01.07.2025 – Tag 50

Nachdem ich ohne Mückenstiche in meinem Zelt aufgewacht bin, hab ich mir erstmal frühstück gemacht. Es sah schon nach einem warmen Tag aus. Das Gras war noch nass vom Tau, aber es war blauer Himmel und die Sonne schien. Den morgen habe ich wieder in vollen Zügen genossen und dafür genutzt die letzten Tage, die ich am Handy vorgeschrieben hatte auf meine Homepage hochzuladen. Außerdem habe ich mir heute die Zeit genommen, die nächsten Tage Mal ein bisschen genauer zu planen. Es zeigte sich das es gar nicht so einfach war, von meinem aktuellen Standort aus in einigermaßen gleichmäßigen Etappen bis Husum zu kommen. Eigentlich blieb mir für den Abend nur ein Lagerplatz wo es eine Zeltwiese gab und sonst nichts. Weder Wasser noch shelter, aber ok. Man kann nicht immer alles haben. Dahin waren es gut 50km, aber bevor ich losfuhr ließ ich dem Typen, der im shelter wohnte, weil er keine Wohnung hatte noch den 100 Kronen Schein da, den ich vor der Reise von meinen Eltern geschenkt bekam. Sie hatten ihn von einer früheren Reise über gehabt und er war wohl inzwischen veraltet. Bei einer Bank kann er aber gegen einen aktuellen getauscht werden. Das sind ca. 13€. Dazu habe ich ihm noch einen netten Brief geschrieben und mich für das nette Gespräch bedankt.
Als erstes ging es ans meer. Eigentlich die ganze Zeit am Deich entlang. Es wurde immer wärmer und am Ende wurde es um die 29 Grad. Weil ich am Deich fuhr hatte ich auch keinen Schatten. Zum Glück bin ich nicht so Wärmeempfindlich und es hat richtig Spaß gemacht. Solange ich in Bewegung war hatte ich ja auch ein bisschen Fahrtwind. Außerdem habe ich mir Wärme gewünscht und es wäre unfair dem Wetter gegenüber, wenn ich jetzt wieder jammern würde. Wie warm es war merkte ich erst nach dem Einkaufen, was ich in der schönen Stadt Ribe machte. Als ich aus dem Supermarkt wieder raus kam habe ich mir erstmal ein Schattenplatz gesucht um meinen Milchreis zu essen. Die Luft stand und es war heiß. Aber ich schaffe immer mehr Frieden mit dem Wetter zu schließen. Was bleibt mir draußen auch anderes übrig? Ich kann mich anpassen und es mit so gemütlich wie möglich machen, aber immer schlecht drauf sein wenn es Mal nicht so ist wie ich will, macht ja auch keinen Spaß. Ich glaube das ist auch etwas, was ich allgemein fürs Leben mitnehmen kann. Als nächstes ging es weiter am Deich lang. Einmal bin ich angehalten und habe mich an den Deich gesetzt, aber ich finde die Nordsee irgendwie nicht so toll. Ständig ist Ebbe und alles sieht gleich aus. Also bin ich ziemlich bald dann wieder aufs Fahrrad gestiegen und weiter gefahren. Es ging ein Stück durchs Land und über sehr Schotterige Wege. Ich verstehe nicht, wie diese Leute mit ihren schmalen gravelbikes hier zurecht kommen. Gut. Die haben wahrscheinlich auch nur die Hälfte an Gewicht zu bewegen, aber selbst mit den dicken Reifen bin ich teilweise ganz schön am „schwimmen“. Die schotterwege schienen gar nicht enden zu wollen. Plötzlich kam ich auf Schilder zu. Rund und rot mit Balken. Da stand irgendwas von durchfahrt streng verboten. Aber umdrehen war mir zu dumm und was könnte schon im schlimmsten Fall passieren? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Also fuhr ich weiter und es kamen noch mehr Schilder auf denen Kameras abgebildet waren und ich sah Stacheldraht Zäune und Schilder auf denen „kriminalforsorgen“ stand. Gut. Ich konnte mir denken was das heißt. Und das wurde auch davon unterstrichen das mir tätowierte Muskelberge oben ohne entgegen kamen. Ich war durch einen offenen Vollzug gefahren. Mir wurde später erst gewusst das ich auch noch mein feststehendes Messer griffbereit an meiner Hose hatte, so wie ich es immer habe, weil es einfach praktisch ist. Es war wirklich ein mulmiges Gefühl, als ich realisierte das ich durch ein Gefängnis fuhr. Aber mich hielt auch niemand an also fuhr ich weiter. Jetzt hatte ich auch nicht mehr viel Strecke zum Lagerplatz vor mir. Dieses Mal hatte ich wirklich nur einen Campingspot ohne alles gefunden. Das liegt daran, das ich ja irgendwie Strategisch passend etwas finden musste, damit es mit Husum und dem Abend davor hinkam. Kurz bevor ich am shelter ankam sah ich schon 2 Bikepacker, die aussahen, als wenn sie gerade wieder weiterfuhren, also fuhr ich an ihnen vorbei und kam dann beim shelter an. Es war stickig heiß, aber der shelter war im Naturschutzgebiet auf einer Lichtung gelegen. Ich habe erstmal mein Shirt ausgezogen und meine Eistee rausgeholt. Richtig geil. Zucker und Zitronengeschmack. Darauf hatte ich mich die letzten Kilometer gefreut. Ich habe meine Zitronenlimo rausgeholt. Als ich den ersten Schluck nahm setzte die Ernüchterung ein. Es war weder Zitronenlimo, noch zucker. Ich hatte mich vergriffen und eine Zuckerfreie Mangolimo gegriffen. Das die hier auch immer dieses eckelige zeuch ohne Zucker verkaufen. Es ist gar nicht so einfach eine „normale“ Limo zu bekommen. Aber selbst im Lidl gibt’s diese bonschiregale, wo man sich Zucker in allen Formen, Geschmäckern und Farben zusammenstellen kann. Das wiederspricht sich doch voll. Egal es war Flüssigkeit. Nachdem ich eine Zeit lang saß und überlegte wo ich am besten mein Zelt aufschlagen sollte, kamen die beiden, die ich am Weg gesehen hatte. Wie sich später rausstellte kamen sie aus der Ecke Norderstedt. Also die ersten Deutschen die ich seit langem getroffen hatte. Und dann noch Hamburger. Die waren auf einem Kurztrip und sind mitm Zug nach Flensburg gefahren und von da aufs nach Dänemark reingefahren. Die waren echt sympathisch und ich hab mich echt gefreut die kenne zu lernen. Wir haben eine ganze Weile geschnackt, was zu essen gekocht und dann die Zelte aufgebaut. Weil es so heiß war und auch das Regenradar sagte das die Nacht trocken bleiben sollte, haben sie und auch ich und dafür entschieden nur die Innenzelte aufzubauen. Es sollte auch ein schöner Sternhimmel zu sehen sein. Also haben wir uns irgendwann hingehauen. Gegen 3 bin ich dann von Gewitter aufgewacht. Ich hatte noch Glück, weil ich unter einem Baum stand und das prasseln des Regens auf die Blätter gehört habe. Also raus und das überzelt rüber. Gerade noch rechtzeitig. Die anderen hatten nicht so viel Glück. Sie standen auf der einzigen Stelle, wo keine Bäume drüber waren. Sie sind als schon von direktem Regen geweckt worden. Und dann haben sie auch ihre Heringe nicht gefunden. Das ging mir genau so, aber ich wusste wo die für mein tarp waren. Hatte also quasi Backup Heringe. Ihnen blieb also nur über das überzelt einfach so drüber zu werfen. Hätte ich das gewusst, hätte ich sehr gern noch ein paar Heringe abgegeben. Ich hatte ja genug. Am nächsten Morgen haben die beiden noch nach meinem Blog gefragt. Ich finde es ein bisschen schade, das wir nicht Nummern getauscht haben, also falls ihr das lest, meldet euch gern Mal über insta. Ist ja verlinkt.

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