26.06.2025 – Tag 45
Heute bin ich das erste Mal um 6 aufgewacht. Zum Glück konnte ich dann aber noch Mal weiterschlafen bis um 8. Zum Glück war es morgens trocken, so das ich sogar noch geschafft habe mein Zelt großteils zu trocknen. Nach dem Frühstück kam noch ein Fahrradfahrer auf den Platz, der kurz gefragt hat ob ich hier geschlafen habe und er sagte das er sich den Platz für ein anderes Mal merken will. Er sagte mir auch das er letztes Mal an der Westküste viele Deutsche getroffen hat. Naja. Die Info ist für mich so neutral, weil mir es eigentlich egal ist, ob die deutsch sind. Die Idee mal an der Küste vorbei zu fahren fand ich aber trotzdem ganz cool. Um Punkt 10 stand ich dann am gepackten Fahrrad und stellte mein Navi auf Aalborg ein. Dort wollte ich einkaufen und zum Baumarkt, wo ich mir ein neues cappy kaufen wollte, nachdem ich meins ja in Schweden verloren hatte. Die Strecke war bergig, aber weniger als am Vortag, das Wetter war perfekt zum Fahrrad fahren. Es war warm aber bewölkt. Kaum Wind und ab und die Sonne kam immer wieder für längere Zeit raus. Es ging hauptsächlich auf und neben Landstraßen lang, aber zwischendurch überraschte mich mein Navi auch mal mit kleinen Pfaden, wo man komplett im grünen verschwand. Ich mag das voll. Dazu habe ich mich ja auch für ein Mountainbike entschieden. In einem Vorort bin ich erstmal ein Snack holen gegangen und habe TucTucs und einen Eiskaffee zum Frühstück gegessen. Im Zentrum von Aalborg angekommen fiel mir sofort das Fahrrad Verkehrssystem auf. Da können sich viele andere Länder und Stadt Mal eine große Scheibe von abschneiden. Ich würde sogar sagen daß es die besten Fahrradwege waren, die ich je gesehen habe. Überall war der Fahrradweg physikalisch von Autos und Fußgängern getrennt. Es gab kantsteine, so das Fahrräder nicht auf den Fußweg fahren und Fußgänger sofort merken, wenn sie auf „die Fahrradstraße“ treten. Oft war es sogar mit einem Zaun getrennt. An Bushaltestellen war der Fahrradweg so vorbeigeführt, das die Leute aussteigen konnten und dann kucken könnten ob da Fahrräder kommen. An straßenübergangen war der Fahrradweg sogar farblich markiert und in Kreisverkehren gab es eigene Fahrradspuren. Ich bin noch nie so entspannt in so einer großen Stadt Fahrrad gefahren. Die Stadt an sich war auch total schön. Ich habe mich da eine ganze Weile aufgehalten und ein bisschen mittag gemacht und ich habe mein busuu A1 Spanisch Sprachzertifikat bestanden. Die nächste Station war der Baumarkt, wo ich eine neue cappy gekauft habe. Nebenbei habe ich noch das niedlichste Brecheisen gesehen habe, was es auf der Welt gibt. Beinahe hätte ich es gekauft. Aber da hat dann doch die Vernunft und der innere Sparfuchs gewonnen. Danach hab ich mir dann einen Shelter gesucht. Nicht zu dicht und nicht zu weit weg. Ich war ja schon 30km gefahren und für abends war Regen angesagt. Am Ende fiel die Wahl auf einen shelter bei skøping. Dort sollten mehrere sein und es gibt da auch fließendes Wasser und eine Toilette. Insgesamt war ich am Ende etwas über 60km gefahren. Als ich ankam sah ich das alle shelter besetzt waren. Das waren shelter, die sogar Türen zum zumachen hatten. Ich wollte wegen den nervigen fliegtieren aber eh im Zelt schlafen. Nach kurzer Recherche fand ich nicht weit weg vom shelterplatz im Wald eine ausgewiesene Zeltwiese. Nachdem ich da ankam sah ich das dort schon jede Menge Zelte waren. Unter anderem ein Tipi und ein Hängemattenzelt. Mega cool. Damit ist man zwar sehr Kälte anfällig, aber die schrägen Böden und Bodenwellen können einem dann egal sein. Wenn ich zurück bin will ich auch mehr mit meiner Hängematte im Wald pennen. Zumal das nichtmal in Deutschland verboten ist. Naja. Die shelter waren besetzt und ich bekam schon die ersten Tropfen ab. Im Regen aufbauen bedeutet ein nasses innenzelt und wenn der Boden nass ist, auf dem ich aufbaue, kann es auch nass werden. Also musste schnell ein Plan her. Ich entschied mich im noch trockenen unter den Bäumen im Wald aufzubauen und mein Zelt dann auf die Freifläche zu tragen.Die anderen Zelte hatten im Waldstück schon alle guten Bodenflächen besetzt und der einzige Platz der noch halbwegs Schlafbar war, war unter einer alten bemoosten Eiche, die keinen guten Eindruck macht. Ich habe kein Bock nachts von nem Ast erschlagen zu wären. Wäre ja nicht das erste Mal, das sowas jemandem passiert.Also ab auf die Freifläche. Mein Zelt war wieder das einzige was man von weitem schon sieht. Aber was soll’s. Ich kenne kein besseres in der Preisklasse und bin bis auf die Farbe zu 100% zufrieden damit. Nachdem ich das Zelt aufgebaut und an seinen Platz getragen hatte, regnete es sich richtig ein. Ich wollte zum Essen trocken sitzen, also bin ich noch Mal zu den sheltern gegangen und habe tatsächlich noch ein freies gefunden. Da hab ich dann gekocht und ein bisschen einen art-stream bei twitch geschaut. Ein bisschen wurde ich wieder von Mini Mücken belästigt, aber bei Regen kommen zumindest nicht so viele von den raus. Nach dem Essen habe ich mich dann im shelter hingesetzt und noch ein bisschen gechillt. Mir blieb ja nicht viel anderes übrig. Zumindest sagte das regenradar das es morgen ab 7 wieder trocken sein soll. Ich hatte ein bisschen Bedenken, das wieder ein Fluss durch mein Zelt fließen könnte, weil der Platz nur notdürftig gewählt war. Gegen 21 Uhr hab ich dann alles zusammengepackt und bin zurück zum Zelt gefahren. Der erste Blick war schon schlecht. Unter meinem Vorzelt war eine tiefe Pfütze. Nachdem ich das Zelt aufgemacht hatte, sah ich das sie zum Glück nicht ganz bis zum Innenzelt reichte. Da es aber die ganze Nacht stark regnen sollte war es nur eine Frage der Zeit, wann ich komplett in der Pfütze lag. Es musste also wieder eine Notlösung her. Zelt woanders hintragen war eigentlich ausgeschlossen. 1. Gab es keinen guten Platz und 2. War der Boden überall so nass, das ich dann auch nass werden würde. Ins shelter umziehen wollte ich nicht, da die stech Viecher inzwischen doch ziemlich penetrant geworden sind. Ich hab kurz versucht einen kleinen Abflusskanal mit einem Hering zu kratzen. Der Boden ist aber so hart gewesen das es unmöglich war. Meine Idee war dann mein Zelt zu verlängern, damit die Pfütze und die Mulde in der sich das Wasser sammelte abgedeckt war. Also tarp raus und irgendwie eine Konstruktion basteln. Da ich auf einer Freifläche ohne Bäume stand und allein war, war das gar nicht so einfach am Ende habe ich 2 Ecken vom tarp an meinem Zelt befestigt und mir 2 dicke Äste geholt, die ich abgespannt habe. Das ganze hat nach mehrmaligen Fehlversuchen ca. 1h gedauert. Nebenbei sind schwärme von diesen blöden kriebelmücken über mich hergefallen, so das ich es nicht mehr ausgehalten habe und mit einer Fahrradtasche in den Wald geflüchtet bin um das Mückenzeug rauszusuchen. Am Ende war meine Konstruktion aber ganz ok. Nach dem ich ins Zelt gehen konnte und dort noch mindestens 20 der Miniviecher getötet hab, sah ich das auch die Pfütze kleiner wurde. Bleibt nur zu hoffen das mich kein Sturm überrascht.

