der hat ganz schön gebrummt, der kleine. Ben erzählte mir das es sein kann das der Transponder nicht mehr funktioniert, oder das wir von den Security Menschen erwischt werden, das alles videoüberwacht war. Aber wir wollten es versuchen. Der Plan war sich auf den Parkplatz zu stellen, den er früher hatte. Sollte derjenige zurück kommen, dem der jetzt gehört, was ja aufm Montag Vormittag nicht so wahrscheinlich ist, hoffen wir einfach drauf das wir rechtzeitig zurück sind. Abschleppdienst und der ganze Kram würde wohl länger als unser kleiner Ausflug dauern. Naja. Als wir ankamen, hat der Transponder schon Mal für das Parkhaus funktioniert. Dein war dann die Gittertür offen. Wir sind also einfach zu den Bewohnern Parkplätzen durchgefahren. Bisschen doof war das der Parkplatz auf den wir wollten schon belegt war. Also haben wir uns auf einen anderen freien Parkplatz gestellt. Dann kam die große Frage. Funktioniert der Transponder auch beim Fahrstuhl? Yes. Hat zum Glück geklappt. Oben hatten wir einen mega Ausblick. Man konnte einmal komplett rumlaufen. Nur leider war eine große etwas 3 Meter hohe Scheibe da. Die war nicht ganz sauber so das die Fotos nicht so einfach wurden. Dann haben wir auch noch einen Monteur auf dem Dach getroffen, der gerade die große Gondel klar machte, mit der die Fenster geputzt werden. Gut das der sich nicht für uns interessiert hat.
Nach der Fotosession sind wir dann wieder runter und ein Stück zu einem Café am Kanal gelaufen, was leider nicht auf hatte. Aber Ben wusste noch einen anderen coolen platz. In einer Halle wo ganz viele kleine Start-ups waren. Dort gab’s auch ein kleines Café. Nachdem wir den Kaffee getrunken haben, sind wir wieder zum Auto und konnten auch ohne Probleme wieder das Parkhaus verlassen. Danach habe ich mich von den beiden verabschiedet und bin los. Ich bin als erstes in den Park royale gefahren, wo auf der anderen Straßenseite gerade Polizisten mit Maschinengewehren an der amerikanischen Botschaft sich mit Wangenkuss begrüßten. Lustiges Bild. Ich saß da also auf einer Bank. Hatte Kopfschmerzen und fühlte mich mega kaputt und überlegten wie ich weiter mache. Ein Blick auf die Uhr sagte mir das es schon 13:00 ist und das ich langsam schauen muss wo ich unterkomme. Da ich mit meinem Kater auch keine Lust auf Stadtbummel und Brüssel erkunden hatte, suchte ich mit einen Kleinen Campingplatz im Südwesten raus und fuhr direkt dort hin.
Dann war ja auch noch die Frage, wie es allgemein weiter geht. Während der Fahrt dachte ich drüber nach das Ben mir zu Gent und Brügge geraten hat. Die sollen sehr schön sein. Liegen aber leider nordwestlich. Also müsste ich ein ganzes Stück wieder zurück fahren und das würde sicher 4 Tage Umweg bedeuten. Nachdem ich den Weg nach Paris und dann nach Freiburg ansah, fiel auf das ich gar nicht mehr viel Zeit hatte, wenn ich das wirklich schaffen will. Außerdem hat das Wetter mich auf dazu bewegt endlich Richtung Süden zu kommen. Also viel das aus.
Ich orientierte mich also zum nächsten Ziel. Lille. An der Stelle will ich die Grenze überqueren und Lille soll auch voll hübsch sein. Auf dem Weg wurde es dann auch noch richtig hügelig und ich musste mit meinem Kater knapp 350hm machen. Auf Campingplatz saß eine grummelige Tante in der Rezeption. Alles roch nach kaltem Rauch und der Raum wirkte ein bisschen eckelig. Egal. Ich musste ja nicht hier drin übernachten. Ich bin dann zur Campingwiese gefahren wo schon einige Zelte standen. Ich habe mich dann ein bisschen entfernt davon hingestellt. Kein Bock auf Menschen heute. Die Zelte sahen ein bisschen lustig aus. Das waren alles so billige decathlon Zelte, die auch nicht richtig angespannt waren, so das die Überzelte alle so komisch im Wind flatterten. Ein bisschen wie eine Gruppe Zombiezelte.

Auch Menschen waren weit und breit nicht zu sehen. Als ich mich auf eine Bank gesetzt habe und mit eine leckere Soja bolognese zum essen gemacht habe, kamen noch zwei andere etwas ältere Bikepacker Pärchen. Die haben alle flämisch gesprochen, aber mit Englisch ging es auch ein bisschen. Ich habe dann noch meinen Blog nachgeholt, gegessen, geduscht und mein Zelt eingerichtet. Inzwischen kamen auch die Bewohner von den Zombiezelten wieder das waren irgendwelche katholischen Pfadfinder. Dann kam noch ein Transporter und lud ca. 10 Kisten Cola ab und fuhr wieder. Das kann ja heiter werden. Inzwischen hatte es wieder angefangen wie aus Eimern zu regnen und die Kinder versuchten im Regen Einweggrills anzumachen. Hat natürlich nicht geklappt. Komische Pfadfinder. Bisher sprach irgendwie alles gegen das Bild was ich von katholischen, oder auch allgemein Pfadfindern habe… Aber ich habe sie mit den anderen reden gehört und meine das sie was von Pfadfindern gesagt haben. Dazu hatten noch alle so komische Tücher um, wie man es ja auch von Pfadfindern kennt. Ich bin dann ins Zelt und hoffte darauf das ich jetzt endlich meinen Kater weg schlafen kann. Aber so einfach machten es mir die komischen Kinder nicht. Sie redeten und wurden immer lauter. Einen Betreuer oder so gab es scheinbar auch nicht. Nur ab und zu irgendwelche Mädchen, die pssst machten. Was natürlich nichts brachte. Irgendwann fingen noch irgendwelche Jungs an von außen gegen die Zelte zu hauen und sich gegenseitig zu erschrecken. So das sie natürlich rumgeschrien haben. Ich überlegten ob ich mir Ohropax reintue, oder ob ich Mal meinen Mut zusammen nehmen soll und etwas sagen. Jacky hat mir auch von ein paar Situationen erzählt, in denen sie Mal was gesagt hat, was sie sonst auch nie gemacht hat, also dachte ich mir das ich es einfach Mal ausprobiere. Das endete dann damit das ich aus meinem Zelt geschriehen habe das sie leise sein sollen und weil ich nicht unhöflich sein wollte, habe ich noch nach einer Pause ein bitte mit angehängt. „Can you be quiet…please!!!“
Das hat gewirkt und sie haben sofort die Schnauze gehalten und sind nur noch kurz flüsternd über die Wiese gelaufen. Dann konnte ich endlich schlafen.

