24.06.2025 – Tag 43
Wir sind Recht früh aufgestanden. Dörte hatte mir ja am Vortag Nor gesagt wie unangenehm es ihr ist, da direkt an einem Wanderweg zu campen, wo Jogger und Spaziergänger lang kommen. Darum wollte ich auch schnell mit ihr das Zelt abbauen. Mir war das jetzt nicht so unangenehm, aber ich hatte ja auch wieder den Luxus mit meinem kleinen Zelt im shelterhäuschen zu übernachten. Das schützte mich die Nacht nicht nur vor Feuchtigkeit von oben, sondern viel mehr vor Wind. Der war nämlich so stark, das Dörte kaum ein Auge zu bekommen hatte, weil sie Angst hatte das der Sturm ihr Zelt abreißen würde. Wir haben unseren Kram ziemlich schnell eingepackt und haben heute kein Frühstück gegessen, weil es ja eh nur ein paar km waren. Bei mir schwang den ganzen Tag ein sehr komisches Gefühl mit. Wir waren in den letzten Wochen schon ein cooles Team und sind ziemlich gut und rücksichtsvoll miteinander umgegangen. Wir haben viel erlebt und jetzt geht das zuende. Wir sind losgefahren und es sind nur ein paar Kilometer zum Campingplatz gewesen. Unterwegs haben wir noch bei einem Supermarkt angehalten und im Sturm gefrühstückt. Es war bewölkt und der Wind war so stark, das wir sogar bergab teilweiße fast angehalten wurden vom Gegenwind. Auf dem Campingplatz angekommen haben wir erstmal gemerkt wie fertig wir beide waren. Wir haben uns erstmal die Campingdecke hingelegt und ein bisschen die Augen zu gemacht. Danach hatten wir uns vorgenommen zu chillen und uns überlegt, das wir später nur noch zum kötbullar und bonschi kaufen einmal aufs Fahrrad steigen wollten. Zwischendurch habe ich nochmal die Gelegenheit genutzt und ein paar Sachen ausgemustert. Weg gekommen sind Winterhandschuhe, ein Fahrradoberteil, eine lange baumwollunterhose und meine Uhr mit Ladegerät, die irgendwie nicht mehr laden oder angehen wollte. Irgendwie fühle ich mich auch freier ohne Uhr. Keine Ahnung warum. Auf meinem Handy steht ja auch die Uhrzeit. Gegen 18:00 haben wir dann gekocht und gegessen. Im Anschluss habe ich noch mit Jacky und Dörte mit Sören telefoniert. Dabei bin ich durch den Wald spaziert und habe ein junges Reh getroffen, was fast in streichelentfernung vor mir stehen geblieben ist und in aller Ruhe weiter gegessen hat. Ich konnte Fotos machen und es ist danach ganz entspannt wieder weiterspaziert und hat hier und da ein bisschen Grünzeug gegessen. Am Abend haben wir dann noch ein bisschen zusammengesessen und gequatscht. Irgendwie ist die ganze Zeit so ein komisches Gefühl mit geschwungen und ich habe den Campingplatz auch irgendwie nur noch als Wartegleis für die Fähre wahrgenommen. Hier waren eh viele Deutsche die von der Fähre, oder auf die Fähre wollen. Ich bin dann abends echt schnell eingeschlafen, obwohl ich eigentlich noch ein bisschen nachdenken und in mich rein fühlen wollte.

