25.06.2025 – Tag 44
Heute war der große Abschiedstag. Ich hab Schweden verlassen und mich von Dörte verabschieden müssen. Wir haben noch zusammen gefrühstückt und versucht alles rechtzeitig fertig zu bekommen und zu packen. Ich wollte so gegen 9:00 – 9:30 von Campingplatz rollen. Um 12:15 sollte meine Fähre ablegen und eine Stunde vorher muss man spätestens ein checken. Um ziemlich genau 9:30 standen wir an unseren gepackten Bikes und es konnte losgehen. Der Weg zum Fährterminal war mega verwirrend. Ich finde die Verkehrsführung für Fahrräder in Göteborg ist allgemein sehr verwirrend. Ständig enden irgendwo Radwege und tauchen dann auf der anderen straßenseite wieder auf, oder man steht einfach so doof da und der Radweg ist plötzlich einfach so zuende. Aber das kannte ich ja schon und dafür war ja auch genug Puffer eingeplant. Am Terminal angekommen bin ich erstmal zum Check-in und hätte beinahe 2h vor Abfahrt eingecheckt. Zum Glück hat Dörte mich sehr energisch davon abhalten können. Ich hätte nämlich sonst zur Fähre fahren müssen und dann hätte ich auf der anderen Seite vom Zaun blöd sagestanden. So konnten wir noch zusammen auf einer Bank sitzen, quatschen und in unseren Erinnerungen der vergangenen Wochen schwelgen. Außerdem konnte Dörte so noch ein Video machen, wie ich durch den Eingang fuhr. Nach dem Abschied habe ich erstmal nicht verstanden wo ich hin muss. Der Typ am Check in sagte mir ich soll auf Spur 14. Es gab aber nur 10. Nachdem Dörte ihn nochmal gefragt hat und mir telefonisch gesagt hat wo ich hin muss habe ich es dann gefunden. Es waren weitere Spuren auf der anderen Seite der Fähre. Für Fahrräder und Motorräder. Beim Warten habe ich an meinem Bein noch eine Zecke entdeckt und weggemacht. Meine erste. Nachdem die Fähre dann noch ein paar Container geladen bekommen hat ging es auch schon los. Von Sonnendeck winken und Dörte macht noch ein Video, dann erstmal in den Essensbereich. Ein bisschen daddeln und ich bin auch tatsächlich mal wieder dazu gekommen am Tablet einen Comic zu lesen. Als ich dann noch ein bisschen am Handy gedaddelt habe, kamen Durchsagen auf dänisch, die ich nicht verstand. Plötzlich sah ich aus dem Fenster das Land. Ziemlich nahe. Die meisten Leute waren auch schon unruhig am rumwuseln. Als das Schiff anlegte habe ich überhaupt nicht verstanden wo ich hin muss. Die Autodecks waren noch verschlossen und oben stand eine Menschentraube. Da hab ich mich dann dazu gestellt. Als die Tür aufging und die Menschen sich in Bewegung setzen, fiel mir auf das es ein Fußgänger Gate war, wo die Leute ins freie strömten. Ich konnte gerade noch umdrehen. Das Putzpersonal schaute mich schon etwas komisch an und ich fragte jemanden wie ich zum Parkdeck komme. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann der Fahrstuhl, der mich da hin bringt. Unten angekommen waren bis auch ein paar Lkws und ein Wohnmobil schon alle weg. Ich war der letzte der von Bord rollte. In Frederikshavn wollte ich erstmal nur aus der Stadt weg und richtung Aalborg. Ich wollte ja noch ein bisschen strecke machen und für Stadtbummel war keine Zeit eingeplant. Nachdem ich meinen geplanten shelter ins navi eingegeben habe, zeigte das 65km. Das war echt ein bisschen unrealistisch. Aber die Richtung stimmte ja. Ich fuhr also erstmal. Das es hier so krasse Hügel gibt, war mir nicht klar. Es ging nur hoch und runter. Immerhin hatte ich Sonne, keine Wolken und nicht viel Wind. Irgendwann hielt ich dann an und stellte einen realistischen shelter ein. In Hørby kaufte ich noch ein paar Kleinigkeiten ein. Dänemark ist mindestens genau so teuer wie Schweden. Beim weiterfahren hatte ich irgendwie das Gefühl das Dänemark auf mich wie der kleine Bruder von Schweden wirkt. Nach etwas über 30km kam ich dann an einem shelter an. Der war echt schön. Sogar mit Trinkwasser. Ich glaube das gibt es hier häufiger. Wenn das wirklich so ist, brauche ich mich erstmal nicht mehr mit schweren Wasserflaschen rumärgern. Naja. Ich habe dann schnell Tütensuppe gemacht und mein Zelt aufgebaut. Mal schauen was morgen der erste ganze Tag in Dänemark an Überraschungen mitbringt.

