17.06.2025 – Tag 36

Ich bin wieder ziemlich früh aufgewacht und hab morgens noch ein bisschen am Handy gedaddelt. Heute hat Dörte die Planung übernommen. Wir wollten morgens noch ein bisschen site-seeing machen und dann entspannt ca. 30km zu einem shelter fahren, was so dicht an einem Campingplatz liegt, das wir den Tag drauf nur 10km fahren müssen um Mal wieder alles zu laden und Wäsche zu waschen. Dörte hatte morgens schon wieder eine mücke. Scheinbar mögen die Viecher mich nicht, und fallen alle über Dörte her. Naja, wir haben dann erstmal gefrühstückt und die Sachen gepackt. Bei dem Untergrund mit vielen Steinchen und Dreck hat mein Zelt wieder einen Vorteil gegenüber großen Zelten. Ich konnte es einfach auf einen sauberen Tisch legen und dort zusammenrollen. Beim packen fiel auch sofort auf das es ganz schön kalt ist. Wir haben uns beide lange Baselayer angezogen und ich habe beim packen noch die dicke Fließjacke angehabt da wir wieder so lange gebraucht haben zum packen, wurde es aber am Ende schon wärmer. Den longsleeve habe ich trotzdem anbehalten. Vorm losfahren hat Dörte noch schnell und sehr professionell (Ironie Warnung) den Schultergurt ihrer Ortlieb Tasche genäht. Am Ende mussten wir einen Faden, den sie mittendrin vergessen hatte durchzuziehen, abschneiden. Aber am Ende hielt es zumindest.

Nach dem Packen startete dann die sight seeing Tour. Wir hatten ja keinen Stress und nur ein paar Kilometer vor uns… Dachte ich zu dem Zeitpunkt zumindest noch… Wir fuhren zum nördlichsten Ende des Plateaus, wo ein Aussichtspunkt sein sollte. Zumindest soweit wir fahren konnten. Der Weg wurde immer kleiner und Wurzelinger mit Felsen und großen steinen. Wir ließen also die Bikes stehen und gingen zu Fuß weiter. Zumindest war ich wegen der Kälte dieses Mal nicht mit Flipflops unterwegs. Zum Aussichtspunkt mussten wir dann noch 1,6 km laufen/klettern.
Der Aussichtspunkt war so mittel beeindruckend. Es war ein steiniger Bereich mit steilen klippen. Von dort aus konnte man auf den vänern see schauen. Ich fand den Ausblick jetzt nicht so berauschend. Aber es hat Spaß gemacht dort hinzugehen und im Wald mit Dörte zu quatschen. Und Blödsinn zu machen.

