02.07.2025 – Tag 51

Heute morgen bin ich um 7 aufgewacht und konnte irgendwie auch nicht mehr so richtig weiter schlafen. also hab ich mich langsam aus meinem Zelt gepellt. Die Nacht war ja wieder Unterbrochen von Zwischenfällen. Ich habe mir noch so gedacht das ich es irgendwie auch ein bisschen geil finde nachts von Regen geweckt zu werden, weil es ja das Leben auch aufregender mach und ich so mehr fühle das ich lebe. Wie auch immer. Ich bin das erste Mal raus und eigentlich sollte es ja heute trocken werden, aber das Wetter hatte andere Pläne. Es gewitterte und fühlte sich nach Regen an. Der kam auch und ich beschloss mein Zelt jetzt nicht voreilig abzubauen. Statt dessen habe ich erstmal meine arschhose angezogen und angefangen alles zusammen zu packen. Schlafsack und Isomatte konnten ja schon Mal in die drybags. Die Seitentaschen konnte ich ja auch packen. Die anderen Frühstückten riegel und ich machte mir mein Müsli mit Früchten. Danach ging es noch Mal richtig los. Also ging ich in mein Zelt und schaute wo ich heute enden wollte und machte Pläne. Als der Regen kurz aufhörte, packte ich weiter und als es kurz trocken war, beschloss ich, jetzt einfach mein nasses Außenzelt einzupacken. Die Erfahrung zeigte ja, das mein Innenzelt, solange es selber trocken war trocken blieb, solange ich es ins außenzelt einwickelte. Ich liebe mein Zelt gerade in solchen Momenten, wenn ich sehen wie es im nassen Boden eine trockene Stelle hinterlässt. Die anderen hatten nicht so viel Glück. Das Zelt und scheinbar alles was innen war, war komplett nass. Sie beschlossen ihren Urlaub zu beenden und nach Flensburg zu fahren. Das tat mir voll leid, aber ich konnte es auch verstehen. Irgendwie auch ein geiler Gedanke auf einem trockenen Sofa anzukommen und den ganzen Outdoor scheiß hinter sich zu lassen. Ich gönne den das komplett, aber freue mich auch das mein Abenteuer noch nicht endet. Ich will hier draußen sein. Ich will nass werden und das Leben spüren. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen das es anders sein könnte und bin unendlich glücklich, das alles erleben zu können.
Ich war dann irgendwann fertig gewesen mit packen und hab mich von den beiden verabschiedet. Heute waren es nur 30 km zum Lagerplatz. Dieses Mal aber mit fließend Wasser und einer echten Toilette. Noch kurz bei einem Supermarkt anhalten, aber so richtig geile Sachen gab’s da nicht. Ich bin also quasi ohne Wasser und ohne essen angekommen. Unterwegs bin ich immer wieder nass geworden und habe fast die ganze Zeit Schotter unter den Reifen gehabt. Zwischendurch hab ich noch eine E-Mail von meiner ehemaligen Gesetzlichen Krankenkasse in meinem Posteingang gehabt, was mich ziemlich abgeguckt hat. Ich soll doch mal in mein digitales Postfach schauen. Ich bin bei den nicht mehr versichert und habe auch kein digitales Postfach mehr bei den. Das wurde mir allerdings auch nie von den bestätigt. Vielleicht ist jetzt irgendwer über meine Akte gestolpert und hat sich gewundert das da kein Geld mehr kommt. Warum können die mich nicht endlich mal in Ruhe lassen. Ich würde mir wünschen, das mich das nicht immer so belastet. Was ich aus der Vergangenheit gelernt habe ist, daß es zumindest hilft, den Ball wieder auf deren Seite zu spielen. Also eine Nachricht an info@… mit dem Hinweis dasich weder bei den versichert bin, oder Zugriff auf ein Postfach habe, noch überhaupt einen Wohnsitz in Deutschland habe. Wenn Sie etwas von mir wollen, sollen Sie mir eine Email schicken, oder mich anrufen. So. Genug Gedanken daran verschwendet. Ich bin also weitergefahren und hab mir laut Musik auf das eine Ohr gemacht. Der andere Kopfhörer ist ja kaputt…
Als ich ankam habe ich überlegt, wie ich jetzt irgendwie im trockenen mein Zelt aufgebaut bekomme. Zwischen 2 Schauern habe ich es dann geschafft mein Zelt trocken aufzubauen. Die Stelle war wieder etwas notdürftig, aber ich wusste ja aus Erfahrung, das es auf keinen Fall in einer senke stehen durfte, aber es war nicht so einfach abzuschätzen, wo ein guter Platz war. Dann lief ich Rum und hatte die Toiletten gefunden. Ich saß aber trotzdem im Regen auf einer Bank und überlegte, wo ich Schutz suchen sollte schließlich war starkregen und Gewitter angesagt. Nachdem ich dann nochmal die Beschreibung des Lagerplatzes ansah, wurde mir klar das hier irgendwo shelter sein mussten. Der Platz wo ich aufgabaut hatte war auf Privatgrund. Ich ging also suchen und hinter dem einen Haus waren 3 shelter und ein Häuschen mit ner Feuerstelle drin. Geil. Ich trug also mein Zelt rüber und schaute wo ich es am besten unter bekam. Es passte ganz knapp in diese shelterhäuschen. Wie geil. Regen war also kein Problem mehr. Und ich konnte im großen Häuschen im trockenen chillen. Dazu fand ich noch Steckdosen im klohauschen, wo ich erstmal meine Powerbank anstöpselte. Wo bleibt das Gewitter? Als ich eine shelter für umgerechnet 4€ gebucht und bezahlt hatte, bin ich erstmal über die Grenze gefahren. Die Deutschen verkaufen essen und Bier viel billiger als die Dänen. Also essen und Bier kaufen. Dann noch schnell bei der Apotheke ran um Allergietabletten zu holen und zurück zum shelter. Als ich zurück war gab es mal wieder ein echtes Astra. Oder 4. Wie auch immer. Und essen aus der Dose. Ich lief bei Regen oben ohne im Garten Rum, hörte die Schafe, Musik aus meiner kleinen Bluetooth box und freute mich, das der letzte Tag in Dänemark so toll endete. Kurz darauf ging dann noch der große Regen los und ich genoss ein bisschen die Abkühlung, bevor ich in meinem shelter verschwand.

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