Danach mussten wir noch zurück gehen und natürlich erstmal in den falschen Weg abgebogen, was wir aber schnell gemerkt haben. Bei Fahrrädern angekommen haben wir beschlossen das wir jetzt genug von Sehenswürdigkeiten hatten. Es gäbe noch einen Wasserfall und Höhlen und ein Dorf auf dem Plateau. Der Wasserfall wäre noch ganz cool gewesen aber der Weg dort hin hat uns abgeschreckt. Auf ein altes Dorf hatten wir gar keinen Bock und die Höhlen wären auch schwer zu erreichen gewesen. Außerdem hatten wir Bock auf Fahrrad fahren. Wir schauten also wo wir nun hinwollten. So genau hatten wir das noch gar nicht überlegt und es stellte sich raus das wir zu dem shelter, was 15km statt 10km vom Zeltplatz entfernt lag ca. 45km hinfahren mussten. Da war wohl am Vortag etwas falsch überschlagen worden. Naja. Erstmal los. Ich habe die Koordinaten ins Navi eingegeben und heute habe ich Mal die Navigation übernommen. Der nächste Halt war Trollhättan, wo wir in ein Café wollten. Das waren ca. 20km. Das Wetter war wieder bewölkt mit etwas Sonne und sehr windig. Zumindest etwas weniger Wind als am Vortag. Dörte kam es etwas windiger als am Vortag vor.
In Trollhättan hat es dann auch noch angefangen zu regnen und wir sind erstmal zum ICA. Da gab es kaltes Kräuterbaguette, wie die die man immer auf den Grill legt und verbrennen lässt. Ich habe gleich 2 Baguettes gegessen. Dazu gab’s wieder Kvark, Limo und einen Donut. Als nächstes ging es ins Café. Nachdem wir unseren Kaffee ausgetrunken hatten, ich ein bisschen Blog geschrieben habe und Dörte ihre Powerbank ein bisschen geladen hatte ging’s weiter. Vorher beide noch beim Burgerladen nebenan auf Klo und Wasserflasche aufgefüllt.Mein Navi hat uns als nächstes durch die Stadt geschickt und einen Weg für Fußgänger hochgeschickt, wo wir gemeinsam ein Fahrrad nach dem anderen hochgeschoben haben weil es so steil war. Es war eine Treppe mit einer schräge in der Mitte. Nebenbei setzte auch der Regen wieder ein. Wir mussten uns einige Berge Hochkämpfen und fuhren ein Stück Landstraße. Danach führte der Weg durch den Wald. Es war ein total Menschenfreies Terrain. Ich war mir fast sicher das wir hier einen Elch treffen können.
Nach einiger Zeit hat Dörte auch einen kleinen Elch gesehen. Sie hat mir ein Zeichen gegeben und ich schaute ihn an. Sie war sich inzwischen nicht mehr sicher ob es ein Elch war und dachte inzwischen das es ehr eine Bär Form hat. Dann sah sie aber die Hauer. Was dazu führte das sie etwas panisch wurde und Gas gab um wegzufahren. Sie rief mir noch zu was sie jetzt machen soll. Ich war inzwischen angehalten um den Elch-Bär zu Fotografieren, der inzwischen durch Dörtes panische Flucht auch etwas panisch wurde. Ich hatte gerade mein Handy rausgezogen im ihn zu knipsen, als er ebenfalls abgehauen ist. In dem Moment wurde mir bewusst das Dörte wirklich etwas verängstigt war und ich rief ihr zu, dass es weggelaufen ist, woraus sie anhielt. Sie hat mir die Situation aus ihrer Sicht erklärt und es war ja auch verständlich das man erstmal Angst haben kann wenn man so ein wildes Tier sieht. Ach ja, in echt war es ein kleines Wildschwein, was uns panisch ansah und wahrscheinlich selber den Schreck seines Lebens bekommen hat.
Nach dem Schreck sind wir dann weiter gefahren und nach kurzer Zeit hatte Dörte einen Platten. Warum wissen wir bis heute nicht. Also im nirgendwo erstmal den Schlauch tauschen. Dabei ist mir ihre coole Pumpe aufgefallen, die ich ihr erstmal abgeschnackt habe. Ich geb ihr das Geld für eine neue, aber die war einfach Mal 1000 Mal besser als meine.
Als wir wieder auf der Straße waren fiel auf das der Mantel von Dörtes Rad nicht ganz gerade drauf war, was zu etwas wubbeln beim fahren geführt hat.
Wir fuhren aber erstmal weiter an der Straße lang. Irgendwan mussten wir erstmal eine Müsliriegel Pause machen um neue Kraft für die Berge zu bekommen. Dabei fiel auf das ich inzwischen ein halbes Baguette verloren hatte, was ich mit einem Spanngurt an meinem Gepäck festgemacht hatte. Als nächstes wollte das Navi dann auf einen Wanderweg in den Wald rein. Wobei Wanderweg eigentlich ehr noch übertrieben war. Es war ein enger steiler Singletrail. Also ein Stück weiter und dann in den Wald. Hier erwartete uns ein zugewucherter Waldweg. Zumindest sah es aus als wenn hier Mal ein Auto lang gefahren war. Dann war die Auto Spur irgendwann weg und es war nur noch ein Wanderweg mit sehr hohem Gras. Es wurde immer unwegsamer und das Gras wurde immer länger. Teilweise ging es uns bis zur Brust und wir verschwanden fast komplett. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem zugewucherten Haus, an das eine Kuhweide grenzte. Ob hier Menschen leben waren wir uns nicht sicher. Wir mussten durch ein glatter und quer über die Kuhweide. Dann wieder durch ein Glatter und über einer klapprige Brücke. Plötzlich kamen wir an einem Parkplatz raus, auf dem sogar Autos standen. Na gut. Es hätte wahrscheinlich auch einen besseren weg bis hier her gegeben…
Wir waren aber noch lange nicht angekommen. Das Navi sagte noch ca. 2km.
Erstmal ging es über eine Wiese, wo ein Aussichtsturm stand. Wir vermuteten, dass hier die menschen aus den Autos Vögel beobachteten. Wir waren mitten in einem Naturschutzgebiet. Der Weg, der inzwischen nicht mehr wirklich ein Weg war führte über Steine, über die man die Bikes nicht Mal mehr schieben konnte. Ich habe zwischendurch die Fahrräder inclusive Gepäck getragen, weil ich nur noch ankommen wollte. Nebenbei hörten wir die ganze Zeit Schüsse, was Dörte auch etwas beunruhigte. Auch auf Maps war kein Schießstand eingezeichnet oder so. Dann bei umgekippten Baum, kamen wir wirklich nicht mehr durch und überlegten, ob wir dieses Mal wirklich aufgeben mussten. Noch 1,1km bis zum Ziel. Aber 1,1km in dieser Umgebung kann echt lange dauern und irgendwie mussten wir ja am nächsten Tag auch wieder zurück. Meine Letzte Idee war, noch einmal zu Fuß vorzugehen und zu schauen, wie sich die nächsten 100-200m gestalteten.
Der Weg war quasi nicht passierbar. Schon gar nicht mit dem Fahrrad. Beim besprechen des ausweichplanes haben wir bei Dörte noch eine weitere Zecke entdeckt. Die einzige Lösung die uns einfiel war, auf diesem Parkplatz zu übernachten. In der Hoffnung das die Vogelbeobachter bald wegfahren und wir ein kleines Stück finden, wo das Zelt einigermaßen gerade stehen kann. Zu mehr hatten wir beide keine Kraft und auch keine Lust mehr. Im Naturschutzgebiet schlafen ist strafbar, also blieb uns ansonsten nicht viel übrig. Nur die lustige Idee, mein kleines Zelt auf dem Aussichtsturm
aufzubauen. Aber da waren ja die Vogelbeobachter. Auf dem Parkplatz sah ich, das wir hier selbst mit Autos einen kleinen Platz finden würden, wo zumindest mein Zelt hin passt. Dörtes großes hatte so keinen Platz. Nachdem wir unsere Brote rausholen und Abendbrot machten kamen auch die Vogelbeobachter. Nach einer netten Unterhaltung fuhren sie weg und wir bauten Dörtes Zelt auf einer Recht geraden Stelle auf. Es war sehr windig und ich dachte ein paar mal das bald das Zelt vom Wind abgerissen wird, zumal wir nicht wirklich Heringe rein bekamen, aber wir konnten dann doch noch erschöpft im heilen Zelt schlafen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert